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Dahme-Spreewald Japanerin ist Kantorin in Friedersdorf
Lokales Dahme-Spreewald Japanerin ist Kantorin in Friedersdorf
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11:35 08.07.2016
Saiko Yoshida-Mengk an ihrer geliebten Orgel in der Friedersdorfer Kirche. Quelle: Franziska Mohr
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Friedersdorf

„Mit so kurzen Fingern kann man weder gut Klavier, geschweige denn Orgel spielen.“ Diesen Satz musste sich die nur 1,58 Meter große Saiko Yoshida-Mengk in ihrer Kindheit und Jugend unzählige Male anhören. Sie verwunderte es daher auch nicht, dass die Orgelbank in Friedersdorf für sie viel zu hoch war, als sie vor knapp elf Jahren die Stelle der Kantorin im Kirchensprengel Storkow antrat. Nur mit äußerster Mühe reichte sie mit ihren kurzen Beinen bis zu den Fußpedalen, um die Orgelpfeifen so richtig erklingen zu lassen.

Abgeschreckt aber hat dies die geborene Japanerin nicht. Sie entschied sich dennoch für das Klavier und begann in Osaka sogar Orgel zu studieren. „Ihr Klang fasziniert mich bis heute. Bach hat mich schon begeistert, als ich die ersten Orgel-Schallplatten meiner Mutter hörte. Dabei sind bei uns in Japan Orgeln eigentlich nur in großen Konzerthallen anzutreffen“, sagt die 41-Jährige. In Kirchen seien sie kaum zu finden. In Japan gebe es nur etwa ein Prozent Christen. Die Mehrheit sind Buddhisten oder Hinduisten. Ihr Orgel-Professor in Japan studierte einst in Deutschland. Das empfahl er auch Saiko Yoshida, sodass sie mit 24 Jahren nach Bayreuth ging.

Freundliches Miteinander in Friedersdorf

Auf die Kantorenstelle im Kirchensprengel Storkow stieß sie, weil sie zufällig in einer Zeitung die ausgeschriebene Stelle las. Sie bewarb sich und erhielt ihre Chance. Seither lässt die Japanerin, die in Bayreuth zur Christin wurde, die Orgeln in Friedersdorf, Kablow, Storkow und Reichenwalde erklingen. „Schade ist nur, dass manchmal so wenig Besucher zum Gottesdienst kommen, dass wir uns eher in einem kleinen Kreis um das Keyboard scharen, anstatt die Orgel erklingen zu lassen“, sagt die zierliche Frau. Ansonsten aber sei sie in all den Jahren in Friedersdorf sehr freundlich aufgenommen worden. Möglicherweise liegt dies auch daran, dass ihr Mann ursprünglich aus Storkow stammt, wo sie anfänglich direkt neben der Kirche auch wohnte. Fremdenfeindlichkeit, vor der sie in Bayreuth bezüglich der östlichen Landesteile gewarnt wurde, ist ihr hier noch nicht begegnet.

Yoshida-Mengk leitet den Kirchenchor

Auch mit den etwa 20 Mitgliedern des Friedersdorfer Kirchenchores, den sie seit knapp fünf Jahre leitet, verbindet sie ein harmonisches Verhältnis. Nur leider mangelt es an Nachwuchs, vor allem Männerstimmen sind eine Rarität. Wer Lust hat, mitzusingen, ist freitags ab 18 Uhr in der Friedersdorfer Kirche willkommen. Der Chor verfügt inzwischen über ein Repertoire, das sich von Kirchen- und Volksliedern bis zu „Abba“-Titeln und dem berühmten „Grünen Kaktus“ erstreckt. Yoshida-Mengk leitet auch den 40 Mitglieder zählenden Chor der deutsch-japanischen Gesellschaft in Berlin. Zudem lässt die Kirchenmusikerin mit Solokonzerten beispielsweise im Fürstenwalder Dom oder in Frankfurt (Oder) aufhorchen.

Die vielen Seen und Wälder mag Saiko Yoshida-Mengk in Brandenburg. An eines hat sich die Mutter einer kleinen Tochter aber noch immer nicht gewöhnt – den fehlenden Service und die manchmal völlig unbegründete Unfreundlichkeit so mancher Mitmenschen. „Das erschreckt mich einfach“, sagt die Japanerin mit einem freundlichen Lächeln.

Von Franziska Mohr

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