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Dahme-Spreewald Kein Handwerk ohne Lehrzeit
Lokales Dahme-Spreewald Kein Handwerk ohne Lehrzeit
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00:19 30.10.2017
Marvin Münch, Alexander Neumann, Dennis Schüler, Gheorghe Sillye und Yves Schneider (v.l.). Quelle: Andrea Müller
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Bestensee

Die Firma Neumann Versorgungstechnik in Bestensee bildet kontinuierlich Lehrlinge aus. Das war schon bei Großvater Max Neumann so, wurde von Peter Neumann übernommen und nun vom Junior Alexander Neumann fortgesetzt. Seit 1990 sind es fast hundert junge Menschen, die hier ihren beruflichen Weg begannen. Die meisten wurden nach ihrer Lehrzeit übernommen. Der älteste „Lehrling“, der immer noch in der Firma tätig ist, zählt nun schon 41 Jahre. Für Alexander Neumann ist das keine Seltenheit. Er weiß zu schätzen, dass er selbst mit seinen Leuten den Nachwuchs für das Unternehmen sichert. Anders herum schätzen die Auszubildenden und Ausgebildeten, dass sie hier einen Arbeitgeber gefunden haben, der ihre Leistungen würdigt.

Max Neumann begründete die Firmenphilosophie, nach der es für das Unternehmen immer gut ist, den eigenen Nachwuchs auszubilden. Quelle: Privat

Im ersten Lehrjahr erlernen gerade fünf junge Männer den Beruf zum Anlagenmechaniker für Sanitär, Heizung und Klimatechnik. Im zweiten Lehrjahr ist es ein Azubi, im dritten zwei und im vierten lernt ebenfalls ein junger Mann. Die Ausbildung dauert insgesamt 3,5 Jahre. Die theoretische Ausbildung erhalten die jungen Männer im Oberstufenzentrum (OSZ) Teltow. Zur praktischen Ausbildung und zu den gesonderten Lehrgängen müssen sie bis nach Gallinchen in die Nähe von Cottbus fahren.

Noch keine fertigen Arbeiter

Marvin Münch, Dennis Schüler, Gheorghe Sillye und Yves Schneider gehören zu den Lehrlingen im Betrieb von Alexander Neumann. Gheorghe Sillye aus Bestensee spricht vom handwerklichen Interesse, das er irgendwie schon immer gehabt habe. Yves Schneider, der ebenfalls aus Bestensee ist, meint, es habe ihn interessiert, wo das Wasser hinfließt, das schon benutzt wurde. „Das Abwasser muss ja auch irgendwo hin“, sagt er. Der junge Mann gehört unter den Azubis schon zu den alten Hasen. Aber auch Dennis Schüler hat schon seine eigenen Erfahrungen sammeln müssen. Gute, aber auch weniger schöne.

„Es sind noch keine fertigen Arbeiter“, kommentiert das ihr Chef. Vielmehr gehe es darum, dass sie aus dem, was gut oder schlecht läuft, lernen, den Vorarbeitern auf die Finger schauen und ihren eigenen Stil entwickeln. Auf der Baustelle komme es nicht nur darauf an, die nötigen Handgriffe zu beherrschen, sondern die komplexen Abläufe zu verstehen. „Wir versuchen zu garantieren, dass sie alles durchlaufen, was die Arbeit in der Firma zu bieten hat“, so Neumann. Die Palette reiche vom Einfamilienhaus bis hin zur Großbaustelle. Die jungen Männer bauen am Hotel der Mercedes-Benz-Arena in Berlin mit. Sie arbeiten an 160 Wohneinheiten in Schönefeld, an 380 Einheiten für ein Studentenwohnheim in Lichtenberg und packen in der Kita in Pätz mit zu sowie am Schulanbau in Bestensee.

Handwerk floriert wieder

Vor Jahren gab es kaum Lehrlinge für diesen Beruf. Heute interessieren sich wieder mehr dafür. Die Praktika zum Ende der Oberschule helfen dabei. Bei Alexander Neumann wird auch noch einmal ein einwöchiges Probearbeiten verlangt. „Damit die Jungs sehen können, ob der Job wirklich was für sie ist“, erklärt er. Neumann freut sich, dass das Handwerk wieder floriert und dass der Ausbildung von Handwerkern wieder mehr Wert zugemessen wird. „Kostengünstig ist die Ausbildung nicht, aber sie lohnt sich“, lautet seine Meinung. Er weiß, dass er so immer Leute im Betrieb hat, auf die er zählen kann.

Von Andrea Müller

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