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Dahme-Spreewald Klare Worte von SPD-Patron Peter Danckert
Lokales Dahme-Spreewald Klare Worte von SPD-Patron Peter Danckert
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00:19 12.11.2017
Peter Danckert war langjähriger Chef der SPD-Dahme-Spreewald und Bundesragsabgeordneter. Quelle: Margrit Hahn
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Königs Wusterhausen

Nach dem schlechten Abschneiden von SPD-Kandidaten bei den Bürgermeisterwahlen in der Region geht der Ehrenvorsitzende des Unterbezirks Dahme-Spreewald, Peter Danckert (77), mit seinen Genossen hart ins Gericht. „Wenn man sich nur zwei Monate vor der Wahl um die Wähler kümmert, dann fällt das auf, das mögen sie nicht. Man muss sich durchgängig für die Interessen der Menschen einsetzen“, sagte der langjährige Chef der Kreis-SPD und Bundestagsabgeordnete. „Ich bin überhaupt nicht glücklich über die Lage der SPD.“ Die MAZ hatte ihn um eine Einschätzung nach dem Wahldebakel gebeten.

Lutz Franzke nicht ins Rennen zu schicken, war falsch

Bei den sechs Bürgermeisterwahlen siegte nur der parteilose Schulzendorfer Kandidat und Amtsinhaber Markus Mücke, der von der SPD nominiert worden war. Die Niederlage in ihrer früheren Hochburg Königs Wusterhausen war für die Sozialdemokraten besonders schmerzlich, SPD-Kandidat Georg Hanke war chancenlos. Peter Danckert hatte sich gegen dessen Nominierung ausgesprochen, obwohl er ihn als „politischen Repräsentanten“ sehr schätze. Dass seine Partei stattdessen den damaligen Amtsinhaber Lutz Franzke nicht ins Rennen schickte, sei ein großer Fehler

Königs Wusterhausens SPD-Bürgermeisterkandidat Georg Hanke unterlag deutlich gegen den parteilosen Wahlsieger Swen Ennullat. Quelle: Die Farblichter

gewesen. „Einen erfolgreichen Bürgermeister wie ihn auszutauschen, dafür fehlt mir jedes Verständnis. Ich glaube, er hätte den Zuspruch vieler Bürger gehabt, die Georg Hanke nicht gewählt haben.“ Von den KWer Genossen fordert Danckert eine schonungslose Aufarbeitung. „Die Selbstverpflichtung, wieder näher an den Menschen sein zu wollen, reicht nicht aus. Das muss man praktizieren. Die Menschen wollen mit den Politikern reden und ernst genommen werden“, sagte Peter Danckert. Es dürfe jetzt nicht zur Tagesordnung übergegangen werden.

Konsequenzen für die Kommunalwahl ziehen

Er sorgt sich um die Chancen seiner Partei bei der Kommunalwahl in zwei Jahren. „Leider werden vorher oft nur Posten verteilt, statt sich um die Sache zu kümmern. Ich kann nur hoffen, dass wir es bis dahin schaffen, uns besser aufzustellen.“ Er will dabei mithelfen. „Ich fühle mich immer noch verantwortlich.“

Kein gutes Haar lässt der SPD-Patron an der Kandidatur des Bestenseer SPD-Chefs Thomas Irmer, der dem populären Bürgermeister Klaus-Dieter Quasdorf haushoch unterlag. „Das war völlig aussichtslos. Warum er das versucht hat, ist mir ein Rätsel.“

Personelle Veränderungen im Königs Wusterhausener Ortsverein

Im Königs Wusterhausener SPD-Ortsverein bahnen sich erste personelle Konsequenzen nach dem Wahldebakel an. Vorsitzender Georg Hanke wird bei der Vorstandswahl am 22. November möglicherweise nicht mehr für den Vorsitz kandidieren. Als Nachfolger ist einer seiner Stellvertreter, Fraktionschef Ludwig Scheetz, im Gespräch. Scheetz selbst wollte sich dazu auf Anfrage nicht äußern. Er sagte aber, die Mitglieder des Ortsvereins hätten sich mit dem Wahlergebnis „intensiv auseinandergesetzt“. Als einer der Gründe für den Misserfolg sei ausgemacht worden, dass die SPD insgesamt ein Glaubwürdigkeitsproblem habe. „Wir haben eigentlich die richtigen Themen, aber wird dringen damit nicht zu den Leuten durch. Häufig nimmt man uns das nicht ab, weil wir in der Vergangenheit Verantwortung getragen haben“, sagte Scheetz. Außerdem hätte es seine Partei nicht geschafft, sich auf wenige Kernbotschaften zu konzentrieren. Die Auswertung der Wahl sei noch nicht beendet.

Von Frank Pawlowski

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