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Königs Wusterhausen 500 Menschen demonstrieren in Königs Wusterhausen
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01:16 06.12.2018
Vor dem König Wusterhausener Rathaus demonstrierten knapp 100 Menschen. Organisator war die Golßener Initiative „Zukunft Heimat“. Quelle: Gerlinde Irmscher
Königs Wusterhausen

Die Polizei ging am Montag in Königs Wusterhausen auf Nummer sicher. Drei Demonstrationen waren für die Stadt angemeldet. Zwei sollten zeitgleich stattfinden, eine war zudem von der Golßener Initiative „Zukunft Heimat“ organisiert, die in Cottbus schon mehr als 1000 Menschen auf die Straße gebracht hatte. Und es ging um Asylpolitik, eines der umstrittensten Themen dieser Zeit. Da fuhren die Beamten lieber zu viel als zu wenig Personal auf.

Bereits am Nachmittag stand deshalb die Bahnhofstraße voll mit Mannschaftswagen der Polizei, darunter auch viele sächsische Fahrzeuge, die zur Unterstützung angefordert worden waren. Etwas abseits waren sogar Wasserwerfer und Schützenpanzerwagen geparkt, nur für den Fall. Aber am Ende blieb alles ganz friedlich.

Vergewaltigungsvorwürfe entkräftet

Das mag auch an der Ausgangslage gelegen haben. Anlass für die Demonstrationen war ein Vergewaltigungsfall, der sich in der vorigen Woche in Königs Wusterhausen zugetragen haben soll. Ein Mädchen hatte behauptet, von zwei Afghanen sexuell missbraucht worden zu sein. Wenige Stunden vor Beginn der Kundgebungen meldete die Staatsanwaltschaft Cottbus aber, dass die Vorwürfe gegen die Afghanen entkräftet sind.

Vergewaltigungsvorwürfe entkräftet

Der Missbrauch einer 15-Jährigen in Königs Wusterhausen hat offenbar nicht stattgefunden. Die Staatsanwaltschaft Cottbus hat am Montagmittag mitgeteilt, dass die Vergewaltigungsvorwürfe entkräftet seien.

Ein dringender Tatverdacht gegen die beiden Verdächtigen sei nicht mehr gegeben.

Die Polizei hatte den zweiten Tatverdächtigen ermittelt. Die 15-Jährige ihn auf Fotos aber nicht identifizieren.

Auch Zeugen hätten die Vorwürfe nicht bestätigt, so die Staatsanwaltschaft. Darüber hinaus habe auch die Spurenauswertung den Tatverdacht nicht erhärtet, sondern die Verdächtigen entlastet. Die Polizei ermittelt weiter.

Für den Sprecher von „Zukunft Heimat“, Christoph Berndt, machte das keinen Unterschied. Am Rande der Kundgebung am Rathaus sagte er, es gebe deshalb „keinen Grund zur Beruhigung“. Ohne den konkreten Anlass aber blieb die Demonstration, an der auch der AfD-Landesvorsitzende Andreas Kalbitz teilnahm, doch eher ein allgemeiner Protest gegen die Asylpolitik – den die Demonstranten nicht einmal auf dem Bahnhofsvorplatz äußern durften. Weil etwas mehr als die 50 angemeldeten Teilnehmer erschienen waren, verlegte die Polizei die Versammlung auf die gegenüberliegende Straßenseite.

300 Demonstranten am Bahnhof

Ruhig blieb es etwas später auch am Bahnhof, wo deutlich mehr Menschen zugegen waren als am Rathaus. Der Organisator dieser Demonstration, der sich selbst als Alexander vorstellte und von der Polizei dem rechten Spektrum zugerechnet wird, mobilisierte immerhin rund 300 Personen. In den Reden, die dort gehalten wurden, wurde ebenfalls in teils harschen Worten die Asylpolitik der Regierung kritisiert, auf Schriftbändern warnten die Demonstranten vor Kindesmissbrauch.

Die Königs Wusterhausener Innenstadt wurde am Montag Schauplatz für gleich drei Kundgebungen. Den rund 400 Asyl-Gegnern standen etwa 50 Gegendemonstranten gegenüber.

Rund 100 Meter davon entfernt, in der Bahnhofstraße, reihte sich von der Polizei abgeschirmt eine Gegendemonstration auf. Zu der hatte die neue Linksjugend aufgerufen. Die Teilnehmer blieben aber zahlenmäßig deutlich unterlegen. An die 50 Teilnehmer beteiligten sich an der Kundgebung in der Bahnhofstraße, darunter einige Vertreter der Flüchtlingshilfe, die mit Kerzen und Schildern für mehr Humanität und ein faires Miteinander protestierten. „Uns ist es wichtig, dass solche schlimmen Dinge nicht instrumentalisiert werden. Unser Mitgefühl gilt allen Menschen, denen Gewalt angetan wird, egal woher sie kommen“, sagte Ute Schilde vom Sprechcafé im Bürgerhaus „Hanns Eisler“.

Kurz nach 19 Uhr waren alle Kundgebungen beendet. Die Polizei sprach von einem störungsfreien Verlauf.

Von Oliver Fischer, Josefine Sack

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