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Kaum freie Wohnungen für Singles

Wohnungsmarkt in Dahmeland-Fläming Kaum freie Wohnungen für Singles

In der Region Dahmeland-Fläming ist freier Wohnraum knapp. Je größer die Nähe zu Berlin, umso weniger Wohnungen sind verfügbar. Besonders schwer haben es aktuellen Zahlen zufolge Singles und Geringverdiener.

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Günstig, aber seit Jahrzehnten nicht mehr saniert: Im Wohnkomplex Burg in Luckenwalde gibt es noch freien Wohnraum.

Quelle: Margrit Hahn

Dahmeland-Fläming. Abgezogene Holzdielen, hohe Decken, viel Licht und historisches Ambiente verspricht die Wohnungsanzeige auf dem Internetportal Immobilienscout24. 400 Euro kalt für ein Zimmer, Küche, Bad in Königs Wusterhausen – die 43 Quadratmeter große Singlewohnung ist die kleinste, die das Portal aktuell in der Stadt listet. Insgesamt sind dort 31 Wohnungen zu vergeben.

Die Singlewohnung ist auch schon wieder weg, wie Vermieterin Elisabeth von Haebler aus Berlin berichtet. Mehr als 50 Anfragen hat sie für den Quadratmeterpreis von 9,30 Euro bekommen, für einen Mieter entschied sie sich dann nach Sympathie und Glaubwürdigkeit. Der Wohnungsmarkt in der Region ist eng. Vor allem Familien- und Singlewohnungen in den berlinnahen Städten und Gemeinden sind heiß begehrt.

Je ländlicher die Region, desto günstiger die Mietpreise

Wie Landrat Stephan Loge (SPD) sagt, bereite ihm der Mietwohnungsbau derzeit die größten Sorgen. „Ich höre immer wieder von Leuten, die suchen und nur schwer etwas Bezahlbares finden“, sagt er. Mit bezahlbar meine er eine Kaltmiete von etwa fünf Euro pro Quadratmeter – ein Preis, den es in Städten und Gemeinden wie Königs Wusterhausen, Wildau und Zeuthen laut Immobilienscout24 schon vor drei Jahren nicht mehr gab. Dort liegt der Durchschnittpreis derzeit bei mehr als sieben Euro pro Quadratmeter. Je näher an Berlin, umso teuer wird es.

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In Teltow-Fläming sieht es genauso aus. Je ländlicher und entfernter von Berlin, umso günstiger werden die Quadratmeterpreise, erläutert Sozialdezernentin Kirsten Gurske (Linke). Da es Mietwohnungen vor allem in den Städten gibt, kommen kleinere Gemeinden aber ohnehin nicht für Suchende in Frage. Dort finden Familien aber oft noch Möglichkeiten, ein Haus zu kaufen oder zu bauen. Gerade für Geringverdiener oder alleinstehende Flüchtlinge sei das keine Option. Für sie wird die angespannte Lage des Wohnungsmarktes immer problematischer.

Ausreichend Leerstand in unsanierten Plattenbauten

Trotz des Ansturms auf den Wohnungsmarkt gibt es sie noch: günstige Wohnungen für Alleinstehende oder Familien. In Luckenwalde werden auf Immobilienscout24 aktuell 56 freie Mietwohnungen angezeigt, darunter gut ein Dutzend der begehrten Singlewohnungen, zum Teil für Quadratmeterpreise von 5,30 Euro. In Jüterbog sieht es ähnlich aus.

Peter Mann, Leiter des Stadtplanungsamts Luckenwalde, weiß um das Dilemma auf dem Mietmarkt: „Freie Wohnungen in der Stadt sind durchaus zu finden“, sagt er. „Allerdings nicht immer in dem Standard, den die Menschen suchen.“ Beliebt seien sanierte Altbauten, damit ist Luckenwalde nach Angaben von Mann unterversorgt. In unsanierten Plattenbauten gebe es noch ausreichend Leerstand. „Aber da will ja keiner hin – vor allem nicht die Mieter, die aus Berlin zuziehen.“ Und genu dieser Zuzug wäre eine Chance für die Stadt.

Bei kommunalen Wohnungsbaugesellschaften ist es günstiger

Auch bei den kommunalen Wohnungsbaugesellschaften, die selten auf Portalen wie Immobilienscout24 inserieren, sind die Preise niedriger als der Durchschnitt. So kostet der Quadratmeter bei der Zossener Wohnungsbaugesellschaft laut Geschäftsführer Thomas Kosicki fünf Euro kalt. Doch gerade bei diesen Wohnungsgesellschaften gibt es sehr wenig leerstehende, sanierte Immobilien. So hat die Zossener Wohnungsbaugesellschaft schon seit etwa zehn Jahren nur noch vier Prozent Leerstand. „Es ist ein Glücksfall, bei uns eine Wohnung zu bekommen“, sagt Thomas Kosicki. Singlewohnungen gebe es fast gar nicht. Auch aus der Ludwigsfelder Wohnungsgesellschaft Märkische Heimat heißt es, dass der Leerstand seit Jahren abnimmt, Tendenz steigend.

Freie Wohnungen werden aber weiterhin dringend gebraucht: Laut Statistischem Landesamt Berlin-Brandenburg stieg die Bevölkerung in den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres in der Region um 3094 Menschen. Viele von ihnen dürften in Mietwohnungen leben. Laut einer bundesweiten Studie der TAG Immobilien AG bringen die Wohnkosten jeden zweiten Mieter in finanzielle Bedrängnis. Das betreffe nicht nur die Kaltmiete, sondern auch die Nebenkosten.

Von Anja Meyer

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