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Klinikum trennt sich von Michaela Steiner

Koordinatorin vom Netzwerk Gesunde Kinder wird nicht weiter beschäftigt Klinikum trennt sich von Michaela Steiner

Das Klinikum trennt sich von Michaela Steiner. Die Koordinatorin vom Netzwerk für Gesunde Kinder wird ab Januar nicht mehr weiter beschäftigt. Und das obwohl, das Netzwerk kürzlich einen Preis bekommen hat. Viele Eltern sind über die Entscheidung des Klinikums verärgert.

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Königs Wusterhausen. Fast zeitgleich erhielt Michaela Steiner vom Netzwerk für Gesunde Kinder am Klinikum Dahme-Spreewald zwei Nachrichten. Die gute war, dass das brandenburgweit aktive Netzwerk mit dem Springer Medizin Charity Award ausgezeichnet wurde. Die schlechte lag in ihrem Briefkasten. Das Klinikum teilte der jungen Frau mit, dass es ab Januar2014 keine Beschäftigungsmöglichkeit mehr für sie sehe.

Dabei gehört Michaela Steiner zu denjenigen in Brandenburg, die dem Netzwerk ein Gesicht und Format gegeben haben, die es zu dem gemacht haben, was es heute ist. „Das ist nun alles in Gefahr“, sagte Birgit Uhlworm Mittwoch in der Lübbener Kreistagssitzung. Zwar gebe es noch die Projektmanagerin Ragnhild Münch, doch die sei mit anderen Aufgaben und der PR-Arbeit für das Klinikum beschäftigt. Deshalb sei abzusehen, dass für die Betreuung der Netzwerk-Paten, die ja die Arbeit mit den Familien zum Wohle der Kinder leisten, kaum noch Zeit bleibe. Das Netzwerk Gesunde Kinder in Brandenburg gibt es seit 2006. Der Landkreis Dahme-Spreewald gehörte zu den ersten, die sich der Idee anschlossen, jungen Familien mit Kindern jemand an die Seite zu stellen, der sie unterstützt. Inszwischen gibt es 19 Netzwerke an 31 Standorten. Mehr als 7000 Familien wurden inzwischen von mehr als 1200 Paten unterstützt. Hier im Landkreis Dahme-Spreewald sind 75 Paten unterwegs; 35 in und um Königs Wusterhausen, 40 in der Kreisstadt Lübben.

Eine von ihnen ist Renate Böttcher aus Wildau. Sie fand die Idee des Netzwerkes für gesunde Kinder von Anfang an toll, wollte selbst am liebsten sofort Patin werden. Sie wandte sich damals an das Klinikum Dahme-Spreewald, an Koordinatorin Ragnhild Münch. Doch die Zeit verging. „Erst als Frau Steiner zum Netzwerk stieß, kam Bewegung in die Sache“, sagt sie. Da habe sie menschliche Anteilnahme gespürt, wirkliches Interesse im Sinne der Familien und besonders der Kinder, die Unterstützung brauchen. „Nach vier Jahren habe ich jetzt eine Paten-Familie mit zwei Kindern, ein und acht Jahre alt“, so die Wildauerin. Nun ist sie mehr als skeptisch, wenn Michaela Steiner ihre Arbeit nicht fortsetzen kann. Sie habe das Netzwerk doch erst mit Leben erfüllt, sich persönlich um die Paten gekümmert. „Wenn sie geht, fehlt uns wieder ein Ansprechpartner“, so Renate Böttcher. Andere Paten kündigten bereits an, ihre ehrenamtliche Arbeit ganz hinzuschmeißen.
Das Klinikum Dahme-Spreewald schweigt. Auf Anfrage hieß es: „Geschäftsführerin Jutta Soulis ist diese Woche nicht im Haus“, so Pressesprecherin Ragnhild Münch.

Kreis-Sozialdezernent Carsten Saß sieht die Angelegenheit gelassen: „Die Entscheidung ist Sache des Klinikums. Auch wenn Frau Steiner geht, so hat das Netzwerk ja immer noch die Koordinatorin, Frau Dr. Ragnhild Münch.“
Birgit Uhlworm kann das nicht verstehen. „Hier geht es um Familien und ihre Kinder“, ist ihre Meinung. Hier werde etwas aufs Spiel gesetzt, was sich in den letzten Jahren wunderbar bewährt hat. Ihrer Meinung nach sei es gerade der guten Beziehung zwischen Michaela Steiner und den Paten zu verdanken, dass das Netzwerk diese gute Arbeit leisten konnte. „Ich habe mich inzwischen auch an das zuständige Ministerium mit der Bitte um Unterstützung in Potsdam gewandt“, so Birgit Uhlworm.

Das Land unterstützt die Netzwerke in den Landkreisen mit jeweils jährlich 60.000 Euro und in den kreisfreien Städten mit jeweils 30.000 Euro.

Michaela Steiner war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Sie ist seit Juni 2009 selbst Patin, kümmert sich um eine Familie. Ab November 2012 hat sie die Stelle im Netzwerk für Gesunde Kinder inne. Am 21.Februar dieses Jahres hatte das Klinikum in einer Pressekonferenz verkündet, sie wegen ihrer guten Arbeit als Koordinatorin einzusetzen (MAZ berichtete).

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