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Klug arrangiert

Wünsdorf Klug arrangiert

Die Gruppenausstellung „Akzente 14 “ in der Neuen Galerie in Wünsdorf versammelt Arbeiten von 32 Künstlerinnen und Künstlern. Mit viel Feingefühl wurden die sehr unterschiedlichen Werke miteinander kombiniert. Eine spannende Entdeckungsreise bietet ein Besuch vor Ort.

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Die seit kurzem auch in Frankenfelde arbeitende Monika Rechsteiner (r.) vor ihrem zweiteiligen Werk „woanders Nordwest“ in der Akzente-Ausstellung in der Neuen Galerie.

Quelle: Karen Grunow

Wünsdorf. Die Auswahl ist gelungen, die Präsentation auch. Wieder einmal zeigt die vom Landkreis Teltow-Fläming betriebene Neue Galerie in Wünsdorf, wie die Förderung von Künstlern auch gehen kann: Indem ihnen an diesem Ort ein Podium geboten wird, sich vorzustellen. Die Vielzahl der Teilnehmer, die Vielfalt und vor allem Qualität der Arbeiten bringt es mit sich, dass mit der nun bereits zum 14. Mal stattfinden Akzente-Ausstellung ein Besucher-Garant kreiert worden ist. Schon die Vernissage war überaus gut besucht.

Fan-Traube bei Stenzel-Arbeiten

Allein zwölf der Teilnehmer haben ihre Ateliers im Landkreis Teltow-Fläming, mit der Senziger Künstlerin Violeta Vollmer und der Glasgestalterin Beate Bolender aus Kasel-Golzig sind auch zwei Vertreterinnen aus Dahme-Spreewald dabei. Ansonsten haben Margitta Wünsche und Cordula Schmidt vom Kulturamt des Landkreises auch in Nachbarregionen, in Berlin, im Landkreis Oberhavel und sogar in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen passende Künstler aufgespürt. Auch wenn sie in der offiziellen Künstlerliste noch mit Luckenwalde verortet werden, leben auch Armgard und Manfred Stenzel mittlerweile in Sachsen, sie sind soeben nach Dresden gezogen. Trotzdem haben sie gern noch einige ihrer stets begehrten Schmuckstücke für die „Akzente 14“ geschickt. Prompt wurden die ersten schon am Eröffnungstag verkauft, eine richtige Fan-Traube umlagerte die Vitrine mit den individuellen, unverkennbaren Stenzel-Arbeiten.

Andreas Klose aus dem Baruther Museumsdorf Glashütte hat Linolschnitte beigesteuert. Da ist das „Schneetreiben“, ein dichtes Gewirr dicker Flocken, die ob ihrer Fülle eine erstaunlich geordnete Struktur ergeben. Oder der „Feldweg“ unter hohem Himmel und im Hintergrund mit dunklem Waldessaum. „Sie hat sich zur Aufgabe gemacht, bestehende Tischkulturen zu hinterfragen“, sagt Margitta Wünsche über die Arbeiten der Porzellandesignerin Cora Gebauer, die seit einigen Jahren in Gottsdorf lebt und in den Kieferwäldern von den Spuren des Hirschbockkäfers inspiriert wurde. Bei ihr liegt das Ei im Becher und die Tassen haben Haltegriffe statt Henkel. Was zunächst vielleicht etwas irritierend klingt, erweist sich als funktional und erstaunlich logisch.

„Wir wollen alle geliebt werden“

Zur sich stetig erweiternden Gottsdorfer Künstlerriege gehört seit kurzem auch Annton Beate Schmidt, die mit hintersinnig-witzigen Aquarellen vertreten ist. Da sind ein scharfes Küchenmesser und drei akkurat herausgetrennte Apfelgriebsche, dazu der Spruch „Wir wollen alle geliebt werden“. Noch dabei, sich in der Region anzusiedeln, ist die Schweizerin Monika Rechsteiner. Sie richtet in Frankenfelde ihr Atelier ein und ist zum ersten Mal bei einer Akzente-Ausstellung dabei. „Realitätskonstruktionen“ nennt sie ihre mit Mitteln der Fotografie, des Films und aus Installationen entstehenden Arbeiten. Eine davon sorgt in der Neuen Galerie für das wohl aufregendste Arrangement der Schau. Da hängt unter anderem Monika Rechsteiners an Mondlandschaften erinnernde Arbeit „woanders Nordwest“, daneben Edelstahl-Stelen von Achim Pahle. Alle für diese Ecke ausgewählten Werke funktionieren in der Kombination so gut, dass eigentlich jemand das ganze Ensemble als Rauminstallation kaufen sollte.

Überraschungen

Für viele der Künstler ist es oft selbst eine Überraschung, wie ihre für die Ausstellung eingereichten Arbeiten auf die Räume der Neuen Galerie verteilt werden. Diese machen Ausstellungsgestaltung nicht unbedingt leicht mit dem langen schmalen Flur und den Stützbalken in mehreren der Räume. Aber es gelingt immer wieder. Dazu kommt das Engagement vieler fleißiger Helfer, die mit anpacken, Öffnungszeiten abdecken.

Die Mischung macht’s mal wieder, besondere Keramik, Porzellanarbeiten gehören dazu, Dinge – fast – für den täglichen Gebrauch. Eine Entdeckungsreise ist diese Ausstellung, die schon jetzt Neugier schürt, einige der hier präsentierten Künstler vielleicht im nächsten Frühjahr mal selbst im Rahmen des Tages des offenen Ateliers aufzusuchen. Wer sich einen Eindruck verschaffen will, kann das in Wünsdorf bis zum 3. Advent tun.

Von Karen Grunow

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