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Kleinod im Kietz

Jugendklub am Königs Wusterhausener Fontaneplatz Kleinod im Kietz

Das Plattenbau-Gebiet entlang der Luckenwalder Straße in Königs Wusterhausen ist nicht nur das größte im gesamten Landkreis, es hat auch einen ziemlich schlechten Ruf. Zu Unrecht, finden viele Jugendliche, die dort leben. Denn immerhin gibt es dort Freizeiteinrichtungen wie den Club am Fontaneplatz.

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Die Sozialpädagogen Tina Michalek und Daniel Meißinger sind im Fontaneclub für die Jugendlichen da.

Quelle: Frank Pawlowski

Königs Wusterhausen. Das Wohngebiet entlang der Luckenwalder Straße in Königs Wusterhausen ist das größte in Dahme-Spreewald. Knapp 9000 Menschen leben dort, darunter viele Jugendliche. Der Club am Fontaneplatz ist seit Jahrzehnten eine Anlaufstelle für sie. So schick wie heute war er wahrscheinlich noch nie.

Der Fontaneclub ist neben dem Weinert-Jugendzentrum ein Kleinod im Kiez. Gerade ist der neue Aufenthaltsraum fertig geworden. Die Jugendlichen haben ihn selbst gestaltet. Ebenso wie den Bandraum, die kleine Gartenecke am Haus und den Fitnessraum mit Kletterwand. Einige PC-Plätze, ein Billardtisch und sogar eine kleine Werkstatt gibt es außerdem. „Jeder ist bei uns willkommen, sofern er sich an die Hausregeln hält“, sagt Sozialpädagoge Daniel Meißinger, 33, der mit seiner Kollegin Tina Michalek, 28, den Club in Trägerschaft der Diakonie leitet. Unterstützt werden sie dabei derzeit von Annabell Maerten. Die 17-Jährige macht ein mehrmonatiges Praktikum im Club. Der ist an vier Tagen in der Woche geöffnet. 25 bis 55 Besucher täglich kommen in dieser Zeit, sie sind zwischen zehn und 20 Jahre alt. „Wir sind da für eine sinnvolle Freizeitgestaltung“, sagt Tina Michalek.

Hilfe bieten die Sozialarbeiter bei privaten oder schulischen Problemen an. Beliebt sind die mehrtägigen gemeinsamen Ausflüge. Im vorigen Jahr ging es zum Zelten ins Elbsandsteingebirge und mit dem Rad an die Ostsee. In den Osterferien machten die Jugendlichen eine Kanutour.

Das Wohngebiet gilt als sozialer Brennpunkt. Ob das tatsächlich so ist, versucht derzeit eine Untersuchung herauszufinden. Die beiden Sozialarbeiter berichten, dass die Jugendlichen ihren Kiez überhaupt nicht negativ sehen. Manche empfinden den Begriff „Ghetto“ eher als „cool“, wie Tina Michalek sagt. Auch mit dem Begriff „Neubaugebiet“ können die jungen Clubbesucher wenig anfangen, die viel jünger sind als das 1980 errichtete Viertel. „Für sie sind das die neuen Wohngebiete vor den Toren der Stadt“, sagt Tina Michalek.

Wenn es nach den Jugendlichen geht, könnte der Club an sieben Tagen in der Woche geöffnet sein. Das geben die beiden Sozialarbeiterstellen aber nicht her. Besonders abends und an den Wochenenden fehlen somit Freizeitangebote. Daniel Meißinger findet, dass es im Kiez auch spezielle, offene Angebote für Kinder geben müsste.

Beim Fontaneplatz-Fest am 31. Mai können sich Besucher selbst ein Bild vom Club machen, er ist einer der Veranstalter.

Von Frank Pawlowski

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