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Jörg Glase geht in den Ruhestand

Stadtplanung Königs Wusterhausen Jörg Glase geht in den Ruhestand

Der erste Arbeitstag von Stadtplaner Jörg Glase im September 1990 begann mit einer mittleren Katastrophe. Urplötzlich bestand nämlich ein Einstellungsstopp. Geblieben ist er bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand am Ende dieser Woche letztlich aber über 25 Jahre. Dabei hinterließ er nicht nur unzählige Pläne, sondern auch Spuren.

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Stadtplaner Jörg Glase an seinem Lieblingsplatz – dem Funkerberg mit dem Museum.

Quelle: Franziska Mohr

Königs Wusterhausen. Geradezu amüsiert schaut Stadtplaner Jörg Glase auf seinen ersten Arbeitstag im September 1990 in der Stadtverwaltung in Königs Wusterhausen zurück. Dass er dort bis zu seinem Ruhestand am Freitag einmal mehr als 25 Jahre ein- und ausgehen würde, hätte er wahrlich nicht gedacht.

Die ersten Stunden von einst umreißt Glase mit den Worten: „Eine einzige Katastrophe.“ Was war geschehen? Der erste Nach-Wende-Bürgermeister, Georg Lüdtke (SPD), hatte einen Tag zuvor einen Einstellungsstopp verhängt, so dass er Glase kurzerhand mitteilte, dass er zwar eine Zusage vom damaligen Stadtrat Wieland Klingler habe, er ihn jetzt aber leider nicht mehr einstelle könne. Er besitze aber gute Kontakte zum Arbeitsamt und könne da sicher vermitteln. Glase war baff und wandte sich an Klingler. Letzterer meinte, er solle erst einmal einen Kaffee trinken, er kläre das inzwischen. Und tatsächlich, nach einigen Minuten kam sein künftiger Chef mit dem unterschriebenen Arbeitsvertrag aus dem Büro des Bürgermeisters. Damit war im Bauamt ein Duo geboren, das sich über Jahre bewährt hat.

Noch heute ist der in Dresden studierte Architekt und Stadtplaner für die in der Goldgräber-Zeit Anfang der 90er Jahre gewährte Unterstützung durch die Partnergemeinde Hückeswagen unweit von Köln dankbar. Auf Einladung verbrachte er dort gemeinsam mit Klingler im November 1990 eine ganze Woche, in der er eigenen Angaben zufolge „unglaublich viel lernte“.

Bis 1990 kannte der einstige Treptower Glase in Königs Wusterhausen eigentlich nur den damaligen Trabbi-Laden (heute Fahrrad-Wenzel) und das Strandbad in Neue Mühle. Heute hingegen ist ihm in dieser Stadt auch die kleinste Ecke vertraut, gingen doch inzwischen B-Pläne in dreistelliger Anzahl durch seine Hände. Das galt für die einstige Musterhaus-Ausstellung in Deutsch Wusterhausen ebenso wie für zahlreiche Wohngebiete und den etwa 100 Hektar großen Königspark. Bei Letzterem platzten diverse Luftblasen. Dort war einst von gigantischen Gewerbeansiedlungen, einer Top-Schule und gar einem modernen Gerätehaus der Feuerwehr die Rede. „Heute nach der Pleite des damaligen Investors weiß man, dass es damals wohl besser gewesen wäre, erst einmal kleinere Brötchen zu backen“, sagt Glase. Umso mehr freut er sich über Geschaffenes in der Stadt. Ganz oben auf seiner Liste steht der Bahnhof, um deren Umbau sein Team Jahre gekämpft hat. Zu den Erfolgsgeschichten gehören auch die Umsiedlung von Diepensee sowie die Gestaltung der Mühleninsel und des Aalfangs. Zur Entwicklung der Innenstadt begleitete Glase unzählige Konzepte. „Schon mit dem Bau der Sparkasse haben wir hier ein Stückchen verschenkt“, sagt er. Bis heute unverständlich ist dem Stadtplaner auch, warum die Konsumgenossenschaft als Eigentümer das Image des Bauernkaufhauses nie tatsächlich aufgenommen hat. Gemeinsam mit der Agrargenossenschaft in Mittenwalde (Mag) hätte der Konsum dort doch Glase zufolge den idealen Frischemarkt in der Region etablieren können.

Stolz ist der Stadtplaner auf die Wohnanlage am See in Zernsdorf, die auf dem Areal des einstigen Schwellen- beziehungsweise Betonswerks entstand und entsteht.

Seine besondere Liebe aber galt dem Funkerberg, über dessen Kauf durch die Stadt er sich noch heute freut. Dem dort geplanten Technologiepark räumt er gute Chancen ein. Auch bezüglich der Sanierung des Sendehauses I mit dem Museum ist er optimistisch. Dort will er künftig übrigens einen Teil seiner neu gewonnenen Freizeit verbringen. Den Mitgliedsantrag für den „Förderverein Sender KW“ hat er in dieser Woche unterschrieben. Ehrenamtlich will er dort das riesige Fotoarchiv des Vereins auf Vordermann bringen sowie auch die eine oder andere Führung durch das Museum gestalten. Und eines will der Stadtplaner in seinem Ruhestand ausleben – seine unbändige Reiselust. Nachdem es ihn schon nach Indien, zum Himalaya und nach Vietnam verschlagen hat, soll es in diesem Jahr nach Kanada gehen.

Von Franziska Mohr

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