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Klinker gegen den Lärm der Flugzeuge

Waßmannsdorf Klinker gegen den Lärm der Flugzeuge

Die Böger GmbH aus Waßmannsdorf stellt seit vielen Jahren Dämmstoffe her. Ihr Außendämmsystem für den Schallschutz lässt die Firma jetzt zertifizieren.

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Ingo Lehmann von der Firma Böger mit dem Klinkersystem zur Außendämmung von Häusern.

Quelle: Uta Schmidt

Waßmannsdorf. Neben den neuen Regelungen zum Schallschutz, mit denen Anwohner im Tagschutzgebiet jetzt in vielen Fällen besser als bisher ihre individuelle Wünsche umsetzen können, rücken zunehmend Neuerungen der Baubranche in den Fokus der Lärmbetroffenen. Diese dienen nicht nur dem besseren Schutz vor Verkehrslärm, sondern auch zunehmend als Wirtschaftsmotor in der Region.

Das gilt etwa für die Fassadendämmung. Weil in vielen Gebäuden das hohe Schutzniveau allein durch Schallschutzfenster nicht erreicht werden kann, sind zusätzliche Dämmungen der Wände nötig. Bisher empfahl und genehmigte die Flughafengesellschaft (FBB) ausschließlich Wandinnendämmungen, obwohl diese bei den Betroffenen aufgrund ihrer Nachteile wie Wohnflächenreduzierung und Schimmelbildung auf Ablehnung stießen. Nun ist es möglich, sich nach Absprache mit Baufirmen auf eine Außendämmung der Häuser zu verständigen. Die FBB beteiligt sich an den Kosten für die Außendämmung an Häusern im Schutzgebiet bis zu dem Betrag, der für die Wandinnendämmung vorgesehen war.

Dämmsysteme müssen zertifiziert werden

Dazu müssen jedoch die Auftraggeber der Schallschutzmaßnahmen der FBB die Nachweise vorlegen, dass das Schutzniveau eingehalten wird. Um das nachzuweisen, müssen die Dämmsysteme für den Schallschutz zertifiziert werden. „Da sind wir jetzt dran“, sagt Ingo Lehmann von der Böger GmbH in Waßmannsdorf. Seit 1988 stellt die Firma Dämmstoffe her. In Bad Freienwalde produziert es Poly-Urethan-Klinkersysteme, die in Stärken zwischen vier und 14 Zentimetern an der Fassade angebracht werden. „Diese dienen nicht nur dem Wärme- und Brandschutz, sondern auch dem Schallschutz. Klinker hält den Schall auf“, erklärt Lehmann. Zusätzliche Lärmreduzierungen bis zu 16 Dezibel könnten damit erreicht werden. Bei Innendämmungen sind es 20 Dezibel. „Deshalb ist unsere Isolierverklinkerung eine echte Alternative“.

Hinzu kommt, dass der Systemklinker – eine Kombination aus Ton-Klinker-Riemchnen und Hartschaumdämmung, auch die Tau-, Kondenswasser- und Schimmelbildung verhindert. Das Prüfverfahren für die Zertifizierung wird derzeit in Holland durchgeführt. Bereits 2005 erhielt das Unternehmen das Zertifikat „wohnmedizinisch empfehlenswert“.

Klinker für Schallschutz

Das Unternehmen erhofft sich nicht nur einen großen Einsatz der Klinker bei der Schalldämmung im Umfeld von Flughäfen, sondern auch an Bahnstrecken und Autobahnen. Der Markt ist damit in ganz Deutschland groß und die Nachfrage vorhanden. Bei 20 Prozent der Anfragen konnte das Unternehmen bisher nicht zusagen weil zertifizierte Produkte fehlten, so Verlaufsleiter Lehmann. usch

Von Uta Schmidt

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