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Kahlschlag sorgt für Kritik

Waldbewirtschaftung in Zeuthen Kahlschlag sorgt für Kritik

Mehrere Waldflächen in der Gemeinde Zeuthen sind in den vergangenen Wochen von Wildwuchs befreit worden. An manchen Stellen wurde der Wald massiv gelichtet. Das sorgt nun für Kritik bei Gemeindevertretern und Bürgern.

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Auf insgesamt 30 Flächen erstreckt sich der Wald der Gemeinde Zeuthen. An der Miersdorfer Chaussee und an der Grundschule wurden die Bestände massiv gelichtet.

Quelle: Uta Schmidt

Zeuthen. Dass die Gemeinde Zeuthen Waldbesitzerin von insgesamt 150 Hektar ist, wurde vielen Bürgern in den vergangenen Wochen vor Augen geführt. An der Miersdorfer Chaussee, der Moselstraße, der Grundschule am Wald und am Hankelweg kreischten die Motorsägen, wurde zum Teil mit Großgerät dem Wildwuchs zu Leibe gerückt. „Das Ziel der Waldbewirtschaftung ist ein gesunder Mischwald. Dazu ist es nötig, den Licht- und Lufteintrag zu erhöhen. Nur so können wir eine Verjüngung des Bestandes und das Nachwachsen des Waldes erreichen“, erklärte Forstingenieur Oliver Franck den Mitgliedern der Gemeindevertretung.

Diese hatten sich über den Kahlschlag vor allem auf der Waldfläche an der Grundschule gewundert, wo eigentlich ein „motormanueller Einsatz“ zur Flächenschonung und Lärmminimierung geplant war. Gemeindevertreter Jons Reif (Grüne) kritisierte den massiven Eingriff, der von dem Forstingenieur gesteuert worden sei – beauftragt von der Gemeinde. „Das ist für uns ein sensibles Thema. Die Vorgehensweise hätte mit uns abgesprochen werden müssen.“ Auch der Naturschutzbeirat sei darüber nicht informiert gewesen. Uwe Bruns (Grüne) ergänzte: „Es sind Verstümmelungen an den alten Buchen entstanden, weil die Maschinen nicht ohne Probleme durch die Gassen durchkamen. Das kann zu Pilzeintrag führen.“

Auch Bürger kritisierten den zum Teil unschönen Anblick der Forstfläche mit liegengebliebenem Astwerk. Die Schulkinder könnten dort nicht mehr spielen. Franck entgegnete, dass aufgrund des engen Zeitfensters der Forstarbeiten in den Winterferien eine „maschinelle Ernte“ auf dem Waldstück nötig gewesen sei. „Die Maßnahme an der Schule war seit drei Jahren geplant. Hier musste jetzt gehandelt werden, weil der Bestand seit über 20 Jahren nicht mehr bewirtschaftet wurde. Mit der Folge, dass sich viel zu kleine Baumkronen entwickelt haben. Ich musste so handeln.“ Auch ihm liege der Wald in Zeuthen am Herzen. Dieser sei aber wegen der zahlreichen Flächen nicht einfach zu bewirtschaften.

Auch im Wald am Hankelweg sind in diesen Tagen Arbeiten angesetzt. Diese Forstfläche wurde vor fünf Jahren als Mischwald neu bepflanzt. Franck erläuterte, dass ein Mischwald regelmäßig aktiv bearbeitet werden müsse, damit dieser stabil heranwachsen könne. Auch im Waldstück an der Miersdorfer Chaussee fielen in den vergangenen Tagen Bäume, zahlreiche junge Kiefern wurden „frei“ gestellt, damit diese zum attraktiven Wald heranwachsen können. Ziel der Gemeinde ist nicht nur die Entwicklung und Bewahrung des Waldes auf 30 Teilflächen als Erholungs- und Grünzonen, sondern auch der Bewirtschaftung mit dem Ziel von Ertragseinnahmen. Insgesamt 24 000 Euro fließen pro Jahr aus dem Holzverkauf dem Gemeindehaushalt zu. 9000 Euro werden in Zeuthen pro Jahr für die Nachpflanzung ausgegeben. Geschlagen werden in diesen Tagen Kiefern, Traubeneichen, Robinien, Lärchen und andere Baumarten. Der Naturschutzbeirat der Gemeinde entwickelt derzeit ein Naturleitbild mit dem Ziel, Prioritäten von Maßnahmen beim Waldumbau- und bei der Waldbewirtschaftung festzulegen.

Von Uta Schmidt

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