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Dahme-Spreewald Jazzsommer endet fulminant
Lokales Dahme-Spreewald Jazzsommer endet fulminant
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10:05 25.07.2016
Umwerfend: Uschi Brüning (l.) und Jacqueline Boulanger. Quelle: Heidrun Voigt
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Schulzendorf

Wenn das kein Abschluss nach Maß war. Mit einem fulminanten Konzert haben die „Modern Soul Band“ (MSB) mit den Gästen Uschi Brüning, Jacqueline Boulanger und Ernst-Ludwig Petrowsky am Samstag den zehnten Schulzendorfer Jazzsommer beendet. Dass Hochkarätiges geboten wird, hat sich herumgesprochen. Lange vorher war das Konzert in der Patronatskirche ausverkauft. Es waren Musiker am Werk, denen der Soul regelrecht durch die Adern pulsiert. „Mit dem Jazz habe ich es nie so eng gesehen. Wir hatten Tango, Klezmer und Weltmusik dabei. Und ohne Soul und Funk gäbe es keinen Jazz“, meinte Organisator Ronald Mooshammer.

Die Musiker infizierten bereits nach wenigen Takten das Publikum mit starken, groovigen Klängen. Die Bläser – Ferry Grott (Trompete), Mercedes Wendler (Saxofon) und Dagobert Darsow (Posaune) – spielten energiegeladen und virtuos. Sänger Dirk Lorenz wickelte mit seinem Temperament das Publikum ruckzuck um den Finger. Die Band, die 1968 gegründet wurde und in der DDR als einzige Soul und Jazzrock spielte, präsentierte ihre Klassiker wie „Himmel und Hölle“ sowie jüngere Kompositionen und Soul-Standards. Bei James Browns legendärer „Sex Machine“ forderte Lorenz zum Mittanzen auf. Die Besucher tanzten, dass die Kirche wackelte.

Die Modern Soul Band eroberte das Publikum im Nu. Quelle: Heidrun Voigt

Die Gäste von MSB setzten noch eins drauf. Uschi Brüning und Jacqueline Boulanger sangen einfach umwerfend. Brüning, die Grande Dame des deutschen Jazz, faszinierte mit ihrer in allen Klangfarben beseelten Stimme. Den Jazz-Standard „Georgia on my mind“ interpretierte sie zum Heulen schön. „So lange es mich gibt, werde ich ,Georgia’ singen“, kündigte sie den Titel an. Jacqueline Boulanger, eine Sängerin afro-französischer Abstammung, überzeugte mit ihrer samtig angerauten Stimme. In den Duetten mit Brüning war sie auf Augenhöhe. Voller Lebendigkeit und Leidenschaft sangen die beiden beispielsweise James Taylers „You’ve got a friend“. Auf dem Weg über die Bühne zu seinem Stuhl musste sich Ernst-Ludwig Petrowsky auf einen Stock stützen. Aber als die 83-jährige Jazzlegende in sein Altsaxofon blies, war sein Sound kraftvoll und energiegeladen. In der „Modern Soul Band“ gehören Keyboarder Hugo Laartz und Posaunist Dagobert Darsow zum MSB-Urgestein.

Nach fast drei Stunden mitreißenden Soul und Jazz entließen die Musiker ihr begeistertes Publikum. „Es hat mir sehr gut gefallen. Die beiden Sängerinnen waren nach meinem Geschmack“, sagte die Zeuthenerin Sabine Zielsdorf, die mit ihrem Mann Jörg alle vier Konzerte besucht hatte. Das Paar schätzt auch die familiäre Atmosphäre in der Kirche. Ronald Mooshammer war sehr zufrieden mit dem Jazzsommer 2016: „Es waren durch die Bank sensationelle Konzerte.“ Das Programm fürs nächste Jahr hat er übrigens fast fertig. Volker Abel vom Vorstand des Vereins zur Wiederherstellung der Patronatskirche und des Dorfangers, der als Veranstalter der Jazzreihe auftritt, bedankte sich, „dass Ronald Mooshammer unsere Kirche weit über die Grenzen bekannt und zum Mekka des Jazz’ gemacht hat“.

Von Heidrun Voigt

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