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Jugendgefängnis bekommt Neubau

Arrestanstalt zieht zur Polizeiinspektion Königs Wusterhausen Jugendgefängnis bekommt Neubau

Die brandenburgische Jugendarrestanstalt zieht in einen Neubau - ganz in der Nähe der Polizeiinspektion. Das Gebäude soll fünf Millionen Euro kosten und Platz für 17 Straffällige bieten.

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Quelle: Andreas Kämper

Königs Wusterhausen. Zu idyllisch soll’s nicht werden, Lutz Franzke muss das mit aller Mühe betonen. Königs Wusterhausens SPD-Bürgermeister steht auf einer lichten Anhöhe, umringt von Bäumen. An dem Fleckchen freier Natur soll die neue Jugendarrestanstalt des Landes Brandenburg entstehen, nur wenige Meter hinter der Polizeiinspektion in der Köpenicker Straße.
Gestern stellte Franzke gemeinsam mit seinem Parteigenossen Klaus Ness, Landtagsabgeordneter für die Region, und dem zuständigen Abteilungsleiter im Justizministerium, Manfred Koldehoff, den neuen Standort für die Jugendarrestanstalt vor. Das große Aufgebot war nötig, hatten doch Stadt und Land jahrelang über den Neubau der landesweit einzigen derarten Einrichtung und ihren Standort debattiert.
Zur Erkundungsdelegation gehörte auch Sigrid Floderer. Die Jugendrichterin leitet die Jugendarrestanstalt, die derzeit noch ein paar Meter weiter in grauen Interimscontainern untergebracht ist und dort 17 Plätze bietet. In den mit 5,1 Millionen Euro Kosten veranschlagten Neubau sollen künftig bis zu 25 Jugendliche einziehen, die einen „Warnschuss“ (Klaus Ness) brauchen. Leiterin Floderer sprach ohne zu spaßen von einem „Schnupperkurs Freiheitsentzug“. Jugendarrest – bis zu vier Wochen ohne Familie, Freunde und Handy – ist tatsächlich eine ernste Angelegenheit.
Wer mehrmals beim Klauen erwischt wird, andere in Prügeleien verletzt oder Wände beschmiert, wird von den Jugendrichtern in den Arrest geschickt. „Ein blaues Auge kann zu drei Wochen Arrest führen“, sagte Floderer. Mit etwa der Hälfte seien Diebstähle die häufigsten Delikte. 60 Prozent der unter Arrest gestellten Jugendlichen sind zwischen 17 und 18 Jahren alt, wie die Einrichtungsleiterin erklärte. Statistisch gesehen ist der „Warnschuss“ Jugendarrest aber eine eher uneffektive Strafe. „Die Rückfallquoten sind zu hoch“, sagte Klaus Ness. Die betroffenen Jugendlichen stehen häufig vor mehreren Problemen: Viele hätten einen Anspruch auf Hartz IV, sie würden aber schon allein daran scheitern, einen Antrag zu stellen, sagte Leiterin Floderer.
Königs Wusterhausen sei wegen seiner zentralen Lage in Brandenburg ideal für den Standort, hieß es einhellig. Zunächst sollte die Jugendarrestanstalt in der Max-Werner-Straße gegenüber des Amtsgerichtes entstehen, das für 14,4 Millionen Euro umgebaut wird. Die Arrestanstalt als Gefängnis-Vorstufe wollte Bürgermeister Franzke aber nicht in der Innenstadt sehen – und setzte sich beim Justizministerium durch.
„Es wird nicht aussehen wie ein Gefängnis“, sagte der Ministerialbeamte Koldehoff über den geplanten Neubau ohne auffällige Mauer oder Gitter vor den Fenstern. Auf dem bewaldeten Hügel soll ab 2014 ein in den Hang hineinreichendes zweigeschossiges Gebäude entstehen, in U-Form und mit einem Ballspielfeld. Neben Bäumen muss dafür auch ein alter Bunker weichen. Zu DDR-Zeiten hatte das Volkspolizeikreisamt dort Waffen untergebracht.

Von Bastian Pauly

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