Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Königs Wusterhausen Elektriker beteiligen sich kaum an Ausschreibungen
Lokales Dahme-Spreewald Königs Wusterhausen Elektriker beteiligen sich kaum an Ausschreibungen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
01:15 03.02.2019
„Die Auftragslage ist bombastisch“, sagt Mathias Schulze, Chef der Elektrotechniker-Innung Königs Wusterhausen. Quelle: Josefine Sack
Königs Wusterhausen

Die Handwerksbetriebe in der Region können nicht klagen. Ob Privatpersonen oder Behörden – wer derzeit Firmen für Reparaturen oder Baumaßnahmen sucht, muss sich oft monatelang gedulden. Richtig gut läuft es offenbar für die Elektrotechniker.

Selbst der Landkreis Dahme-Spreewald hat erhebliche Probleme, Firmen für Großprojekte zu gewinnen. Das teilte der Amtsleiter für Zentrales Gebäude- und Immobilienmanagement, Dietmar Licht, kürzlich im Bauausschuss mit.

Etliche Elektriker gehen in Rente

So blieb die Ausschreibung für die geplante Schule des Zweiten Bildungswegs auf dem Funkerberg ohne Ergebnis. Keine einzige Elektrofirma hatte ein Angebot abgegeben – obwohl der Rahmen für die ausgeschriebenen Leistungen bei mehr als einer Million Euro liegt. Und auch für die neue Rettungswachen in Bindow und Leibsch konnte der Landkreis bisher keine Aufträge vergeben, weil die Firmen schlichtweg keine Angebote abgegeben hatten.

Kein einziger Elektrotechnik-Betrieb hat bei der Ausschreibung für den Umbau des früheren Commundo-Hotels auf dem Funkerberg ein Angebot eingereicht. Quelle: G.I.

Dafür, dass es ausgerechnet in seinem Handwerk gravierende Probleme gibt, hat der Vorstandschef derElektrotechniker-Innung Königs Wusterhausen, Mathias Schulze, eine simple Erklärung: „Uns fehlen die Fachkräfte.“ Als Mitglied im Landesinnungsverband Berlin-Brandenburg beruft er sich auf aktuelle Erhebungen, wonach sich bis zum Jahr 2030 deutschlandweit hunderttausende Elektroinstallateure in den Ruhestand verabschieden.

Potenzielle Azubis gibt es kaum

Zwar liegen hierzu für das Gebiet im Altkreis Königs Wusterhausen keine konkrete Zahlen vor. Laut Mathias Schulze sind aktuell noch circa 70 Betriebe in der Region ansässig, rund 40 davon sind Mitglieder in der Innung. Jahrelang sei die Zahl der Firmen relativ stabil gewesen, sagt der Elektrotechniker-Meister. „Erst in den letzten drei Jahren merkt man einen leichten Rückgang.“

Darauf angesprochen, woher er in Zukunft neue Auszubildende nehmen soll, zuckt Mathias Schulze bloß mit den Schultern. Mit Anfang 20 gründete der heute 35-Jährige in Gräbendorf seine eigene Firma. Mittlerweile hat er zwölf Mitarbeiter. Auf der Suche nach Nachwuchskräften lässt der Jungunternehmer nahezu keine Jobmesse aus und arbeitet auch mit Schulen in der Region zusammen.

Schlechtes Image und schlechte Bezahlung

Dass es dennoch kaum Bewerber gibt, begründet Schulze mit dem schlechten Image des Elektriker-Berufs. „Die Zeiten, in der wir mit Schlitz- und Stemmfräse hantierten und dicke Kabel umherwuchten mussten, sind vorbei.“ Längst werden nicht mehr nur Monteure gebraucht. In Zeiten von E-Autos, Smart Homes und digitalen Produktionsstätten seien Elektrotechniker gefragter denn je.

Trotz des fachlichen Know-how, das der Branche abverlangt wird, stiegen die Löhne nur schleppend. Mittlerweile hat sich die Situation zwar verbessert. Dennoch ist Schulze überzeugt: „Die jahrelange schlechte Bezahlung fällt uns jetzt auf die Füße.“

Der Fachkräftemangel ist nicht der einzige Grund, weshalb sich kaum noch Firmen an öffentlichen Ausschreibungen beteiligen: „Es kursieren teilweise chaotische Elektroplanungen“, lässt Schulze durchblicken. Hinzu kommt eine große Kostenunsicherheit, insbesondere öffentlichen Bauvorhaben: „Angesichts der bombastisch guten Auftragslage bindet sich diesen Stress niemand gern ans Bein.“

Von Josefine Sack

Königs Wusterhausen muss seine Vorzüge viel mehr zeigen. Mit vereinten Kräften können Gewerbetreibende dazu beitragen. Davon ist der neue Vorstand beim Verein Citypartner überzeugt.

03.02.2019

Der bauliche Zustand der Jugendklubs in Königs Wusterhausen ist katastrophal. Kein einziger Raum entspricht den Standards. In einem Punkt bekam die Stadt aber die Bestnote.

03.02.2019

Vor 100 Jahren hat Max Bätcher seinen Uhrmacherbetrieb eröffnet, heute führt diesen sein Enkel Joachim Bätcher. Obwohl er längst Rentner ist, öffnet er zweimal in der Woche seine Werkstatt in Neue Mühle.

03.02.2019