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Königs Wusterhausen Der Gerichtskomplex wird top, aber es dauert eben …
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19:49 30.11.2018
Quelle: Franziska Mohr
Königs Wusterhausen

Die 90 Bediensteten des Amtsgerichts Königs Wusterhausen sollten ursprünglich noch vor Weihnachten ihr nun schon sechs Jahre währendes provisorisches Domizil in Wildau verlassen und ihren sanierten sowie kräftig ausgebauten Standort in der Max-Werner-Straße in Königs Wusterhausen beziehen. Das jedenfalls sahen die Planungen noch zu Beginn dieses Jahres vor. Daraus allerdings wird nichts: Der Termin ist geplatzt.

Baubeginn verzögert

Die Mitarbeiter nehmen es gelassen. Betonte der Leiter des Amtsgerichts Matthias Deller in der MAZ doch bereits im April 2014, als sich der Baubeginn erneut verzögerte: „Die Justiz setzt mit diesem Gebäudekomplex auch städtebaulich für Jahrzehnte einen Eckstein. Da kommt es auf ein paar Monate nicht mehr an.“ Letzteres gilt offenbar auch für den Abschluss der Bauarbeiten, die aktuell für Mai 2019 vorgesehen sind, sodass in dem altehrwürdigen, über 100 Jahre alten Gebäude einschließlich des mehr als doppelt so großen Erweiterungsbaus voraussichtlich im August wieder Recht gesprochen wird.

Dachfläche 1500 Quadratmeter groß

Die lange Bauzeit begründet Architekt Walter Vielain vom Berliner Büro Abelmann-Vielain-Pock vor allem mit der starken Schadstoffbelastung der alten Dächer, wo der Bauherr jedes Risiko vermeiden wollte. Er ließ alle Balken austauschen und die etwa 1500 Quadratmeter große Dachfläche komplett neu mit flach geschuppten Biberschwänzen eindecken. Und dies mit traditionellen Verzapfungen, die längst nicht mehr alle Dachdecker beherrschen. Zudem legte ein Unternehmen Beschwerde gegen die Vergabe des etwa 800 000 Euro schweren Auftrages zum Einbau der Fenster in den Neubau ein, sodass die Ausschreibung wiederholt werden musste.

Lange Lieferzeiten verzögerten das Vorhaben zusätzlich

„Die größten Schwierigkeiten aber ergeben sich daraus, dass viele Firmen keine neuen Handwerker finden und oft nur mit drei anstatt mit sechs oder sieben Mitarbeitern vor Ort sind.“ Auch die Lieferzeiten für vorgefertigte Fenster oder Brandschutztüren betrügen fünf bis sechs Monate und länger. Vielain ist daher schon sichtlich erleichtert, dass jetzt etwa 90 Prozent aller Fenster im Erweiterungsbau eingebaut sind. Die Anlieferung der großen Spezialfenster in dem 130 Quadratmeter großen Foyer, das die stolze Größe eines Einfamilienhauses erreicht, wird in den nächsten Tagen erwartet. „Wir hoffen, dass dann auch alles passt und das Haus endlich zu ist“, sagt der Architekt.

Mitarbeiter fachlich sehr versiert

Auch etwa 90 Prozent aller Putzarbeiten innen und außen sowie 80 Prozent der Estricharbeiten sind in dem Neubau mit seinen etwa 60 Büros und sieben Verhandlungssälen fertig Bezüglich der Haustechnik fehlt noch die endgültige Freigabe, um die Wände schließen zu können. Die neue Klinkerfassade nahm bisher zu 85 Prozent Gestalt an. „Hier geht ein dickes Lob an die Mitarbeiter der Magdeburger HB-Bau GmbH“, hebt Architekt Vielain hervor. Sie seien fachlich sehr versiert und würden die flachen, geschlämmten Mauersteine sehr gekonnt montieren.

Intensives Licht- und Schattenspiel

Und dies ist nicht einfach. Schließlich entwarfen die Architekten etwa 30 verschiedene Kompositionen, wie mit den Steinen und Fugen umzugehen ist. Mal werden sie zurückgesetzt und an anderer Stelle wieder vorgesetzt, mal glatt und mal zurückliegend verfugt. „Auf diese Weise wirkt die homogene Fassade viel lebendiger und lässt ein intensiveres Licht- und Schattenspiel zu“, begründet Vielain, dessen Herzblut noch immer an diesem Bau hängt, die aufwendige Verarbeitung. Im Inneren des Neubaus fehlen noch alle Endbeschichtungen, sodass auf Maler, Fliesen- und Fußbodenleger noch reichlich Arbeit wartet. Die notwendige Sicherheitsschleuse im Eingangsbereich wird Deller zufolge im März eingebaut.

Holzfenster aufgearbeitet

Bei der im September 2016 begonnenen Sanierung des mehr als 100 Jahre alten Altbaus wurde in den Fluren und Treppenaufgängen die hässliche Ölfarbe beseitigt und der Steinputz aufwendig wieder freigelegt. Die Dacharbeiten nähern sich dem Ende. Fachleute haben alle alten Holzfenster zur Straßenseite aufgearbeitet und im Innenhof im Interesse einer besseren Energiebilanz größtenteils durch neue ergänzt. Im Dachgeschoss sind die Trennwände für die kleine, leider nicht öffentliche Cafeteria, die Bibliothek sowie den großen Besprechungsraum gezogen. Viele Wände im Haus sind allerdings noch offen, weil noch einige Leitungen fehlen. Letzteres gilt auch für Fliesen und Bodenbeläge, die Beleuchtung ist vorbereitet. Bis zum Wiederbezug benötigen die Gerichtsbediensteten allerdings noch eines: wieder einmal Geduld.

Von Franziska Mohr

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