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Jubiläum in der Müllaufbereitungsanlage

Niederlehme Jubiläum in der Müllaufbereitungsanlage

Seit zehn Jahren wird der Müll aus Teltow-Fläming, dem nördlichen Teil des Landkreises Dahme-Spreewald und dem Kreis Oder-Spree in der mechanisch-biologischen Stabilisierungsanlage in Niederlehme aufbereitet. Dabei war der Start mehr als holprig. Am Wochenende wird das Jubiläum offiziell gefeiert.

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Der angelieferte Müll wird zunächst im sogenannten Bunker zwischengelagert.

Quelle: Gerlinde Irmscher

Niederlehme. Müll entsorgen ist an sich ja ganz einfach. Mülltonne auf und rein damit. Doch wie geht es danach mit dem ungeliebten Abfall weiter? Seit mittlerweile zehn Jahren wird der Müll aus Teltow-Fläming, dem nördlichen Teil des Landkreises Dahme-Spreewald und dem Kreis Oder-Spree in der mechanisch-biologischen Stabilisierungsanlage (MBS) in Niederlehme aufbereitet. Aus diesem Anlass öffnet das Recyclinggelände am Sonnabend, zwischen 10 und 14 Uhr, seine Türen für interessierte Besucher. Heute bereits werden Brandenburgs Umweltminister Jörg Vogelsänger, LDS-Landrat Stephan Loge (SPD) und sein Kollege aus Oder-Spree Manfred Zalenga (parteilos) zu einer Präsentation der Anlage erwartet.

Auf verschiedenen Ebenen wird der Müll sortiert und weiter verarbeitet

Auf verschiedenen Ebenen wird der Müll sortiert und weiter verarbeitet.

Quelle: Gerlinde Irmscher

Der Müll durchläuft während der Aufbereitung mehrer Schritte

Das Besondere an der Anlage in Niederlehme ist der spezielle biologische Trocknungsprozess. Nachdem der angelieferte Müll zerkleinert wurde, kommt er in eine sogenannte Rottebox. Spezielle Mikroorganismen erwärmen den Müll. Ein Ventilator sorgt dafür, dass Feuchtigkeit entweichen kann. „Nach sechs Tagen ist der Müll so gut wie trocken“, erklärt Mario Kirsch, Verbandsvorsteher des Zweckverbandes Abfallbehandlung Nuthe-Spree (ZAB). Nun kann die mechanische Aufbereitung beginnen. Der Müll wird gesiebt und sortiert, metallische werden von nicht metallischen Stoffen getrennt und schwere von leichten. Die leichten Bestandteile werden anschließend als Brennstoffe in Form von Pellets zur Energieerzeugung verwendet. Schwere Bestandteile, sogenannte Inertstoffe wie Steine, Glas und Keramik werden im Straßenbau eingesetzt.

Verbandsvorsteher Mario Kirsch

Verbandsvorsteher Mario Kirsch.

Quelle: Danilo Hafer

„Während der gesamten Aufbereitungskette läuft die Anlage im Automatikprozess“, erklärt Mario Kirsch. Ohne Menschen geht es dennoch nicht. 33 Mitarbeiter kümmern sich im Drei-Schicht-System um den reibungslosen Ablauf. „Von größeren Havarien sind wir glücklicherweise verschont geblieben“, berichtet Kirsch. Nur im Jahr 2008 habe es einen Brand im Zerkleinerer gegeben. Auslöser war eine nicht entleerte Sprayflasche.

50 Millionen Euro wurden in die Anlage investiert

Dass die Anlage überhaupt existiert, hat vor allem einen Grund: Ab dem 1. Juni 2005 durften unbehandelten Abfälle nicht mehr auf Deponien gelagert werden. Daher gründeten der Südbrandenburgische Abfallzweckverband und der Landkreis Oder-Spree bereist im Jahr 2002 den ZAB. In einer europaweiten Ausschreibung wurde schließlich der Bauauftrag für die Anlage vergeben. Investitionssumme: 50 Millionen Euro. Der Generalunternehmer meldete jedoch Insolvenz an und der Verband stand mit einer halb fertigen Anlage da. „In mühevoller Arbeit haben wir dann andere Unternehmen gefunden, die mit uns den Weiterbau der Anlage realisierten“, so Kirsch.

In mehreren Schritten wird der Restmüll zerkleinert

In mehreren Schritten wird der Restmüll zerkleinert.

Quelle: Gerlinde Irmscher

Am 10. Juli 2006 ging sie schließlich in Betrieb. Seither wurden in Niederlehme rund 1 250 000 Tonnen Restmüll verarbeitet. 2750 Tonnen liefern die Sammelfahrzeuge jede Woche an. „Wir haben eine jährliche Nenndurchsatzleistung von rund 135 000 Tonnen. Ausgelegt ist die Anlage aber für 150 000 Tonnen“, erklärt der Verbandsvorsteher.

Bau eines eigenen Kraftwerks geplant

Demnächst steht dem ZAB womöglich ein größeres Projekt bevor. „Da für die Braunkohlekraftwerke ein Ende absehbar ist, machen wir uns Gedanken, wo wir unsere Brennstoffe absetzen können“, sagt Kirsch. Es gebe bereits Gespräche mit Partnern, über den Bau eines eigenen Kraftwerks. Dafür brauche man allerdings einen guten Standort, am besten in der Nähe eines Industrieunternehmens, das Wärme für seine Produktion benötigt, so Krisch. Konkrete Pläne gebe es aber noch keine.

Von Danilo Hafer

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