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Dahme-Spreewald Kaum Chancen auf dem Arbeitsmarkt
Lokales Dahme-Spreewald Kaum Chancen auf dem Arbeitsmarkt
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14:17 28.05.2015
Immer mehr Flüchtlinge wollen in Deutschland arbeiten. Doch die Hindernisse dafür sind hoch. Quelle: Foto:
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Königs Wusterhausen

Deutsch lernen, eine Arbeit finden, eine Wohnung beziehen: Das hört Christiane Witt immer wieder von jungen männlichen Flüchtlingen, die derzeit in den Wohnheimen im Landkreis Teltow-Fläming darauf warten, dass ihre Asylanträge bearbeitet werden. Witt ist die Integrationsbeauftragte des Landkreises, sie hat täglich mit den Problemen derjenigen zu tun, die vor Bürgerkrieg oder Verfolgung aus ihren Heimatländern geflohen sind.

Doch so elementar die Bedürfnisse der Neuankömmlinge sind, das deutsche System scheint es ihnen schwer zu machen. Eine Studie der Bertelsmann-Stiftung kam jetzt zu dem Ergebnis, dass die lange Dauer der Asylverfahren in Deutschland vielen Flüchtlingen die Integration in den Arbeitsmarkt erschwert. Inzwischen können sich Asylbewerber schon nach drei Monaten Aufenthalt auf Jobsuche machen. Doch vielen Arbeitgebern sei es zu unsicher, Flüchtlinge einzustellen.

Dabei haben viele Unternehmer Interesse an den Asylbewerbern, die häufig mit Berufserfahrung oder Bildungsabschlüssen nach Deutschland kommen. Der in Wildau ansässige Bildungsträger Trainico wird wohl Ende Juni ein Pilotprojekt starten. Sieben Asylbewerber aus dem Heim in Waßmannsdorf sollen auf einen Job am Schönefelder Flughafen vorbereitet werden. Die Flüchtlinge konnten sich bewerben, sie mussten einen Eignungstest bestehen und werden nun so qualifiziert, dass sie am Flughafen Koffer sortieren können.

Trainico ist nicht das einzige Beispiel: „Ich weiß von vielen Unternehmern, die sich vehement für kürzere Verfahrenszeiten bei den Asylanträgen einsetzen und selber Asylbewerber einstellen möchten“, berichtet Thorsten Golm von der Geschäftsstelle der Industrie- und Handelskammer in Schönefeld. „Aber die Asylgesetzgebung ist so unübersichtlich, dass viele Geschäftsführer davor zurückschrecken.“

Ein Befund, den Christiane Witt bestätigt: „Das deutsche Asylrecht ist ein bürokratischer Dschungel, der für alle Beteiligten einen extrem hohen Aufwand verursacht.“ Ob ein Ausländer in Deutschland arbeiten darf, hängt von seinem Aufenthaltsstatus ab. „Die Unternehmer müssten viel besser informiert werden und es bräuchte einen zentralen Ansprechpartner in jedem Bundesland, der genaue Auskünfte geben kann“, sagt Christiane Witt.

Das größte Problem für Flüchtlinge auf Jobsuche sind allerdings mangelnde Deutschkenntnisse – und auch da macht das Asylrecht den Menschen das Leben nicht leichter. Brandenburg ist eines von nur fünf Bundesländern, in denen Flüchtlinge überhaupt Deutschkurse besuchen können, bevor über ihren Asylantrag entschieden ist – und das kann manchmal Jahre dauern. Für Carsten Saß ein Fehler im System: „Wir können doch nicht erst das Asylverfahren bis ins letzte Detail abwarten, bevor wir den Leuten die Sprache vermitteln“, sagt der Sozialdezernent des Landkreises Dahme-Spreewald.

Aber Sprachkurse sind teuer und für die Sommermonate gibt es noch keine Finanzierung vom Land. Darum müssen die Kreise improvisieren, um die vielen Neuankömmlinge unterrichten zu können. Der Landkreis Dahme-Spreewald hat eine Kooperation mit der Technischen Hochschule in Wildau ausgemacht. Und in Teltow-Fläming ist man auf der Suche nach Sponsoren aus der Wirtschaft, um Sprachkurse zu finanzieren.

Saß ist zuversichtlich, dass auch die Bundespolitik erkennt, dass Flüchtlinge von Anfang an Sprachunterricht bekommen: „Für einen Arbeitgeber ist die Sprache einfach das A und O.“ Das Problem: „Wenn man sich auf die Flucht durch die Wüste oder über das Mittelmeer macht, denkt man nicht als erstes daran, seine Zeugnisse mitzunehmen“, sagt Saß.

Ohne Zeugnisse hat man es in Deutschland schwer. Diese Erfahrung macht auch das Ehepaar Fadi Aldarwich und Sherine Abdelrahman, über das die MAZ schon mehrfach berichtete. Die beiden Ärzte leben inzwischen in Luckau in ihrer eigenen Wohnung, beide lernen eifrig deutsch: keine Approbation ohne Sprachnachweis.

Von Martin Küper

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