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Königs Wusterhausen Areal mit der einstigen kaserne auf dem Funkerberg in Königs Wusterhausen ist fertig saniert
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09:47 27.11.2018
Unternehmen Terraplan investierte rund 35 Millionen Euro und lud Planer, Mieter und Eigentümer zu Dankeschön-Veranstaltung ein Quelle: Franziska Mohr
Königs Wusterhausen

„Der über 100 Jahre alte Funkerberg hat sich gleich im doppelten Sinne verjüngt: architektonisch und hinsichtlich seiner Bewohner“, freute sich Marion Schmidt am Donnerstagabend, während sie gemeinsam mit Nachbarn, Architekten und Bauleuten rund um die Feuerschalen gemütlich einen Glühwein trank. Die Königs Wusterhausenerin muss es wissen. Wohnte sie doch schon vor 33 Jahren auf dem Berg, ehe sie jetzt wieder zurück in die neue – alte Kaserne zog.

Schritt für Schritt saniert

Eingeladen zu diesem kleinen Fest hatte die Geschäftsführung der Terraplan Grundstücksentwicklungsgesellschaft, die sich zum Abschluss des Projektes noch einmal bei Planern, Denkmalschützern, Handwerkern, Behördenvertretern, Käufern und selbstverständlich auch bei den Mietern für ihre Unterstützung bedanken wollte. Das Nürnberger Unternehmen hatte das 20 000 Quadratmeter große Areal mit der einstigen Kaserne, der Reithalle, den Pferdeställen und dem Kutschenhaus 2011 von der Luxemburgischen Fondsgesellschaft Lorac erworben und ihm seither Schritt für Schritt wieder Leben eingehaucht.

Mieter freuen sich

Terraplan hat seine Vision umgesetzt. Das Wohnensemble gefällt uns so gut, dass wir am liebsten selbst einziehen würden, wenn nicht unsere Arbeit in Düsseldorf wäre“, meinten Peter und Harald Meyer, die hier eine Immobilie kauften. Sehr zufrieden äußerte sich auch Mieterin Violina Wolf mit ihrem zweijährigen Sohn Johann, die im Oktober in eines der im historischen Stil neuerbauten Reihenhäuser eingezogen ist: „Dieses Quartier sagte uns als Familie mit dem Spielplatz direkt vor der Tür sofort zu.“

Bürgermeister Swen Ennullat lobt das Ergebnis

Voll des Lobes war auch der KWer Bürgermeister Swen Ennullat (Freie Wähler KW): „Ich bin begeistert, wie gut Tradition und Moderne verbunden wurden. Großes Kompliment an alle Beteiligten.“

35 Millionen Euro investiert

Terraplan investierte auf dem Funkerberg insgesamt etwa 35 Millionen Euro, wobei insgesamt 116 Eigentumswohnungen beziehungsweise Reihenhäuser entstanden sind. „Sie sind ausnahmslos verkauft und auch schon fast alle vermietet“, betonte der kaufmännische Leiter von Terraplan, Eduard Bunescu-Fay.

Wiege des deutschen Rundfunks

Den ersten Auftrag erhielt vor sechs Jahren ein Bauhistoriker, aus dessen Analyse das Gesamtkonzept für das denkmalgeschützte Ensemble Funkerberg entwickelt wurde. Es gilt als Wiege des deutschen Rundfunks. Im Mai 2014 begann dann die Sanierung der über 100 Jahre alten Kaserne, die bis auf die tragenden Wände entkernt wurde. Schon Anfang 2016 konnten dann die ersten neuen „Bergbewohner“ hier einziehen.

