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Königs Wusterhausen Stadt will angestellte Feuerwehrleute zu Beamten machen
Lokales Dahme-Spreewald Königs Wusterhausen Stadt will angestellte Feuerwehrleute zu Beamten machen
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01:15 28.01.2019
Feuerwehrfahrzeug in der Wache Köpenicker Straße. In Königs Wusterhausen arbeiten 30 hauptamtliche Feuerwehrleute, die Stadt will geeignete Bewerber nun verbeamten. Quelle: Frank Pawlowski
Königs Wusterhausen

Fünf hauptamtliche Stellen mussten bei der Königs Wusterhausener Feuerwehr neu besetzt werden. Trotz wiederholter Ausschreibungen fanden sich nur vier geeignete Bewerber. Dabei wird der Bedarf noch größer. In diesem Jahr werden vier Stellen frei. Um einen Wechsel nach Königs Wusterhausen für Berufsfeuerwehrleute attraktiver zu machen, will die Stadt sie nun zu Beamten machen.

Langfristig solle so auch der effektive Brandschutz in der Stadt gewährleistet werden, begründet Bürgermeister Swen Ennullat (FWKW) seinen Vorschlag. Königs Wusterhausen hat 30 hauptamtliche Feuerwehrleute, im Bedarfsplan sind 32 Stellen ausgewiesen. Als Mitarbeiter der Feuerwache sind sie bei der Stadt angestellt. 17 von ihnen könnten sofort verbeamtet werden, sie erfüllen die Voraussetzungen. Außerdem gibt es 49 ehrenamtliche Mitglieder der Königs Wusterhausener Ortsfeuerwehr.

Die alte Feuerwache in der Köpenicker Straße. Ein Neubau auf dem Funkerberg soll die Arbeitsbedingungen für die Feuerwehrleute verbessern. Das wird aber frühestens 2025 der Fall sein. Quelle: Frank Pawlowski

Feuerwehr-Beamte verdienen monatlich rund 500 Euro weniger als Angestellte, bekommen aber höhere Versorgungsleistungen. Bei 17 Beamtenstellen würden jährliche Mehrkosten von rund 850000 Euro entstehen, Pensionen sind in dieser Modellrechnung der Rechnungsprüfer enthalten. Andere Kommunen wie Oranienburg, Falkensee, Eberswalde oder Cottbus sind diesen Weg schon gegangen. Auch Berlin verbeamtet seine Feuerwehrleute und ziehe damit „dem Umland den Großteil potentieller Bewerber ab“, so Bürgermeister Swen Ennullat in seiner Vorlage.

Mit der Verbeamtung könne verhindert werden, dass Feuerwehrleute, die in Königs Wusterhausen ausgebildet wurden, in diese Kommunen abwandern.

Positives Echo bei Stadtpolitikern

Stadtpolitiker der größten Fraktionen reagieren positiv auf den Vorschlag. Die Linke werde ungeachtet der Mehrkosten zustimmen, erklärte Fraktionsvorsitzende Angela Laugsch. „Es gilt, mit einer Vielzahl von Maßnahmen die Attraktivität der Beschäftigung bei der Feuerwehr Königs Wusterhausen zu erhöhen, sonst kann die Feuerwehr zur Rettung nicht mehr ausrücken, da ihr die Mitglieder ausrücken“, sagte sie. Kritiker würden prinzipielle finanzielle Gründe gegen die Verbeamtung anführen. „Aber mit Prinzipien löschen wir keine Brände und retten kein Leben“, so Angela Laugsch.

Der Fraktionschef von SPD/WfKW, Ludwig Scheetz, sagte: „Wir versperren uns dem nicht, wollen aber Klarheit über die langfristigen finanziellen Belastungen haben.“ Grundsätzlich sei die Verbeamtung überlegenswert, um dem Fachkräftemangel vorzubeugen. CDU-Fraktionschef Peter Dreher sieht Königs Wusterhausen im Wettstreit mit anderen Kommunen um die besten Kräften. „Wir waren bisher gut aufgestellt, das sollte auch so bleiben“, sagte er. Nach seiner Ansicht könne die Stadt die Mehrkosten für die Beamtenstellen aufbringen.

Stadtbrandmeister Sando Viehöfer hatte sich vor einigen Wochen auf einer Veranstaltung mit Führungskräften der Königs Wusterhausener Feuerwehren schon zustimmend geäußert. „Aus meiner Sicht ist die Verbeamtung der richtige Weg.“ Er betonte zugleich, dass die freiwilligen Feuerwehrleute weiter unverzichtbar seien. „Ohne sie ist das nicht zu schaffen“, sagte er.

Auf der Veranstaltung hatte Bürgermeister Swen Ennullat erstmals öffentlich über die Verbeamtung gesprochen. Eine Vorentscheidung fällt am 28. Januar im Hauptausschuss des Stadtrates, der eine Empfehlung zu der Vorlage abgibt. Ein Beschluss wird voraussichtlich am 11. Februar in der SVV gefasst.

Von Frank Pawlowski

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