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Königs Wusterhausen Wohnungsbrand in Bestensee: Vater findet einen Unterschlupf
Lokales Dahme-Spreewald Königs Wusterhausen Wohnungsbrand in Bestensee: Vater findet einen Unterschlupf
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00:21 29.09.2018
Raymond Richter mit seinem Sohn Sebastian und Schäferhündin Freya im Zeesener Hof, wo die Familie vorerst bleiben kann. Ihre Wohnung in der Bestenseer Friedenstraße brannte Samstagnacht aus. Quelle: Frank Pawlowski
Zeesen

 Montagfrüh wusste Raymond Richter noch nicht, wo er mit seinem Sohn Sebastian und Schäferhündin Freya die kommende Nacht verbringen wird. Die Wohnung der Familie in der Friedenstraße brannte Samstagnacht völlig aus. Richters verloren ihr ganzes Hab und Gut. Vorübergehend kamen sie in einer Pension in Bestensee unter. Jetzt haben sie Unterschlupf im Zeesener Hof gefunden.

Stefanie Steinmetz, Chefin des Zeesener Hofs. Quelle: Frank Pawlowski

„Er hatte großes Glück, denn eigentlich sind wir ausgebucht“, sagt die Chefin des Zeesener Hofs, Stefanie Steinmetz. Ein Gast stornierte. So war ein Doppelzimmer frei, als Raymond Richter am Montagvormittag in Zeesen anrief. Dort kann die Familie nun vorerst bleiben. Ihr Vermieter übernimmt die Übernachtungskosten, sagt der 64-Jährige. Nur von Freitag bis Sonntag brauchen Richters eine andere Bleibe, da die Pension mit einer Hochzeitsgesellschaft belegt ist. „Ich bin dankbar, dass wir hier sein können. Wir fühlen uns sehr wohl“, sagt Raymond Richter.

Dramatische Brandnacht

Im Gespräch schildern er und sein Sohn die dramatischen Momente der Brandnacht. Der 17-Jährige erzählt: „Ich bin durch ein Knistern wach geworden, dachte zuerst, das Haus stürzt ein.“ Als er aus dem Bett sprang und seine Zimmertür öffnete, kam ihm eine dicke Qualmwolke entgegen. Er fing an zu schreien, weckte so seinen Vater und weitere Hausbewohner auf. Alle konnten sich unversehrt in Sicherheit bringen. Die Brandursache wird noch ermittelt. Zwei weitere Wohnungen sind gesperrt, die Mieter kamen bei Verwandten und Bekannten unter.

Nachbarin Anja Milski und Tochter Alina helfen den Richters. Quelle: Frank Pawlowski

Nachbarin Anja Milski hilft den Richters, wo sie kann, und koordiniert die Hilfsangebote von Bestenseern. Raymond Richter, der erwerbsunfähig ist, muss jetzt erst einmal seinen Ford Mondeo reparieren lassen. Da er wenig Geld hat, hofft er auf die Möglichkeit einer Ratenzahlung. Sobald er wieder mobil ist, will er sich die Ferienwohnung im Kiez am Hölzernen See anschauen, die von der Gemeinde Bestensee als Notquartier angeboten wurde.

Herder-Oberschule ersetzt Schulsachen

Die Herder-Oberschule in Königs Wusterhausen, in der Sebastian die 10. Klasse besucht, ersetzt die Schulsachen, die beim Brand komplett vernichtet wurden. Weitere Spenden kann die Familie derzeit aus Platzgründen nicht annehmen. „Wir hoffen, das sich bald eine neue Wohnung für uns findet“, sagt Raymond Richter.

Von Frank Pawlowski

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