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Dahme-Spreewald Kennedy zuvorgekommen
Lokales Dahme-Spreewald Kennedy zuvorgekommen
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16:27 26.07.2013
Antonia Meiners mit einem Foto aus den 1950ern, das jedoch nicht in ihrem Buch enthalten ist: Es zeigt sie im Fasching inWildau. Quelle: Tanja Kasischke
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Berlin

Man nimmt ihr ab, dass der Band fällig war. Nicht zuletzt, weil einige der darin verwendeten Zeitzeugenberichte ihre eigenen sind. Die übrigen hat sie dem Bekanntenkreis abgelauscht, auch Zeuthener Weggefährten, mit denen Antonia Meiners als Lehrmädchen im Wildauer Schwermaschinenbau arbeitete, kommen in dem Buch zu Wort.

Antonia Meiners, geboren 1943, wohnte mit den Eltern und dem jüngeren Bruder in einem Häuschen in der Fritz-Reuter-Straße. "Es stammte aus den 1930er Jahren, wie alle Häuser in der Straße. Und alle sahen gleich aus." Lange ist sie nicht mehr dort gewesen. Der Weg "über das Brückchen, das über den Graben führt", ist ihr aber noch präsent. Umgekehrt erinnern sich einige alte Schulzendorfer vielleicht an die Fahnen, die Meiners' Vater hisste. "Er war ein überzeugter Kommunist", erinnert sich die Tochter. Ein Foto in ihrem Berlin-Band zeigt ihn mit geschulterter Schaufel auf dem Weg zu einem Arbeitseinsatz des "Nationalen Aufbauwerks" an der FrankfurterAlleeimFriedrichshain, die 1952 Stalinallee hieß. Antonia war in ihrer Haltung nie radikal, teilte aber lange des Vaters Ansicht, "dass es normal und richtig war, den Sozialismus aufzubauen. In den 1960er Jahren hatten sich das Verhältnis und die Fronten zwischen Ost und West geklärt und verhärtet, endgültig mit dem Mauerbau. In den Fünfzigern", urteilt sie, "war noch alles offen."

Als Teenager nach West-Berlin zu fahren, erlaubten die Eltern der Tochter nicht. Heimlich stahl sie sich dennoch davon. "Zwei Schüler aus meiner Klasse schwänzten regelmäßig freitags die Schule und fuhren nach Kreuzberg, um die neuesten Filme in den Grenzkinos zu sehen." Nach der zehnten Klasse beendete Antonia Meiners die Mittelschule in Schulzendorf und lernte Industriekauffrau in Wildau. Der Beruf sagte ihr aber nicht zu. Sie schloss die Lehre trotzdem ab und wechselte danach als "grafische Hilfskraft" zur Neuen Illustrierten Berlin. Den Posten vermittelte ihr der Vater. Den Job als Bildredakteurin erarbeitete sie sich im Anschluss selbst und behielt ihn bis 1975. Dann stellte sie einen Ausreiseantrag. Anderthalb Jahre später wurde er gebilligt. Ihr jüngerer Bruder, erzählt die Autorin, sei am Tag des Mauerbaus in Westberlin geblieben. "Zwei Wochen lang ahnte die Familie, dass er nicht zurückkommen würde, aber wir hörten nichts. Dann rief er an. Meine Mutter hatte noch jeden Abend den Tisch für ihn mitgedeckt."

info Antonia Meiners' Band "Berlin in den 1950er-Jahren" ist im Nicolai-Verlag erschienen und kostet 14,95 Euro.

Von Tanja Kasischke

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