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Königs Wusterhausen Wiesenhof-Betriebsrat schlägt Alarm
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11:27 02.07.2018
Der Wiesenhof-Schlachthof in Niederlehme. Quelle: Gerlinde Irmscher
Niederlehme

Der Betriebsratsvorsitzende der Märkischen Geflügelhof-Spezialitäten GmbH in Niederlehme, Ricardo Schneider, hat die ausbleibende behördliche Genehmigung für mehr Schlachtungen scharf kritisiert. Das „Pingpong-Spiel der Behörden“ gefährde 700 Arbeitsplätze in dem Königs Wusterhausener Ortsteil, erklärte er.

Negative Folgen schon spürebar

Laut Schneider seien die negativen Folgen für die Mitarbeiter bereits spürbar. So seien eine Schicht ausgesetzt und die Produktion gedrosselt worden. „Die Verzögerung der Genehmigung für eine höhere Kapazität trotz umfangreicher Umweltinvestitionen des Unternehmens wird nun zur Gefahr für den gesamten Standort“, so Schneider. Der Betriebsrat wende sich an Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD).

Dramatische Folgen auch für die Stadt

Zur MAZ sagte Schneider, eine Schließung des Standortes hätte auch „dramatische Auswirkungen“ für die Stadt: „Einer der größten Arbeitgeber der Region und ein Unternehmen, das Steuern zahlt, ginge verloren.“ Der Konzern wollte sich am Donnerstag wegen des schwebenden Genehmigungsverfahrens nicht äußern.

Unternehmen schuld an Verzögerungen

Der Sprecher des Landesamtes für Umwelt, Thomas Frey, erklärte auf MAZ-Anfrage: „Von einem Pingpong-Spiel der Behörden kann hier nicht die Rede sein.“ Für die Verzögerungen sei das Niederlehmer Unternehmen selbst verantwortlich. So habe ein Erörterungstermin zu den Erweiterungsplänen wegen fehlerhafter Unterlagen abgesagt und wiederholt werden müssen. Nachweise seien nicht pünktlich erbracht,Vorschläge des Landesamtes zur Beschleunigung des Verfahrens nicht angenommen worden.

Mehr geschlachtet als erlaubt

In Niederlehme waren monatelang 160.000 statt der genehmigten 120.000 Hühner täglich geschlachtet worden. Das Landesamt ordnete eine teilweise Stilllegung an. Das Oberverwaltungsgericht bestätigte das im März in einem Eilverfahren. Die Entscheidung im Hauptverfahren steht noch aus.

Von Frank Pawlowski

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