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Knobelaufgabe für den Kreis

Königs Wusterhausen Knobelaufgabe für den Kreis

Der Königs Wusterhausener Stadtrat hat die Errichtung einer Gesamtschule mit Abiturstufe in der Stadt beschlossen und hofft nun auf die Zustimmung des Landkreises. Die beiden Oberschulen sollen dafür aufgelöst werden. Der Vorstoß könnte ein anderes Gesamtschulprojekt im Kreis gefährden.

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Vize-Bürgermeister Jörn Perlick (CDU), Bürgermeister Lutz Franzke (SPD), Georg Hanke (SPD) und Stefan Ludwig (Linke, v. l.) in der SVV am Montagabend.

Quelle: Frank Pawlowski

Königs Wusterhausen. In Königs Wusterhausen soll es spätestens ab dem Schuljahr 2019/2020 wieder eine Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe geben. Sie soll am Standort der Herder-Oberschule eröffnet werden, die ebenso wie die Bredow-Oberschule aufgelöst wird. Das beschlossen die Stadtverordneten am Montagabend mit großer Mehrheit. Die Fraktionen von SPD, CDU und Linken hatten den Antrag gemeinsam eingereicht. Die Herderschule war schon einmal eine Gesamtschule, die aber 2006 wegen fehlender Schülerzahlen den Betrieb einstellen musste.

Kreistag entscheidet im Juli

Damit hat die Stadt ihre Hausaufgaben gemacht und dem Kreis, der die Schulplanung verantwortet, ein deutliches politisches Zeichen gesendet, wie Bürgermeister Lutz Franzke (SPD) im Stadtrat sagte. „Sonst findet die Schulentwicklungsplanung ohne unser Votum statt.“ Der Kreistag will im Juli festlegen, wo zusätzliche Abiturplätze in Dahme-Spreewald entstehen sollen. Für das Schiller-Gymnasium in Königs Wusterhausen ist schon eine zusätzliche Klassenstufe geplant, in Schönefeld wird ein neues Gymnasium gebaut. Neben Königs Wusterhausen plant Groß Köris im Schenkenländchen die Eröffnung einer Gesamtschule mit Abiturstufe bis zur 13. Klasse. Der Vorsitzende des Königs Wusterhausener Stadtrates, Georg Hanke (SPD), sagte, der Kreistag müsse nun entscheiden, welcher Standort die Gesamtschule bekommt. „Vielleicht auch beide“, so Hanke.

Die fraktionslose Stadtverordnete Priska Wollein kritisierte den Beschluss

Die fraktionslose Stadtverordnete Priska Wollein kritisierte den Beschluss. Die Bildungslandschaft werde durch die Aufgabe der Oberschulen eintöniger, warnte sie.

Quelle: Josefine Sack

Schulzentrum mit Grundschule vorerst vom Tisch

Laut dem Beschluss vom Montag soll die Kapazität der Königs Wusterhausener Gesamtschule auf maximal sechs Züge in den Klassenstufen 7 bis 10 und drei Züge in den Klassenstufen 11 bis 13 beschränkt sein. Die Gesamtschule solle zum „frühestmöglichen Zeitpunkt“, spätestens jedoch in zwei Jahren eröffnet werden. In einer ersten Version des Antrags war noch das Schuljahr 2018/19 als Starttermin genannt. Ebenfalls nicht mehr im Beschluss enthalten ist die Bildung eines Schulzentrums bestehend aus der Gesamtschule und der Busch-Grundschule. Die Entscheidung darüber solle nach nochmaliger Beteiligung der Schulkonferenzen später separat erfolgen, heißt es nun. Der SPD-Fraktionschef Ludwig Scheetz begründete das mit den Einwänden von Lehrern und Eltern. „Ein Schulzentrum halte ich nach wie vor für sinnvoll“, sagte er.

Oberschulen sind nicht gefragt genug

Für die CDU sagte Fraktionschef Peter Dreher, die Gesamtschule werte den Bildungsstandort Königs Wusterhausen auf. „Wir schaffen damit eine überregionale Attraktivität.“ Er äußerte die Hoffnung, dass sich künftig mehr Grundschüler aus Königs Wusterhausen an einer hiesigen Gesamtschule anmelden. „Das Anwahlverhalten an den Oberschulen ist nicht so, wie wir uns das wünschen und wie es für die Sicherung der Standorte sinnvoll ist“, so Dreher.

Vereinzelte Kritik am Beschluss

Kritik übte die fraktionslose Stadtverordnete Priska Wollein. Das Bildungsangebot in der Stadt werde geringer, statt vielfältiger. Ihr Antrag, den Beschluss in die Ausschüsse zu verweisen, wurde abgelehnt. Birgit Uhlworm (Wir für KW/Frauenliste) sprach sich ebenfalls gegen die Gesamtschule aus. „Wir müssen die Oberschulen so stärken, dass die Grundschüler gerne dorthin gehen“, forderte sie. Außerdem gebe es viele Unklarheiten, etwa zu den Schülerzahlen und den Schülerströmen. Daten dazu lägen nicht vor. Außerdem müssten alle betroffenen Eltern und Schüler ins Boot geholt werden. Sie forderte daher, die Entscheidung zu vertagen.

Von Frank Pawlowski

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