Ausbau der Pferdeställe

Danach folgten die Quadrillenhalle sowie ab Oktober 2016 der Ausbau der einstigen Pferdeställe, die aber schon 1921 zu Wohnungen umgebaut wurden. Über 55 Jahre wohnte hier Waldemar Antosch, der von 1976 bis 1991 die Sendestelle Wusterhausen leitete. „Der Funkerberg erstrahlt wieder. Kein Vergleich zu dem grausigen Anblick mit den teilweise zugenagelten Fenster, der sich hier noch vor zehn Jahren bot“, sagte er. Dennoch sei er jetzt mit 82 Jahren froh, in der Luckenwalder Straße unweit von Arztpraxen und Geschäften zu wohnen.

Moderne Standards bei Brandschutz

So ihren eigenen Blick auf das Geschehen am Funkerberg entwickelten Bunescu-Fay sowie der Geschäftsführer der Leipziger DDS Bau GmbH, Hartmut Dischereit, bei einem Plausch am Stehtisch. Sein Unternehmen war in die Bresche gesprungen, nachdem beim ursprünglichen Generalübernehmer nach zwei Bauabschnitten Qualität und Preis nicht mehr passten. „Bauen im Bestand, der nie für Wohnzwecke errichtet wurde, ist alles andere als einfach“, betont Dischereit. Zumal moderne Standards bei Brandschutz, Schall- und Wärmeschutz zu beachten sind.

Holzfenster waren ein Problem

So mussten teilweise die Treppen vom angrenzenden Mauerwerk entkoppelt und die Dämmung wie in den einstigen Pferdeställen von innen angebracht werden. Schreiner arbeiteten die alten Eingangstüren wieder fachmännisch auf. Auch ursprüngliche Farbkonzepte nahmen die Planer in den Eingangsbereichen wieder auf. Als harte Nuss erwiesen sich immer wieder der Brandschutz und die Holzfenster. Denkmalbehörde und Planer fanden dabei nicht selten einen Kompromiss durch den Einbau vertikaler und horizontaler Fensterbänder.

Waschhaus abgerissen

Letztere griffen auch die Architekten Tatjana Scheer und Andreas Stellwag vom Berliner Büro Multiplan auf, die auf der Fläche des abgerissenen Waschhauses einen 43 Meter langen Neubau, die Blanchisserie, mit neun Reihenhäusern integrieren mussten. „Im Denkmal zu bauen, sind wir gewohnt. Aber in ein solches Ensemble einen Neubau einzufügen, war eine echte Herausforderung“, betont Stellwag.

Spielplatz und Straßenbau

Dabei nahmen die Architekten auch das Satteldach und den Klinkersockel auf und konzipierten ihren Bau obendrein giebelständig. „Eine gelungene Symbiose von Alt und Neu“, stellten Mechthild und Thomas Krechan fest, die auf dem Funkerberg eine Immobilie kauften und zu der Dankeschön-Veranstaltung extra aus dem Saarland angereist waren. „Mit Terraplan waren Profis am Werk, die auch ihre Zusagen hinsichtlich Spielplatz und Straßenbau eingehalten haben“, meinte der einstige KWer Stadtplaner Jörg Glase anerkennend.

Kaufpreise gestiegen

Die Kaufpreise für die Wohnungen lagen vor sechs Jahren bei etwa 3200 Euro pro Quadratmeter und erreichen derzeit teilweise 4800 Euro. Die Kaltmieten erschienen vielen Besuchern des Festes hingegen mit 8,50 Euro bis elf Euro noch moderat.

250 Neubürger

Bekanntlich ist kaum etwas perfekt. Daher empfanden es Besucher, Mieter und Bauleute auch ein wenig störend, dass sich in dem Gesamtensemble das kleine Gebäude der alten Werkstatt noch immer im „alten Charme“ präsentiert. Terraplan verkaufte es an einen Mieter auf dem Funkerberg, der es aber schon weiterverkaufte, ohne dass sich an seinem Outfit etwas veränderte. Schade für das Gesamtbild, das sich jetzt den insgesamt etwa 250 Neubürgern auf dem Funkerberg präsentiert.

Von Franziska Mohr

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