Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Dahme-Spreewald Intelligente Shuttlebusse geplant
Lokales Dahme-Spreewald Intelligente Shuttlebusse geplant
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:32 09.08.2017
Ein mögliches Modell für die fahrerlosen Kleinbusse im GVZ Großbeeren. In der Flughafenregion werden erst langfristig autonome E-Busse eingesetzt. Quelle: Pr
Dahmeland-Fläming

Der Verkehr in der Region Dahmeland-Fläming soll in naher Zukunft intelligenter und klimafreundlicher organisiert werden. Die Stadt Königs Wusterhausen plant dazu derzeit mit den Nachbarkommunen der Flughafenregion sowie der Technischen Hochschule (TH) Wildau ein neues Mobilitätskonzept. Mit Elektrobussen und -autos sollen Anwohner und Pendler der Flughafenregion so künftig zu ihren Arbeitsplätzen, zum Flughafen oder zum Bahnhof gefahren werden. Langfristig sollen die E-Fahrzeuge autonom fahren. Diese Pläne sind ein Teil von Stadtentwicklungskonzepten der Zukunft, die allgemein als Smart City bezeichnet werden.

Smart City ist ein Sammelbegriff für gesamtheitliche Entwicklungskonzepte, die zum Ziel haben, den Alltag in Städten und Gemeinden durch eine Vernetzung von IT-Systemen effizienter, grüner und sozialer zu gestalten und somit zu verbessern. Dazu sind etwa Straßenlaternen, Sitzbänke, Abfalleimer und Ampeln über Datenleitungen, Funkverbindungen und im Internet miteinander vernetzt. Mit Sensorik werden Daten erhoben, die es ermöglichen, flexibel auf Änderungen zu reagieren. So kann beispielsweise die Abfallentsorgung so organisiert werden, dass die Technik volle Mülltonnen automatisch erkennt und Leerfahrten vermeidet.

Umsetzungsstudie beauftragt

Ein wichtiges Feld im Smart-City-Konzept ist eine Mobilitäts-Infrastruktur, die sich als energieeffizient, emissionsarm, sicher und günstig auszeichnet – so wie jetzt in der „Flughafenregion Ost“ geplant. Zunächst sollen Schönefeld, Schulzendorf, Eichwalde, Zeuthen, Wildau, Mittenwalde, Bestensee, Heidesee und Königs Wusterhausen in dem Konzept integriert werden.

Wie Königs Wusterhausens Bürgermeister Lutz Franzke (SPD) mitteilt, soll jetzt eine Umsetzungsstudie darüber erstellt werden, wer die Nutzergruppen der sogenannten „Mobilitätsplattform Schönefelder Kreuz 2.0“ sind, wie das Projekt mit Berlin verknüpft werden kann und an welchen Standorten Ladestationen sowie neue Fahrbahnen für E-Fahrzeuge entstehen müssen. Diese Studie will die Stadt Königs Wusterhausen aus eigenen Mitteln mit 50 000 Euro bezahlen und bis zum Dezember dem Bund vorlegen.

Für das kommende Jahr stellt die Stadt 450 000 Euro für das Projekt bereit, weiteres Geld soll von Bund und Land kommen, für die die Flughafenregion ein wichtiger Wirtschaftsstandort ist. Ab kommendem Frühjahr sollen die ersten E-Busse unterwegs sein. Die Idee zur smarten Mobilitätsplattform ist im Dialogforum Airport Berlin-Brandenburg entstanden. „Das gibt es in Kalifornien, warum also nicht bei uns“, sagt Franzke. „Immerhin haben wir die Forschung in der Region.“

Auch in Teltow-Fläming entstehen Ideen

Aktuell fehle in der Flughafenregion ein strategisch ausgerichteter Gesamtplan, genauso wie Möglichkeiten zum Car- und Bike-Sharing. Mit den Elektrobussen sollen zunächst vor allem die neuen Wohngebiete und Gewerbeareale wie Airport-City, Schönefeld-Nord und der Forschungscampus Wildau verbunden werden. „Dadurch reduzieren wir die CO2-Emissionen und verbessern die Lebensqualität maßgeblich“, sagt Franzke. „So wollen wir für junge Fachkräfte attraktiver werden, die Wert auf eine saubere, lärmfreie Umgebung legen.“

Auch auf der westlichen Seite des Flughafens arbeiten Ludwigsfelde, Blankenfelde-Mahlow, Rangsdorf und Großbeeren ebenfalls an Ideen zu dem Projekt – so dass langfristig ein auf die gesamte Flughafenregion ausgeweitetes Mobilitätskonzept entstehen soll. Derzeit ist dort im Hinblick auf smarte Mobilität noch nichts spruchreif. Ludwigsfeldes Bürgermeister Andreas Igel (SPD) teilte auf MAZ-Anfrage jedoch mit, dass eine Vision für den öffentlichen Personennahverkehr so aussehen könnte, dass man fahrerlose Kleinbusse per App reservieren und auch aus den Ortsteilen abgeholt werden könne. So seien auch Ältere mobil.

