Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / -3 ° Sprühregen

Navigation:
Jagd auf süße Früchte in Diedersdorf

Erdbeerernte hat begonnen Jagd auf süße Früchte in Diedersdorf

Auf dem Spargelgut Diedersdorf werden seit Anfang Mai Erdbeeren geerntet – in etwa zwei Wochen beginnt die Haupternte. Auf etwa einem Zehntel der Fläche des Spargelguts werden seit 2006 jedes Jahr Erdbeeren angebaut. Zehn Jahre zuvor begann das Spargelgeschäft in dem Familienbetrieb.

Voriger Artikel
Pläne für Straßenausbau in Zeuthen
Nächster Artikel
Mutmaßlicher Autodieb gefasst

Qualitätskontrolle und Wiegen der Erdbeeren.

Quelle: Melanie Höhn

Großbeeren. Schon seit zehn Jahren kauft Marie-Christin Wedel ihre Erdbeeren auf dem Spargelgut Diedersdorf. Die 27-Jährige hat sich in die Sorte Elsanta verliebt, die der Betrieb zum größten Teil anbaut. „Es ist ein wesentlich intensiverer und süßlicherer Geschmack als bei anderen Erdbeeren“, sagt die Großbeererin.

Neben ihr wird die Schlange der Wartenden immer länger, die morgens gegen 9 Uhr ihre Einkäufe im Hofladen des Spargelguts erledigen wollen. In den vergangenen Jahren konnte der Landwirtschaftsbetrieb immer mehr Kunden gewinnen. „Wir haben mit drei Hektar angefangen, inzwischen sind wir bei neun“, sagt Betriebsleiter Marc Hoffmann. Die bisherige Ernte, die am 5. Mai begann, ist solide. Auf etwa einem Zehntel der Fläche des Spargelguts werden Erdbeeren angebaut, zum ersten Mal im Jahr 2006. Zehn Jahre zuvor begann das Spargelgeschäft.

Hintergrund

Der Hofladen des Spargelguts Diedersdorf hat täglich von 9 bis 19 Uhr geöffnet. Neben Erdbeeren und Spargel werden dort auch Sommerblumen, frische Freilandeier, Frühkartoffeln und Sauce Hollandaise verkauft.

Auf dem Spreewaldhof Niewitz im Landkreis Dahme-Spreewald werden Erdbeeren auf Dammkultur angebaut. Durch den Anbau auf Dämmen werden vor allem die Wurzelkrankheiten reduziert.

Erdbeeren selber pflücken kann man zum Beispiel auf Feldern im Landkreis Potsdam-Mittelmark und im Havelland.

„Gestern haben wir etwa 1000 Kilogramm der roten Früchte geerntet“, sagt Hoffmann, „die Erntehelfer fingen an der Südseite an, in ein paar Tagen werden dann auch die Früchte auf der Nordseite eingesammelt.“ Seine Erzeugnisse liefert der Betrieb zum Beispiel an die Edeka-Märkte in Berlin-Marienfelde und Berlin-Friedrichstraße oder an das Käfer-Restaurant im Reichstag. Versorgt werden auch Hotels und Restaurants. Der größte Teil der Ernte wird jedoch auf dem Gut verkauft. Im hofeigenen Restaurant wird die Erdbeere in verschiedenen Gerichten und Desserts verwendet: für Kuchen, Eis oder in marinierter Form.

„Bisher sind wir zufrieden, denn wir haben unseren Weg gefunden“, sagt der Betriebsleiter. Das Ziel für die Ernte in diesem Jahr sind etwa fünf bis sechs Tonnen Erdbeeren pro Tag. Dabei sollen die Erntemengen so konstant wie möglich sein. „Das hängt natürlich vom Wetter ab. Wir rechnen in zehn bis 14 Tagen mit der Haupternte bis Ende Juni“, so Hoffmann. Neben der Elsanta baut das Spargelgut auch die Sorte Clery an. Ihre glänzenden, orangeroten Früchte sind zeitig reif und besitzen eine gute Festigkeit. „Sie schmeckt aber nicht ganz so süß wie die Elsanta“, sagt der 35-Jährige.

Wetter nicht optimal für Erdbeeren

Das Wetter der vergangenen Wochen war nicht ganz optimal für die rote Frucht: „Trockenheit, Wärme und Wind sind eine schlechte Kombination. Dann schließen sich die Spaltöffnungen der Erdbeere und durch den Wind verdunstet viel Wasser“, sagt Hoffmann. Um die Beeren feucht zu halten, beregnen die Diedersdorfer ihre Flächen. Dafür wurden lange Bewässerungsschläuche auf den Feldern ausgelegt. An heißen Sommertagen wird täglich etwa drei bis vier Stunden lang gewässert.

„Optimal für die Erdbeeren sind kühle Nächte mit Temperaturen von acht bis zehn Grad Celsius und etwa drei bis vier Liter Niederschlag. Tagsüber sollten es etwa 20 bis 22 Grad Celsius sein“, schildert Hoffmann seine Erfahrungen. Das Optimum wird natürlich nicht immer erreicht, bei schlechterem Wetter brauchen die Früchte mehr Zeit zum Reifen. Auch zu viel Regen ist schlecht für die Erdbeere, denn bei hoher Luftfeuchtigkeit wird die Haut der Frucht weicher, sie schmeckt wässriger und kann sogar verfaulen. „Zum Glück wissen wir, dass es hier bei uns nie eine lange Regenzeit gibt, so leidet die Qualität nicht“, sagt der Betriebsleiter.

Erntehelfer aus Polen und Rumänien

Momentan arbeiten 120 Erntehelfer aus Polen und Rumänien jeden Tag auf den Feldern, um die Erdbeeren zu ernten. Eine normale Schicht geht von sechs bis zehn Uhr, manchmal auch länger, je nach Wetterlage. Die Helfer sind in Einzelappartements direkt auf dem Hof für sechs bis sieben Wochen untergebracht, der Mindestlohn ist Standard. Jeder von ihnen befördert die geernteten Erdbeeren auf eine eigene Palette und hat einen EAN-Code, so dass am Ende genau nachvollzogen werden kann, aus welcher Hand die Beeren stammen.

„Wir wollen so unseren Kunden eine immer gleiche Qualität liefern. Grün oder zu blass sollte die Erdbeere nicht sein. Das sagen wir unseren Helfern dann auch“, erklärt Hoffmann, der in fließendem Polnisch mit der Erntehelferin Luayna Zienkiewicz spricht. Er ist froh, so viel Unterstützung zu haben: „Ohne unsere vielen helfenden Hände würde da alles nicht funktionieren.“ Vom Selbstpflücken der Kunden, wie es manche Höfe anbieten, hält Hoffmann nicht viel: „Dies wird oft nicht sauber durchgeführt, wir machen das systematisch. Zudem sind unsere Beeren relativ teure Dammkulturen.“

Am Ende wird noch eine aufwendige Qualitätskontrolle in der großen Halle auf dem Hof durchgeführt, danach werden die Beeren gewogen und in die 500-Gramm-Schälchen gelegt. Marie-Christin Wedel hat gleich fünf davon mit nach Hause genommen.

Von Melanie Höhn

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Dahme-Spreewald

Wie wichtig sind Ihnen Bio-Lebensmittel?

57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg