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Dahme-Spreewald Kapazität erschöpft – Turnhallen als Asyl
Lokales Dahme-Spreewald Kapazität erschöpft – Turnhallen als Asyl
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22:34 17.09.2015
Landrat Stephan Loge (m.). Quelle: Gerlinde Irmscher
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Luckau

Wahrscheinlich ist es nur noch eine Frage von Tagen, bis die erste Turnhalle in Dahme-Spreewald zur Notunterkunft für Flüchtlinge umgerüstet wird. Und wahrscheinlich wird es eine Turnhalle in Königs Wusterhausen werden. Das hat Landrat Stephan Loge (SPD) am Mittwochabend auf einer Sitzung des Kreisausschusses in Luckau bekanntgegeben. Man habe entschieden, in der kommenden Woche einen Notfallplan einzuleiten, sagte Loge. Allerdings arbeite die Kreisverwaltung weiter mit Hochdruck an einer alternativen Lösung. Loge: „Ich hoffe noch, dass wir noch eine Immobilie finden, mit der wir die Notlösung abwenden können.“

Die Lage im Landkreis wird derweil immer prekärer. Inzwischen erreichen pro Monat im Schnitt 230 Asylbewerber den Landkreis. 60 Unterbringungsplätze sind aktuell noch frei, es ist unklar, ob diese überhaupt noch bis Ende kommender Woche reichen. Der Landrat hat deshalb dieser Tage in seiner Verwaltung eine Task-Force eingerichtet, eine spezielle Arbeitsgruppe, die sich nur mit der Akquise von Grundstücken und Objekten beschäftigt, und die auf kurzem Weg Entscheidungen treffen kann.

Zahlen und Fakten

Der Landkreis Dahme-Spreewald muss in diesem Jahr rund 1700 Plätze für die Unterbringung von Asylbewerbern bereitstellen.

Aktuell liegt die Kapazität bei 1171 Unterbringungsplätzen. 1112 davon sind belegt. 770 Flüchtlinge leben derzeit in Gemeinschaftsunterkünften, 351 in Wohnungen.

Pro Woche werden dem Landkreis aus den Erstaufnahmestellen derzeit etwa 60 Asylbewerber zugewiesen. Die Tendenz ist weiter steigend.

Als nächste Unterkunft wird im Oktober das ehemalige Sportzentrum in Uckley mit 80 Plätzen in Betrieb genommen. Im Dezember geht ein Heim in Luckau an den Start.

Auf Angebote der Kommunen könne er dabei inzwischen zwar zurückgreifen, sagt Loge. Leider aber nicht kurzfristig. Mehrmals hatte der Landrat in der Vergangenheit die Bürgermeister in die Pflicht genommen, nach einer Krisensitzung vor Anfang September hätten nun alle Kommunen Grundstücke angeboten. „Aber fast keines davon hilft mir noch in diesem Jahr“, so Loge. In einigen Unterkünften wird gerade geprüft, ob sich dort womöglich noch mehr Menschen auf weniger Platz unterbringen lassen.

Wie sehr die Asylkrise derzeit die Kreisverwaltung belastet, lässt sich am neuen Stellenplan ablesen, den der Verwaltungschef gern vom Kreistag bestätigt haben will. Rund 40 zusätzliche Stellen sollen bis 2016 in der Verwaltung geschaffen werden. Mindestens zehn davon haben direkt und ausschließlich mit der Unterbringung und Integration von Asylbewerbern zu tun, weitere Stellen hängen mittelbar mit dem Thema zusammen. Unter anderem soll es künftig zwei Mitarbeiter geben, die sich nur um Integrationsleistungen kümmern. Außerdem werden neben Mitarbeitern der Ausländerbehörde ein Sozialarbeiter für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, ein zusätzlicher Arzt und ein weiterer Hochbauingenieur benötigt. Die Mehrausgaben für Personal belaufen sich im Jahr 2016 auf insgesamt rund 1,5 Millionen Euro.

Sollte das ILA-Gelände in Schönefeld tatsächlich, wie derzeit von der Landesregierung erwogen, zu einem Drehkreuz für Asylbewerber werden, dann werde das weitere Belastungen für den Landkreis bedeuten. „Wenn es so ist, dann ist es so“, sagte Loge. Der Landkreis wolle aber in jedem Fall einen Ausgleich dafür bekommen.

Von Oliver Fischer

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