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Kiez-Trägerverein feiert 25-jähriges Bestehen

Gräbendorf Kiez-Trägerverein feiert 25-jähriges Bestehen

Eine kleine Gruppe von zehn Enthusiasten wollte der Schließung des ehemaligen Betriebsferienlagers des Berliner Werks für Fernsehelektronik am Frauensee in Gräbendorf nicht tatenlos zuschauen. Sie gründeten 1991 den Verein „Kindererholung Frauensee“ und starteten damit eine nun schon 25-jährige Erfolgsgeschichte.

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Kinder erobern den Wasserspielplatz im Kiez am Hölzernen See.

Quelle: Verein

Gräbendorf. In seiner gradlinigen Art hätte sich Joachim Schneider sicher nur an die Stirn getippt, wenn ihm 1991 jemand gesagt hätte, dass er mit dem „Kindererholungsdorf Frauensee“ einmal der Initiator eines Vereins ist, der aktuell einen Jahresumsatz von 3,1 Millionen Euro erzielt und seit 1992 bereits 2,3 Millionen Übernachtungen verzeichnet. Zudem konnte der Verein bisher nicht nur Gäste aus Städten wie Kiel, Ludwigsfelde oder München, sondern obendrein auch noch aus mehr als 25 Ländern begrüßen. Dabei verfolgte der heutige Geschäftsführer des Kinder- und Jugend-Erholungszentrums (Kiez) am Frauensee damals doch nur ein Ziel: Die Kinder- und Jugenderholung auf dem herrlichen Areal mitten in der Dubrow zu erhalten.

Die langjährigen Geschäftsführer der Kieze am Hölzernen See und am Frauensee, Christine Schilling und Joachim Schneider

Die langjährigen Geschäftsführer der Kieze am Hölzernen See und am Frauensee, Christine Schilling und Joachim Schneider.

Quelle: Franziska Mohr

Was heute so nüchtern klingt, war in den Wendewirren, in denen die Treuhand nahezu alles zum Verkauf anbot, aber alles andere als einfach. Das Werk für Fernsehelektronik wurde abgewickelt und demzufolge im Frühjahr 1991 auch sein ehemaliges Ferienlager in Gräbendorf geschlossen. „Das Inventar wurde spottbillig verscherbelt oder verschwand einfach“, erinnert sich Schneider, der auf diesem Gelände schon seit 1976 Kinderferienlager mit verantwortete. Eine kleine Gruppe von zehn Enthusiasten konnte und wollte diesem Treiben nicht tatenlos zuschauen und gründete daher 1991 auf Schneiders Initiative den Verein „Kindererholung Frauensee“. Ehrenamtlich setzten sie an den Wochenenden die alte, separate Kohleheizung des Gästehauses wieder in Gang und besorgten aus aufgelösten Betrieben und Ferienheimen wieder Tische, Stühle, Lampen, Spielgeräte. 1992 ging der Verein am Frauensee mit den ersten 30 Betten an den Start. „Das wäre heute undenkbar, hatten wir doch lediglich die Erlaubnis des Geschäftsführers des einstigen Trägerbetriebes, des Werkes für Fernsehelektronik, in der Hand“, erinnert sich Schneider schmunzelnd. Im Schnellverfahren erkannte der Landkreis den Verein 1992/93 als freien Träger der Jugendhilfe an.

Start am Hölzernen See weniger holprig

Der Start im Kiez am Hölzernen See verlief nach der Wende mit konstant jährlich etwa 30 000 Übernachtungen – halb so viel wie heute – weitaus weniger holprig. Eine Schließung blieb dem einstigen Ferienlager von Elektrokohle Berlin-Lichtenberg erspart. Als die Treuhand aber auch hier ihre Abwicklungs-Maschinerie in Gang setzte, sprangen die damalige brandenburgische Sozialministerin Regine Hildebrandt (SPD) und der einstige Landrat Hartmut Linke (SPD) in die Bresche. Hildebrandt versprach Linke Rückendeckung aus Potsdam, wenn er die Mitglieder des Kreistages im neu gegründeten Landkreis Dahme-Spreewald überzeugt, die insgesamt 40 Hektar zu übernehmen und damit Eigentümer der beiden Kieze zu werden. Und Hildebrandt hielt Wort. Sie sorgte dafür, dass das Innenministerium diesen Beschluss des Kreistages nicht beanstandete. Schließlich war es schon damals nicht die Aufgabe von Landkreisen, Eigentümer von Kindererholungszentren zu werden.

