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Kleine Pause von der Krise

Flüchtlingsunterbringung Kleine Pause von der Krise

In den ersten drei Wochen des Jahres sind deutlich weniger Flüchtlinge in den Landkreisen angekommen als noch im Herbst des vorigen Jahres. In den Verwaltungen macht sich etwas Entspannung breit. Dass diese allerdings von Dauer ist, glaubt kaum jemand.

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Junge Asylbewerber in Waßmannsdorf (Schönefeld)

Quelle: Oliver Fischer

Dahmeland-Fläming. Seit Jahresbeginn hat der Landkreis Dahme-Spreewald 170 Flüchtlinge aufgenommen. In Teltow-Fläming werden in dieser Woche 60 Neuankömmlinge erwartet, in der vorigen Woche kam keiner. Im Vergleich zu den Herbstmonaten, in denen mitunter wöchentlich mehr als 100 Flüchtlinge untergebracht werden mussten, klingen diese Zahlen nach Entspannung.

In Dahme-Spreewald verfährt man derzeit relativ locker mit den zuletzt eröffneten Unterkünften in Großziethen und Körbiskrug. In zwei Wochen soll zudem eine weitere Einrichtung in Luckau an den Start gehen mit abermals 200 Plätzen. Gleichzeitig ziehen vereinzelt Flüchtlinge aus Heimen aus, weil sie Hartz IV beziehen, eigenen Wohnraum finden oder zu Familienmitgliedern in anderen Teilen Deutschlands umsiedeln. „Derzeit kommen wir ganz gut hin“, sagt deshalb Landrat Stephan Loge (SPD).

In Teltow-Fläming sieht es ähnlich aus. Dort werden zwar weiterhin geplante Einrichtungen in Betrieb genommen – wie in Dahme. Andererseits konnte die Notunterkunft im ehemaligen Kreistagssaal in Luckenwalde aufgelöst werden, auch die Turnhalle in Blankenfelde soll ab Februar wieder ihrer eigentlichen Funktion dienen.

Diese relative Ruhe ist derzeit in ganz Brandenburg spürbar. Derzeit kommen täglich noch zwischen 150 und 200 Flüchtlinge in der Erstaufnahme an, im vergangenen Herbst waren es gut und gerne 600 am Tag. Von den 5500 Plätzen, über die das Land derzeit in den Erstaufnahmeeinrichtungen in Eisenhüttenstadt, Ferch, Doberlug-Kirchhain und angeschlossenen Nebenstellen verfügt, seien derzeit gerade 2800 belegt. „Im Moment ist Platz“, sagt Ingo Decker, Sprecher des Innenministeriums. Deshalb fällt es auch nicht ganz so ins Gewicht, dass sich die Inbetriebnahme der Erstaufnahme in Wünsdorf weiter verzögert.

Das Haus sollte eigentlich schon in der ersten Januarwoche in Betrieb gehen, die Bauabnahme ist aber noch immer nicht erfolgt. „Da ist noch einiges zu erledigen“, sagt Decker. Illusionen, dass die Einrichtung wegen des schwächeren Zustroms auch nach der Freigabe leer stehen werde, brauche sich aber niemand hinzugeben. „Wenn Wünsdorf fertig ist, wollen wir es auch nutzen. Es ist eine sehr gute Einrichtung, besser als manch andere“, sagt Decker.

Der Sprecher warnt auch davor, den jetzigen Rückgang der Flüchtlingszahlen überzubewerten. Die Zahlen hätten ausschließlich mit dem Wetter zu tun. „Wir haben bisher keine Erkenntnisse, dass die Bemühungen von Deutschland und der EU, die Flüchtlingsströme zu reduzieren, etwas gebracht haben. Mit Veränderung der Wetterverhältnisse in der Ägäis und auf dem Balkan werden die Zahlen auch wieder steigen.“ Der Sprecher sagt auch, dass die derzeitigen Zahlen zwar niedriger sind als die vom Herbst, aber deutlich höher als die vom Januar 2015. „Schon, wenn das so weitergeht wie im Moment, werden wir in massive Probleme hineinlaufen.“

Gut möglich allerdings, dass sich einige dieser Probleme von selbst lösen. Dahme-Spreewald etwa war im vorigen Jahr zur Aufnahme von 2400 Flüchtlingen verpflichtet worden – es kamen 1800. Das habe nicht an falschen Prognosen gelegen, so Decker. Viele Zuwanderer – in Regierungskreisen spricht man von 15 000 – hätten es schlicht vorgezogen, wieder zu gehen. Wohin, sei unklar. Berlin, Hamburg oder auch skandinavische Länder gelten Flüchtlingen aber generell als deutlich attraktiver als die brandenburgische Provinz.

Info: Die Erstaufnahmeeinrichtung in Wünsdorf kann am 28. Januar bei einem Tag der offenen Tür besichtigt werden.

Von Oliver Fischer

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