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Irrer Wels-Rekord im Spreewald

Fischer fängt 231 Welse im Neuendorfer See Irrer Wels-Rekord im Spreewald

Spreewaldfischer Wolfgang Richter hat beim herbstlichen Abfischen im Neuendorfer See in Alt-Schadow (Dahme-Spreewald) fast 20-mal so viele Welse gefangen wie in den vergangenen Jahren. Die Zahl ist ein absoluter Rekord. Wir stellen den Rekord-Mann im Text und im Video vor. 

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Insgesamt 231 Welse zogen die Fischer nach und nach aus einem einzigen Netz.

Quelle: Spreewaldfischerei Richter

Alt-Schadow. So etwas  hat Wolfgang Richter noch nicht erlebt. Seit vier Jahrzehnten bewirtschaftet der studierte Fischerei-Ingenieur den Neuendorfer See und einige kleinere Gewässer in der Spreewald-Region als Berufsfischer. In jedem Jahr gehört es zu den üblichen Ritualen, dass im Herbst mit grobmaschigen Netzen noch einmal gefischt wird, ehe das Leben im See in die Winterruhe fällt.

„Wir waren zufrieden, wenn wir bei so einem Fischzug einmal zwölf Welse im Netz hatten“, sagt Wolfgang Richter.

231 Fische im Netz - Angler wollte zunächst seinen Augen nicht trauen

Aber diesmal glaubte der Mann, der mit und von der Natur lebt, seinen Augen nicht zu trauen. Neben mächtigen Hechten und Zandern, die bis zu neun Kilogramm wogen, zappelten insgesamt 231 fischbare Welse in seinem Netz. „Das gab es noch nie in den vergangenen Jahrzehnten“, ist sich der Fischer ganz sicher.

Der riesige Fang ist umso erstaunlicher, weil es sich bei Welsen in der längsten Zeit des Jahres eher um Einzelgänger handelt. Es ist nicht der erste Wels-Rekord, den der Spreewaldfischer aus Alt-Schadow meldet. Vor knapp eineinhalb Jahren, im Frühsommer 2013 war ihm bereits ein riesiger Wels in eine seiner Reusen gegangen, mit denen Richter in der Saison fischt.

Über 2, 30 Meter lang und fast 70 Kilogramm schwer

Das imposante Tier damals war 2,32 Meter lang und brachte stattliche  67 Kilogramm auf die Waage. Der Rekord-Wels, der damals für bundesweite Schlagzeilen und Hunderttausende Internet-Aufrufe gesorgt hatte, hängt inzwischen als filigranes Präparat im Verkaufsraum der Alt-Schadower Fischerei.

So wurde über Richter berichtet

Die Süddeutsche Zeitung berichtete am 9. Juli: Wels der Wunder

Die Rheinische Post titelte am 17. Juni: Fischer fängt 2,25 Meter großen Wels

Die Welt schrieb am 17. Juni: Spree-Fischer fängt 2,25 Meter großen Wels

Auch dem Berliner Kurier war der Fang eine Schlagzeile am 17. Juni wert: Dieser Riesen-Wels ist 2,25 Meter lang

Was steckt hinter der Wels-Invasion im Neuendorfer See?

Wie sich die Natur im Spreewald auch unter der Wasseroberfläche verändert

Jeder Petrijünger ist stolz, wenn er nach gewonnenem Kampf „Fisch gegen Mann“ ein kräftiges Exemplar, dass meist viel mehr als einen Meter Körperlänge misst, stolz vor ein Kameraobjektiv halten kann. Doch schon seit Jahren scheint die Zahl der Meldungen über Welse, denen ein Angelhaken zum Verhängnis wurde, im Süden Brandenburgs zu steigen. Das deutet auf eine Zunahme der Population hin.

Welse vermehren sich erfolgreich

Auch Spreewaldfischer Wolfgang Richter zählt seit einigen Jahren immer mehr Welse im flachen und nährstoffreichen Neuendorfer See. Der See ist ein Graben, den die letzte große Eiszeit hinterlassen hat, nicht viel tiefer als acht Meter. Während Richter schon seit den 1990er Jahren alljährlich Zehntausende junge Aale in der Spreewaldregion einsetzt, um die Population zu stabilisieren, scheinen sich die Welse ohne menschliches Zutun sehr erfolgreich zu vermehren.

„Wir beobachten seit Jahren einen stetigen Rückgang bei Raubfischen wie Zander und Aal“, beschreibt Wolfgang Richter die Situation. Diese Fischarten aber unterscheiden sich vom Wels beispielsweise dadurch, dass ihre Jungfische relativ langsam wachsen.

Komorane sind ein Problem für die Fische

Der Fischer vermutet, dass die zahlenmäßig explodierenden Kormoran-Kolonien sich an dem langsam wachsenden Fischnachwuchs ordentlich bedienen und ihn auf diese Weise dezimieren. Von Vorteil scheint für die schnell wachsenden Unterwasserräuber dagegen zu sein, dass  sie sich meist im tieferen Wasser aufhalten, während die meisten anderen Jungfische in Ufernähe unter überhängenden und Schatten spendenden Bäumen aufwachsen wollen. Das sei eben genau das Jagdrevier der gefiederten Fischjäger.

Im relativ trüben Neuendorfer See finden Fische reichlich Nahrung. Dazu beigetragen haben wahrscheinlich auch die großen Überschwemmungen der zurückliegenden Jahre, die viele Nährstoffe in den See getragen hätten.

Schon in der Vergangenheit hatten Landwirte im Spreewald berichtet, dass sie auf ihren Wiesen Welse fangen konnten, als die Flut zurückging. Das bestätigt auch Fischer Wolfgang Richter, der die Welse als „ziemlich wanderfreudig“ beschreibt.

Rekordfang ist ein Glückfall für Richter

Dass sich gerade die Welse bei der Nahrungssuche als nicht besonders zimperlich erweisen, belegt auch die Untersuchung des aktuellen Rekordfangs. In den Mägen der ins Netz gegangenen Unterwasserräuber fand der Fischer immerhin fünft unverdaute und ausgewachsene Blässhühner und Haubentaucher, die die Welse mit ihrem imposanten Maul offensichtlich von der Wasseroberfläche „gesaugt“ hatten.

Trotz der immensen Zahl an gefangenen Welsen, hat Wolfgang Richter keine Sorge, um den Welsnachwuchs in „seinem“ See. Es seien keine Jungtiere im grobmaschigen Netz gefangen worden.

Die außergewöhnlich große Zahl war aus Sicht des Fischers ein Glücksfall für ihn. Während des Sommers sind Welse nämlich Einzelgänger, die ihr Revier gegen Artgenossen heftig verteidigen. Allerdings wenn es kalt wird, rücken die kampfeslustigen „Eigenbrötler“ offenbar dicht zusammen. Solch eine große „Wels-Wärmestube“ scheint dem Spreewaldfischer diesmal ins Netz gegangen zu sein.   

Von Jan Siegel

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Wolfgang Richter hat im Neuendorfer See einen gigantischen Wels gefangen

Vor rund einem Jahr hat Wolfgang Richter den Fang seines Lebens gemacht. Ein mehr als zwei Meter langer Wels zappelte in seinem Netz. Sogar die Süddeutsche Zeitung berichtete über ihn. Für den gefangenen Wels hat er sich etwas besonderes einfallen lassen.

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