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Immer weniger Kinder können schwimmen

Dramatischer Anstieg an Badeunfällen Immer weniger Kinder können schwimmen

Die Zahl der Badeunfälle im Land Brandenburg steigt. Rettungsschwimmer sind besorgt, denn vor allem Kinder sind ein großes Risiko. Erst in der dritten Klasse lernen sie offiziell das Schwimmen – viel zu spät, meinen die Lebensretter. Doch es fehlen in der Region Dahmeland-Fläming auch Kapazitäten für professionelle Schwimmstunden.

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Schwimmenlernen ist lebenswichtig. Seepferdchen-Kurse und qualifizierte Trainer sind gefragt.

Quelle: Foto: dpa

Dahmeland-Fläming. Die Rettungstaucher im Land Brandenburg schlagen Alarm: Immer weniger Kinder können richtig schwimmen – ein Grund für den dramatischen Anstieg an Badeunfällen im Land. Das berichten die Landesverbände der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) und des Deutschen-Roten-Kreuzes (DRK). Aus einer Statistik des Bildungsministeriums geht hervor, dass heute 7,61 Prozent aller Fünftklässler in Brandenburg nicht richtig schwimmen können. Das sind knapp zwei Prozent mehr als noch vor vier Jahren. Aber worin liegen die Gründe für die vielen Nichtschwimmer unter den Schülern?

Schwimmkurse zu spät angesetzt

DLRG-Landesverbandssprecher Robert Büschel sieht das Problem vor allem darin, dass die Schulen immer mehr Schwierigkeiten hätten, Schwimmhallen-Zeiten zu bekommen. In Brandenburg ist Schwimmunterricht in der dritten Klasse vorgeschrieben. Dann sind die Kinder acht bis zehn Jahre alt. Das ist laut Lutz Müller, Leiter des DRK-Kreisverbands Fläming-Spreewald schon recht spät, und wer in der dritten Klasse lange krank ist, rutsche durch. „Ideal ist es, wenn Kinder ab fünf Jahren einen Seepferdchen-Kurs machen“, sagt Müller, der zudem Bademeister und Schwimmlehrer im Freibad Jüterbog ist.

Müller teilt Büschels Einschätzung, dass Schulen und Vereine zu wenig Schwimmhallen-Zeiten bekommen. „Das Problem ist, dass man hier immer mehr von Sport- auf Spaßbäder umsteigt“, sagt er. Somit schrumpfe das Angebot an Schwimmkursen beträchtlich. In der Region schätzt er es nur in der Freibadsaison als ausreichend ein. „Aber auch da ist bei uns im Freibad Jüterbog alles komplett voll.“ Mit etwas Wartezeit sei es allerdings gut möglich, einen Platz zu bekommen. Zudem unterstütze die Stadt den Schwimmunterricht von Kita-Kindern, weshalb Müller die Situation in Jüterbog als insgesamt positiv einschätzt.

Schwimmlehrer bereiten Nachwuchssorgen

Eine zusätzliche Herausforderung ist das Personal. DRK, DLRG und Sportvereine setzen ehrenamtliche Schwimmlehrer ein. „Wir haben riesige Nachwuchssorgen“, erzählt Dieter Krakowitzki, ehrenamtlicher DRK-Rettungsschwimmer und Schwimmlehrer im Freibad Dahme. Wenn er sieht, wie viele Kinder nicht richtig schwimmen können, erschrickt er. „Eltern und Schule kümmern sich zu wenig“, moniert Krakowitzki.

Das Nachwuchsproblem bei Schwimmlehrern kennt Hans Scheufler vom Sportverein LSC aus Luckenwalde aus eigener Erfahrung. Der 72-jährige Rentner gibt wöchentlich zwei Stunden Schwimmunterricht für Kita-Kinder aus der Umgebung. Scheufler macht damit auch im Ruhestand weiter, weil es ihm eine Herzensangelegenheit ist, dass Kita-Kinder richtig schwimmen lernen.

Die Profis müssen ran

Neben ehrenamtlichen Schwimmlehrern bieten in der Region auch die Thermen in Wildau und in Ludwigsfelde Seepferdchen-Kurse an. Bei beiden Anbietern sind die Kurse komplett ausgebucht. „Auf die begehrten 16-Uhr-Kurse muss man bei uns etwa zehn Wochen warten“, sagt Carmen Drescher aus dem Servicecenter der Wildauer Therme Wildorado. Die meisten Kinder in den Kursen seien im Vorschulalter, oft auch schon im Grundschulalter.

Schwimmlehrer Lutz Müller warnt davor, kleinen Kindern das Schwimmen selbst beizubringen. „Angewöhnte Fehler in der Technik lassen sich schwer korrigieren“, weiß er. Außerdem sollten Eltern kleinere Kinder nicht überfordern. „Wer negative Erfahrungen macht, hat später oft panische Angst vorm Wasser“, sagt er.

Von Anja Meyer

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