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Dahme-Spreewald Kaiserbahnhof öffnet in zwei Jahren
Lokales Dahme-Spreewald Kaiserbahnhof öffnet in zwei Jahren
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00:19 27.08.2017
Beeindruckende Pracht: Wenn alles klappt, kann der Kaiserbahnhof 2019 als Café, Ausstellungsort und Außenstelle des Standesamtes eröffnet werden. Quelle: Karen Grunow
Halbe

Es sieht gut aus für den Kaiserbahnhof in Halbe, sehr gut sogar: Peter Mackys weiteres Bauvorhaben erhielt vom Spreewaldverein, der die Auswahl der zu fördernden Projekte durch das EU-Programm Leader trifft, ein positives Votum. Nun musste der konkrete Förderantrag beim Landesamt für Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung (LELF) in Luckau eingereicht werden. Wird dort alles abgesegnet, kann für den geplanten Neubau neben dem denkmalgeschützten Kaiserbahnhof alles in die Wege geleitet werden.

„Anfang Oktober soll dazu die Rückmeldung kommen“, erzählt Peter Macky. „Im Frühling werden wir wieder anfangen“, ist das Ziel für die noch ausstehenden Arbeiten. Wenn das alles so klappt und der endgültige Bescheid des LELF vorliegt, könnte der Kaiserbahnhof 2019 offiziell wiedereröffnet werden. Dann als Bau, in dem es Gastronomie gibt, Raum für Seminare ist, Ausstellungen stattfinden können und außerdem eine Außenstelle des Standesamtes des Schenkenländchens eingerichtet wird. Peter Macky schwebt der 14. August 2019 für ein großes Eröffnungsfest vor. „Das wäre der zehnte Jahrestag meiner ersten Begegnung mit dem Bahnhof“, erklärt er.

Peter Macky gehört der Kaiserbahnhof. Quelle: Karen Grunow

Kaiserbahnhof war Zufallsfund

Seit 2010 ist der Neuseeländer Besitzer des nun dank ihm wieder prunkvollen Gebäudes, das 1865 als Empfangsgebäude für die Hofjagdgesellschaft des damaligen preußischen Königs und späteren Kaisers Wilhelm I. eröffnet wurde. Zufällig war Macky auf dem Weg nach Dresden daran vorbeigeradelt. Damals war der Bau längst ungenutzt, seiner ursprünglichen Funktion als Bahnhofsbau war er bereits früh enthoben worden; schon nach dem Ersten Weltkrieg wurden hier erste Wohnungen eingerichtet. Seit 1994 stand der einstige Prachtbau des Baumeisters August Orth vollends leer.

Es sollte noch bis 2014 dauern, bis Peter Macky tatsächlich die richtigen Leute um sich gescharrt hatte, um dem denkmalgeschützten Bau seinen einstigen Prunk wiederzugeben. Von Anfang an an seiner Seite ist der Halber Willi Schwabe, seit 2014 ebenso der Architekt Stefan Zappe mit seinem Team, restauriert wurde der Bahnhof dann durch das renommierte Restauratorenkollektiv Schwarzer/Ricken, die in Denkmalpflegeprojekten sehr erfahrene Landschaftsplanerin Christa Ringkamp entwarf ein Konzept für die noch anstehende Umgestaltung der Außenflächen.

Bis zu 250 000 Euro Leader-Förderung

Während es für öffentliche Vorhaben keine Grenze gibt bei den jeweiligen Leader-Fördersummen, können Privatpersonen bis zu 250 000 Euro beantragen. Doch auch hier gelten natürlich dieselben Bedingungen, dass diese Projekte nachhaltig sein müssen. Arbeitsplätze sollen entstehen, es muss für die Region touristisch und als Lebensort aufwertend sein. Für Peter Macky jedenfalls ist klar: „Ohne diese Förderung kann ich das nicht fertigstellen.“ Die ganze Antragsprozedur sei sehr aufwendig gewesen, berichtet Architekt Stefan Zappe. Noch sind einige Unterlagen nachzureichen, da werde gerade intensiv dran gearbeitet, sagt er. Für den Neubau, in den Küche und Toiletten und ein kleiner Ausschank integriert werden sollen, hat er sich von Max Dudlers Stampfbeton-Besucherzentrum auf der Sparrenburg in Bielefeld inspirieren lassen. Entstehen wird er anstelle eines mittlerweile abgerissenen Toilettenhäuschens, dessen Erwerb von der Deutschen Bahn für Peter Macky und seine vielen Unterstützer wohl der aufwendigste Akt der ganzen jüngeren Kaiserbahnhof-Geschichte war.

Nach wie vor plant Peter Macky auch ein herrschaftliches Essen, das an ein Kaiserdiner am 15. Dezember 1876 in seinem Bahnhof angelehnt sein wird. Gerade lässt er Nachfahren der damaligen illustren Gäste suchen, hat schon erste Kontakte bis nach Kanada aufgebaut. Er will sie dann alle nach Halbe locken, auf die Plätze ihrer Vorfahren setzen und das gleiche Menü wie bei Kaiser Wilhelm I. anbieten. Vorgesehen hat er dieses Gelage für den 15. Dezember 2018. Außerdem arbeitet Macky an einem Buch über seinen Bahnhof.

Von Karen Grunow

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