TH Wildau begleitet Konzept

An der TH Wildau sind die Erforschung smarter Lösungen für Städte Teil des Fachbereichs Telematik, deren Forscher die Entwicklung der „Mobilitätsplattform Schönefelder Kreuz 2.0“. Wie Professor Ralf Vandenhouten sagt, können mit Hilfe von Informationstechnik alle Prozesse des Alltags optimiert werden. Er nennt einige Beispiele: „Durch eine Vernetzung von Mobilität können autonome Fahrzeuge minutenaktuell über die beste Strecke informiert werden und so auf eine freie Wege ausweichen. Rettungsdienste können über eine vernetzte Ampelschaltung mit einer intelligenten grünen Welle zum Einsatzort fahren.“ Je größer eine Stadt ist, umso mehr lohne sich der Smart-City-Ansatz. Deshalb hält Vandenhouten die Verbindung der Flughafenregion für sinnvoll. „Die Region wird sich stark entwickeln, das Mobilitätsprojekt ist auch für neue Firmen attraktiv.“

Bis in der Region wirklich autonome E-Fahrzeuge fahren, werde es noch ein paar Jahre dauern. Genauso wie im Güterverkehrszentrum (GVZ) Großbeeren, wo der Einsatz von fahrerlosen Elektro-Kleinbussen in einem Pilotprojekt bereits beschlossen ist. Den Plan für die Flughafenregion hält Vandenhouten jedoch für spannend. „Smarte Lösungen in Städten nehmen zu – jetzt kann die TH Wildau vor der Haustür Flagge zeigen.“

Trebbin seit März Smart-City

Auch in Trebbin wird das Smart-City-Konzept bereits seit diesem Frühjahr umgesetzt – jedoch auf anderer Ebene. Dort hat Bürgermeister Thomas Berger (CDU) in öffentlichen Gebäuden und auf Plätzen LED-Leuchten eingerichtet, die vom Rathaus über IT-Systeme gesteuert werden und so Strom sparen und das Klima schützen. Im Brandenburger Wirtschaftsministerium gilt Trebbin deshalb aktuell als Brandenburger Vorreiter für Smart Citys, die Idee wird laut Sprecherin Claudia Lippert immer häufiger diskutiert. „Viele Städte und Gemeinden haben die Zeichen der Zeit erkannt und wollen smarte Städte werden“, sagt sie. Meistens scheitere es noch an der Finanzierung.

Nach Angaben der stellvertretenden Bürgermeisterin Ina Schulze könne der tatsächliche Effekt des Sparens von Strom noch nicht beziffert werden, da die Jahresabrechnung noch nicht erfolgte. Im Rathaus rechnet man mit einer positiven Bilanz. Außerdem sind weitere Schritte geplant, um Trebbin intelligent zu vernetzen. So gibt es nach Angaben von Ina Schulze unter anderem die Idee, Parks und Grünanlagen automatisch und elektronisch zu bewässern.

Von Anja Meyer

Thomas Fechner wog vor gut einem Jahr noch 148 Kilogramm. Eine Operation und zwölf Monate später sind es nur noch 97 Kilogramm. Von seinen Erfahrungen möchte er in Königs Wusterhausen in einer neuen Selbsthilfegruppe für extrem Übergewichtige berichten.

12.08.2017
Dahme-Spreewald Königs Wusterhausen - Zoff um neue Fraktion

Die SPD hat mit der Wählergruppe Wir für KW eine Fraktion im Königs Wusterhausener Stadtrat gegründet. Die CDU, bisher Kooperationspartner der SPD, fühlt sich hintergangen, weil sie nicht einbezogen wurde.

09.08.2017

Die Patronatskirche hat eine mobile Behindertenrampe. Sie wurde von einem Schulzendorfer Ehepaar gespendet. Gehbehinderten und Rollstuhlfahrern soll damit der Zugang zu Veranstaltungen der Kirche erleichtert werden. Entsprechende Umbauten waren aus Gründen des Denkmalschutzes zuvor nicht möglich.

12.08.2017