Kiez-Geschichte in Zahlen

Der Verein Kindererholungsdorf Frauensee wurde 1991 durch eine zehnköpfige Gruppe von Enthusiasten gegründet. Zu den Gründungsmitgliedern gehörte Joachim Schneider, der heutige Geschäftsführer des Kiezes am Frauensee.

Auf Wunsch des Landkreises übernahm der Verein 1994 auch die Betreibung des heutigen Kiezes am Hölzernen See, sodass der Verein seinen Namen in Kinder- und Jugenderholung Dubrow-Dahmetal änderte.

Bis zur Wende hatten die ehemaligen Pionierferienlager am Frauensee 1200 und am Hölzernen See 1000 Plätze. Heute sind es noch 850 beziehungsweise 600 Plätze.

Eigentümer der Kieze am Frauensee (24,5 Hektar) und am Hölzernen See (16,5 Hektar) ist der Landkreis Dahme-Spreewald, der 2008 mit dem Verein den Erbpachtvertrag um weitere 40 Jahre verlängerte.

Die beiden Kieze des Landkreises verzeichnen jährlich insgesamt 115 000 Übernachtungen.

„Ihre Betreibung sollte fortan in einer Hand liegen, weil eine Konkurrenz zwangsläufig in die Irre geführt hätte“, sagt Christine Schilling, Geschäftsführerin des Kiezes am Hölzernen See. Aufgrund der Erweiterung erhielt der Verein seinen heutigen Namen „Kinder- und Jugenderholung Dubrow-Dahmetal“. Einkauf, Marketing sowie das notwendige Netzwerk liegen seither in einer Hand. Dennoch entwickelten die Kieze neben der Umweltbildung gemeinsam mit dem Haus des Waldes, dem Kinderbauernhof in Gussow und der Naturwacht ihre eigene Spezifik. Am Hölzernen See entstanden für insgesamt 400 000 Euro, gefördert durch die EU, das „Haus des Wassers“ sowie ein großer Wasserspielplatz, auf dem die Kinder das Gelernte über die für den Menschen so wertvolle Ressource Wasser sofort experimentell erproben können. Als Renner erweisen sich aber auch Theaterprojekte sowie die Hobbybude mit Seidenmalerei und Specksteinbearbeitung.

Floriansdorf am Frauensee bundesweit interessant

Das Kiez am Frauensee erarbeitet sich derzeit mit dem im Oktober 2014 eröffneten, etwa 650 000 Euro teuren Floriansdorf bundesweit einen Namen. Es ist deutschlandweit die einzige Einrichtung dieser Art, in der die Brandschutzerziehung für Kita-Kinder und Grundschüler mit einem Komplettangebot inklusive Übernachtung und Vollverpflegung gepaart ist. Damit können zum Thema Feuer und Brandschutz nicht nur Projekttage, sondern sogar ganze Projektwochen angeboten werden. Außerdem ist sein Ausbau zum Unfall-Präventionszentrum mit Kinderrettungsstelle, Erste-Hilfe-Angeboten sowie der Darstellung von all den im Haushalt, bei Stromquellen sowie Fundmunition lauernden Gefahren geplant. Komplettiert wird das Angebot durch Schwarzlichttheater, Gewaltprävention sowie das Projekt „Selbst Zirkus machen“, bei dem Kinder ihrer Fantasie freien Lauf lassen und binnen einer Woche typische Requisiten wie Teller, Diabolo oder Tücher ausprobieren können.

Mädchen und Jungen erlernen den Umgang mit Feuer im Floriansdorf im Kiez am Frauensee

Mädchen und Jungen erlernen den Umgang mit Feuer im Floriansdorf im Kiez am Frauensee.

Quelle: Verein

„Die hiesigen Angebote der Kinder- und Jugenderholung machen die Region in ganz Deutschland und darüber hinaus bekannt“, sagt die Geschäftsführerin des Kiez am Hölzernen See, Christine Schilling. Kindern, denen es hier aufgrund der vielen Seen und Wälder gefallen hat, kämen später als Touristen oft wieder nach Brandenburg. Sie seien daher auch ein nicht zu unterschätzender Wirtschaftsfaktor für die gesamte Region. Die große Feier zum 25-jährigen Bestehen des Trägervereins steigt in den Sommerferien im August.

Von Franziska Mohr

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