Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Königs Wusterhausen „Jauchzet, frohlocket!“
Lokales Dahme-Spreewald Königs Wusterhausen „Jauchzet, frohlocket!“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
05:10 28.11.2018
Der Zeuthener Kantatenchor singt Samstag um 19 Uhr in der Königs Wusterhausener Kreuzkirche das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach.
Königs Wusterhausen

Der Kantatenchor Zeuthen wird am Sonnabend um 19 Uhr das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach in der Kreuzkirche in Königs Wusterhausen aufführen. 80 Frauen und Männer werden mitwirken. Karten gibt es kaum noch. Wer dabei sein möchte, muss sein Glück an der Abendkasse versuchen.

Werk erklang erstmals im Jahr 1734

Vor nunmehr 45 Jahren hatte alles mit jenen ersten drei Bach-Kantaten begonnen – daher der Name Kantatenchor. Im Jahr 1973 fanden sich die Sänger als Projektchor zusammen, um das Weihnachtsoratorium zu singen. Weil es so schön war, bleiben sie zusammen, da war man sich einig. Von den Damaligen ist heute wohl nur noch Christoph Graubner dabei. Der Chor mit mehr als 100 Mitgliedern ist seither in einem ständigen Wandel begriffen. Es ist ein Kommen und Gehen, und doch ist er in sich stabil. Eine von denen, die schon lange dabei ist, ist Sabine Pohl. 1989 trat sie dem Kantatenchor bei. Schon um die zwanzig Mal hat sie mit anderen aus dem Chor das Weihnachtsoratorium aufgeführt. „Ich kann es auswendig“, sagt sie.

Sabine Pohl ist langjähriges Mitglied und Vorstandsvorsitzende im Zeuthener Kantatenchor. Quelle: Andrea Müller

Neue im Chor müssten sich dagegen für dieses anspruchsvolle Werk zu Hause auf den Hosenboden setzen. „Nachhilfeunterricht“ für Neulinge gebe es nicht. Dennoch werde intensiv dafür gesorgt, dass der Kantatenchor sein hohes Niveau hält, das er seit Jahren hat und ihn weit über die Region Königs Wusterhausen bekannt machte. In ihm singen Leute nicht nur aus Zeuthen, sondern aus vielen Orten im Landkreis Dahme-Spreewald und Teltow-Fläming. Sogar aus Berlin kommen Musikbegeisterte raus „aufs Dorf“. Einmal in der Woche montags um 19.30 Uhr sind die Proben in der Martin-Luther-Kirche, die gleichzeitig der Stimmbildung bei Karin Lasa – sie singt oft Soli in den Konzerten des Kantatenchores – vorbehalten seien, so Pohl, die Vorstandsvorsitzende ist.

Modulationen sind schwierig

Das Weihnachtsoratorium ist wunderschön. „Hat aber seine Tücken“, weiß Sabine Pohl, die viele Jahre als Ärztin im Achenbach-Krankenhaus tätig war und heute noch dreimal im Monat Notarzt-Schichten fährt, obwohl sie bereits Rentnerin ist. Die Leute kennen das Weihnachtsoratorium aus dem FF und jeder merke, wenn etwas nicht stimmt. Für die Sänger seien die feinen Modulationen schwierig. „Da muss man aufpassen, dass man nicht in die Falle tappt“, sagt sie. Zudem dürfe man das Weihnachtsoratorium nicht langweilig singen. „Das haben wir wunderbar geübt“, schwärmt die langjährige Sopranistin im Kantatenchor. Durch winzige Zeiteinrückungen werde es spannend. Chorleiter Christian Finke-Tange, der 2006 das Erbe von Reinhold Warnat übernahm, leite den Chor hier wie auch bei anderen Stücken herzerfrischend.

Kantatenchor Zeuthen mit Petite Messe solennelle Quelle: Andrea Müller

Die Zeiten haben sich geändert

Das Weihnachtsoratorium singt der Zeuthener Kantatenchor nur noch alle zwei Jahre. Erstmals erklang das Bach-Werk im Jahr 1734. Die erste Kantate war damals erst nach Christi Geburt, also am ersten Weihnachtsfeiertag denkbar. Die Adventszeit, in der das Weihnachtsoratorium in der Regel heute erklingt, war Anfang des 18. Jahrhunderts die Zeit innerer Einkehr, des Fastens und der Buße. Die Zeiten haben sich geändert. Pfefferkuchen, Spekulatius, Dominosteine gehören heute genauso in die Adventszeit wie das Weihnachtsoratorium. Sie geben uns ein Gefühl von Feierlichkeit und Aufbruch jenseits des Konsumrauschs. Musik macht die Menschen eben doch besser. Das meint auch Sabine Pohl. Sie freut sich auf das Konzert am Sonnabend mit seinem „Jauchzet, frohlocket...!“

Von Andrea Müller

Eine 15-Jährige soll auf einer öffentlichen Toilette in Königs Wusterhausen missbraucht worden sein. Ein tatverdächtiger afghanischer Flüchtling ist in Haft. Nach dem zweiten Mann wird gefahndet.

27.11.2018

Die Terraplan Grundstücksentwicklungsgesellschaft investierte auf dem Funkerberg insgesamt etwa 35 Millionen Euro, wobei insgesamt 116 Eigentumswohnungen beziehungsweise Reihenhäuser entstanden sind.

27.11.2018

Die Kulturfestspiele lassen die Saison in Königs Wusterhausen mit einem besonderen Konzert ausklingen. Das Trio Marvin ist an sich schon einen Besuch wert. Es spielt Werke eines Komponisten-Trios.

27.11.2018