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Kein Tempo 30 auf Bundesstraße

Prieros Kein Tempo 30 auf Bundesstraße

Die Hoffnungen Prieroser wurden wieder enttäuscht. Der Kreis hat es abgelehnt, die B 246 im Ort zur Tempo-30-Zone zu machen. Auch dem Wunsch nach einem Überweg und einer Ampel wurde eine Absage erteilt. Ortsvorsteher Kersten Haase kann darüber nur den Kopf schütteln. Er warnt vor möglichen Folgen.

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Ortsvorsteher Kersten Haase an der B 246 in Prieros.

Quelle: Dietrich von Schell

Prieros. Seit Jahren schon fordert der Ortsbeirat von Prieros, die Verkehrssituation in der Ortschaft zu entschärfen. Die Bundesstraße 246 zerschneidet Prieros in zwei Teile. Es geht vor allem um die Sicherheit von Grundschülern und Senioren. Doch auch den jüngsten Versuch, auf einer Strecke von gut 1500 Metern ein Tempo-30-Limit einzuführen, lehnt das zuständige Straßenverkehrsamt des Landkreises Dahme-Spreewald ab.

Kreis: Umstände haben sich nicht geändert

Die Gemeinde Heidesee hatte am 17. Januar einen entsprechenden Antrag eingereicht. Nach erster Prüfung hätten sich „die entscheidungserheblichen Umstände nicht geändert“, heißt es beim Kreis auf eine schriftliche Nachfrage der MAZ.

Seit 2000 fordern die Anwohner zudem einen Fußgängerüberweg mit Ampel. „Rund Dreiviertel der Bewohner von Prieros leben im Ortskern südlich der B 246. Aber Kita, Schule und Einkaufsmöglichkeiten befinden sich auf der anderen Seite“, beschreibt Ortsvorsteher Kersten Haase die besondere Situation.

Es fehlt ein sicherer Überweg

Einen gesicherten Überweg für den Großteil der Bewohner gibt es nicht, weder für die Senioren, die zum Supermarkt gehen, noch für 200 Kinder, die den Weg täglich nutzen würden. Im Sommer kommen noch die Jugendlichen aus dem Kindererholungszentrum Frauensee dazu, die in Prieros häufig einkaufen. Die Gemeinde Heidesee hatte sich 2014 sogar bereit erklärt, die Kosten von 25 000 Euro selbst zu tragen.

„Es wurden umfangreiche Messungen und Beobachtungen durchgeführt“, wird in dem Schreiben des Landkreises ausgeführt. Aber regelmäßig habe sich die Behörde gegen Überweg und Ampel entschieden.

Muss erst etwas Schlimmes passieren?

Kersten Haase kann die Argumentation nicht verstehen. „Der Verkehr nimmt zu und nicht ab“, sagt er. Autofahrer nutzten die Bundesstraße gerne als Alternative, wenn es auf der Autobahn A 12 zu Staus kommt. Nicht wenige LKW-Fahrer wollten zudem die Maut sparen. „An der Ecke Kolberger Straße ist es im vergangenen Jahr zu drei Verkehrsunfällen gekommen, zwei davon mit leichten Personenschäden“, sagt Haase. „Sollen wir warten, bis ein schwerer Unfall uns Recht gibt?“, fragt er.

Prieros profitiert nicht von neuer Regelung

Zwar ist es seit Juni 2016 leichter geworden, die Autofahrer auf Hauptverkehrsstraßen zum Abbremsen zu zwingen, nachdem die Bundesregierung die Straßenverkehrsordnung geändert hatte. Aber zum Tragen kommt das nur, wenn Schulen, Kitas, Pflegeeinrichtungen oder Krankenhäuser an der Hauptstraße liegen. Das ist in Prieros nicht der Fall, wie das Straßenverkehrsamt konstatiert.

Unfallschwerpunkt muss nachgewiesen werden

Nun bleibt den Prierosern keine andere Möglichkeit mehr, als einen Unfallschwerpunkt nachzuweisen. Das hat in Bestensee – ebenfalls auf der B 246 – dazu geführt, dass die Verkehrsunfallkommission des Landkreises eine Tempo-30-Zone ausgewiesen hat. Die Behörde empfiehlt der Gemeinde Heidesee jedoch, ein „Schulwegsicherungskonzept“ zu erstellen. Kersten Haase winkt ab. „Schon 2005 hat man gesagt, dass Schülerlotsen den Übergang regeln können. Aber was machen wir mit den Senioren, die nachmittags einkaufen gehen?“.

Von Dietrich von Schell

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