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Kameraden rückten zu 653 Einsätzen aus

Stadt Königs Wusterhausen: Feuerwehrbilanz 2015 Kameraden rückten zu 653 Einsätzen aus

Die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Königs Wusterhausen mussten 2015 zu insgesamt 653 Einsätzen ausrücken, fast 150 mehr als ein Jahr zuvor. Besonders gefragt waren mit 440 Fällen ihre Fähigkeiten und Kenntnisse bei technischen Hilfeleistungen. Die Feuerwehrleute befreiten 87 Menschen aus brenzligen Situationen, für acht allerdings kam jede Hilfe zu spät.

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Im ehemaligen Sportzentrum in Uckley brannte im August diese leerstehende Gaststätte mit Kegelbahn komplett aus.

Quelle: Feuerwehr

Königs Wusterhausen. Ein bisschen aufgeregt war Stadtbrandmeister Dietmar Rechenberg schon, als er in der jüngsten Sitzung des Stadtparlaments an das Rednerpult trat, um die Bilanz der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Königs Wusterhausen vorzutragen. Nach fast 25 Jahren in diesem Amt ist dies Routine, so ganz aber eben doch nicht. Schließlich trug der gelernte Mechaniker den Abgeordneten diesen Report letztmalig vor. Anfang Juli geht er nach mehr als 40 Dienstjahren in „seiner“ Feuerwache in der Köpenicker Straße in den Ruhestand.

Sein erster Einsatz verschlug ihn 1973 nach Kablow, wo bei eisiger Kälte ein Kesselwagen umgekippt war und das Öl zum Schutz des Grundwassers abgepumpt werden musste. An dieses Ereignis erinnerte er sich ganz sicher, als er jetzt den Stadtverordneten berichtete, dass unter den insgesamt 653 Einsätzen des vergangenen Jahres (2014: 504 Einsätze) auch eine Alarmierung aufgrund einer Havarie mit Kesselwagen in Kablow war. Ansonsten wurden die operativen Einsatzkräfte der Stadt zu 440 technischen Hilfeleistungen gerufen, wobei allein 111 Sturmschäden betrafen. Als besonders brenzlig ist den Kameraden die durch das Miersdorfer Werder sowie Niederlehme ziehende Windhose in Erinnerung. Dabei trug auch ein Wohnhaus erhebliche Schäden davon.

Einsatzstatistik

Insgesamt 653 Einsätze stehen im Jahresbericht 2015 der Freiwilligen Feuerwehr Königs Wusterhausen mit den Ortswehren Diepensee, Kablow, Königs Wusterhausen, Niederlehme, Senzig, Wernsdorf, Zeesen und Zernsdorf.

106 Brände mussten die Feuerwehrleute der Stadt im vorigen Jahr bekämpfen, darunter elf Großbrände.

440 Mal war die technische Hilfeleistung der Kameraden gefragt.

87 Personen konnten die Feuerwehrleute aus lebensbedrohlichen Situationen retten, während bei acht Menschen jede Hilfe zu spät kam.

203 operative Einsatzkräfte sind im gesamten Stadtgebiet registriert, darunter 24 Frauen. Die Kernstadt verfügt über 48, Diepensee 17, Kablow 11, Niederlehme 26, , Senzig 30, Wernsdorf 11, Zeesen 35 und Zernsdorf 25.

Die Jugendfeuerwehr umfasst 104 Mitglieder, die Ehrenabteilung 58.

Oft sehr schmerzlich und nicht selten tragisch verlaufen die Einsätze bei Verkehrsunfällen. Hier konzentrieren sich auch fast all die Geschehnisse, bei denen im vorigen Jahr für acht Menschen jede Hilfe zu spät kam. Sie konnten nur noch tot geborgen werden. Besonders in Erinnerung geblieben ist Rechenberg ein Unfall unweit des Schönefelder Kreuzes im Februar vorigen Jahres. Bei Temperaturen um null Grad kollidierten dort auf einer Länge von 700 Metern sechs Fahrzeuge, wobei eine Frau im Auto eingeklemmt wurde.

Die Einsatzstatistik 2015 weist 106 Brände aus, wovon sich 19 auf Wohnungs-, zehn auf Fahrzeug- und 13 auf Waldbrände beziehen. In Zeesen brannte ein komplettes Wohnhaus ab. Die Brandursache wird von der Staatsanwaltschaft noch ermittelt. Zu den Großbränden gehörte auch das Feuer in der ehemaligen Sportstätte in Uckley, dem die ehemalige Klubgaststätte und die Kegelbahn zum Opfer fielen. Im Stadtgebiet wurden 2015 auch 50 Fehlalarme verzeichnet, von denen fast zwei Drittel durch Brandmeldeanlagen ausgelöst wurden.

Rechenberg lobte das unermüdliche Engagement vor allem der ehrenamtlichen Feuerwehrleute. Stillstand werde weder bei den hauptamtlichen noch bei den ehrenamtlichen Kräften geduldet. Belegt wird das eindrucksvoll davon, dass insgesamt 263 Kameraden an einem oder gar mehreren Lehrgängen beispielsweise zum Atemschutz oder zur technischen Hilfeleistung teilnahmen. „Allein im vergangenen Jahr haben die Kameraden weitgehend in ihrer Freizeit exakt 5968 Stunden an Lehrgängen teilgenommen“, lobte der Stadtbrandmeister den Einsatz der Kameraden.

Von Franziska Mohr

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