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Dahme-Spreewald Internet-Mobbing von Schülern nimmt zu
Lokales Dahme-Spreewald Internet-Mobbing von Schülern nimmt zu
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18:15 11.05.2016
Seit 2014 leitet Erik Dorow die Dr.-Hans-Bredow-Oberschule. Quelle: Franziska Mohr
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Königs Wusterhausen

Ein sozialer Brennpunkt wie Neukölln oder Kreuzberg ist Königs Wusterhausen wahrlich nicht. Von täglicher Gewalt oder gar Messerstechereien an der Schule kann hier keine Rede sein. Dennoch muss der Schulleiter der Dr.-Hans-Bredow-Oberschule, Erik Dorow, auch hier ständig neue Herausforderungen meistern. An seiner Schule herrscht zwar eine relativ gute soziale Mischung, dennoch lebt etwa jeder fünfte Schüler in einer einkommensschwachen Familie, die auf Sozialtransfers angewiesen ist. Das zeigt sich vor allem bei notwendigen Zuschüssen für Klassenfahrten oder Lehrmaterialien.

Dorow bekennt daher offen: „Ich hatte anfangs schon Manschetten, ob die Aufnahme von Flüchtlingskindern an meiner Schule klappt.“ Zumal gerade im Neubaugebiet so mancher Rattenfänger nichts unversucht ließ, um diesbezügliche Horrormeldungen zu verbreiten. Sein Fazit der letzten Monate aber lautet: „Ich bin angenehm überrascht, sowohl von den 15 Flüchtlingskindern als auch von meinen einheimischen Schülern.“ Die Integration der 15 Jugendlichen zwischen zwölf und 16 Jahren, die vorwiegend aus Syrien und Afghanistan kommen, klappt Dorow zufolge gut. „Die Schüler haben offensichtlich weitaus weniger Vorurteile als so manche Eltern“, sagt er. Alle Flüchtlingskinder besuchen Regelklassen in den Klassenstufen 7 bis 10, wobei sie täglich vier Stunden am normalen Unterricht teilnehmen und ab der fünften Stunde Deutschkurse an der Volkshochschule besuchen. „Die Jugendlichen sind sehr lernwillig und machen gute Fortschritte“, lobt Dorow. Bisher gab es lediglich eine einzige Anfrage, die einen Gebetsraum betraf. Dies habe er verneint, weil Religion in Deutschland Privatsache sei.

Laut Schulleiter wird Mobbing ein immer größeres Problem

Auch der Unterrichtsausfall hält sich mit unter 1,5 Prozent in Grenzen. Bei insgesamt 14 841 Stunden sind in diesem Schuljahr 221 nicht erteilt worden.

Als problematisch bewertet Dorow allerdings das zunehmend an allen Schulen auftretende Mobbing in den sozialen Netzwerken. Hier werden Schüler unter anderem von Klassenkameraden in schlimmster Fäkalsprache beschimpft oder leichtfertig Aktfotos ins Netz gestellt, die obendrein mit üblen Kommentaren versehen werden. Um dem zu begegnen, legten die Lehrer gemeinsam mit der Sozialarbeiterin Anti-Mobbing-Projekte auf, bei denen sich Täter und Opfer in Rollenspielen begegnen. Dabei zeigen alle Erfahrungen, dass es viel einfacher ist, irgendetwas ins Netz zu posten, als es demjenigen direkt ins Gesicht zu sagen. „Mit diesen Projekten wollen wir zum Nachdenken anregen und die Konsequenzen des Netz-Mobbing für die Betroffenen aufzeigen“, sagt Dorow.

Viele Zehntklässler haben bereits Lehrstellen in der Tasche

Auf Prävention setzen die Lehrer der Oberschule auch mit einem Baby-Projekt. Dort wird anhand einer Puppe rund um die Uhr simuliert, was es heißt, als Mutter soziale Verantwortung zu tragen. Eine Live-Erfahrung, die erst kürzlich zwei Schülerinnen mit 15 beziehungsweise 16 Jahren machten.

An fehlenden beruflichen Perspektiven mangelt es den Oberschülern derzeit nicht. An Azubi-Plätzen herrscht fast ein Überangebot. Eine Chance, die die meisten Schüler nicht nur zu schätzen, sondern auch zu nutzen wissen. Viele Zehntklässler haben ihre Lehrstelle als Schornsteinfeger, Holzmechaniker oder medizinische Fachangestellte bereits in der Tasche. Punktuell gibt es aber noch immer den einen oder anderen, der stunden- oder tageweise der Schule lieber fernbleibt. „Dauerschwänzer haben wir momentan nicht“, sagt Dorow. Er verschweigt aber auch nicht, dass er in diesem Schuljahr schon fünf Meldungen an das Schulamt schicken musste, weil einzelne Schüler innerhalb von zwei Monaten sechs Tage unentschuldigt fehlten. Viele Eltern sind dann total überrascht, weil sie nicht ahnen, dass ihr Kind nicht in der Schule ankommt. Auslöser ist nicht selten das Netz-Mobbing.

Von Franziska Mohr

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