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Dahme-Spreewald Im nagelneuen Bahnhof hält kein Zug
Lokales Dahme-Spreewald Im nagelneuen Bahnhof hält kein Zug
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18:30 06.03.2013
Als Geisterbahnhof zeigte sich am 6. März 2013 der Bahnhof des Flughafens Berlin Brandenburg Airport Willy Brandt (BER) in Schönefeld (Brandenburg). Quelle: dpa
WASSMANNSDORF

„Ansage beachten“ fordert ein Schild. Doch niemand sagt etwas an und es wäre auch niemand da, der es hören könnte.

Bis auf Weiteres wird sich daran nichts ändern. Dem Wunsch der Gemeinde, auch ohne funktionierenden Flughafen den S-Bahn-Verkehr zu ihrem Ortsteil aufzunehmen, erteilte Ingulf Leuschel, der Konzernbevollmächtigte der Deutschen Bahn, gestern eine Absage. „Dafür gibt es keine Bestellung des Landes und es würde auch keinen Sinn machen“, sagte er. S-Bahnen könnten dort nicht kehren, da sie dann den Belüftungsverkehr für den unterirdischen Terminalbahnhof behinderten, und außerdem gebe es in dem kleinen Ort bislang kein „originäres Fahrgastaufkommen“.

Schönefeld will sich mit diesem Nein nicht abfinden. „Das ist höchst unbefriedigend“, reagiert Bürgermeister Udo Haase. „Die Landesregierung muss hier etwas tun.“ Schließlich habe die Kommune Millionen investiert, um den Haltepunkt, einen Parkplatz und Bushaltestellen zu bauen. Dass das alles brach liege, so Haase, sei ein großes Dilemma.

„Die Bahn könnte sogar bis in den Flughafenbahnhof fahren“, schlägt er vor, „und damit Waßmannsdorf sowie auch die Airport City anschließen.“ Aber auch das lehnt Leuschel ab und macht dafür Sicherheitsbedenken geltend. Bei einer Havarie könnten die Reisenden nicht nach oben ins Freie geführt werden, da das Terminal bekanntlich weder im Betrieb noch baulich abgenommen sei.

Doch auf der Schiene ist der gut 400 Meter lange und 60 Meter breite Tunnelbahnhof unter dem unfertigen Flughafengebäude sehr wohl zu erreichen – und das praktisch seit dem ersten Fertigstellungstermin 30. Oktober 2011. Nicht zuletzt aus Stolz auf ihre Termintreue und das gelungene Bauwerk in der Schönefelder Erde hatte die Bahn die Presse zu einer Besichtigungsfahrt eingeladen.

„S 45 Flughafen BER“ wies das Richtungsschild am S-Bahn-Triebwagen aus und bot damit ein Foto-Motiv, das wohl jeder Bahn-Fan gern in seiner Sammlung hätte. Über noch unverwitterte hellgraue Schwellen rollten die Wagen auf der Gleisschleife hinter dem früheren „Zentralflughafen“-Bahnhof an den Rückseiten des Schönefelder Fleischers, des Bäckers, eines Hotels und der alten Feuerwehr vorüber – genauso wie es täglich zwölf allerdings unbesetzte S-Bahnen tun, deren Geisterfahrten zur Belüftung des Tiefbahnhofs dienen.

Wobei es nicht nur um die Zufuhr von Frischluft geht. Weichen und Sicherungstechnik müssen in Funktion gehalten werden. „Wenn Sie Ihr Auto ein Jahr vor der Tür stehen lassen, springt es auch nicht gleich an“, begründet Projektleiter Peter Schulze die Aktivität im Untergrund.

„All das greift jeden Monat schwer in die Kasse“, merkt sein Chef Leuschel an. Die Summe von zwei Millionen Euro, die das Fahren ohne Fahrgäste dem Bahnkonzern monatlich koste, will er nicht dementieren. Auf dem Klageweg wolle sein Betrieb sich das Geld aber nicht zurückholen. „Wir sind da in Verhandlungen“, äußert er.

Triebfahrzeugführer Klaus Rühmann hat Spaß an seiner Arbeit. „Ich habe schon so viele Probefahrten gemacht, dass ich mich hier fast wie zu Hause fühle. Und schließlich ist es mal etwas anderes als der normale Streckendienst“, betont er als er im Flughafenkeller vor dem Prellbock zu stehen kommt, räumt dann aber doch ein: „Natürlich hätte ich viel lieber Leute im Zug.“

Leute im Zug – sobald der Airport endlich fertig wird, könnte das Wirklichkeit werden. „Wir könnten schon Morgen losfahren“, bestätigt Bahn-Manager Leuschel nur zu gern. „Aber möglich wird es erst am ersten Tag des Flugverkehrs.“

Ärgerlich sei es, so macht er deutlich, wenn eine so moderne Infrastruktur ungenutzt herumliege: Ein Bahnhof mit den längsten in Europa gebräuchlichen Ausmaßen, mit einer Gleisteilung, mittels derer Züge verlängert oder verkürzt werden könnten, mit Rolltreppen und Fahrstühlen und vor allem – dank seiner Lage direkt unter der Fluggastabfertigung – mit den kürzestmöglichen Wegen. Den Hinweis darauf, dass in ihm auch der Brandschutz funktioniert, wollen sich die Gastgeber nicht verkneifen. „Die Brandmeldeanlage sowie die Entrauchung mit ihrer eigenen Sicherheitsstromversorgung sind vorschriftsmäßig installiert“, versichert Peter Schulze.

Übrigens: Wer es zu seinem Flug eilig hat, sollte aus der dritten Tür des dritten S-Bahn-Wagens aussteigen. Denn die hält genau vor den Doppelaufzügen, die ihn zum Check-in bringen. In ein oder zwei Jahren könnte dieser Tipp Zeit sparen. (Von Klaus Bischoff)

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