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Königs Wusterhausen Im scharfen Fall nach Königs Wusterhausen
Lokales Dahme-Spreewald Königs Wusterhausen Im scharfen Fall nach Königs Wusterhausen
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06:56 03.08.2018
Vom Königs Wusterhausener Schloss war Oskar Kilian sehr angetan, besonders vom Bronzehirsch, der im Hof stand. Er verschwand nach dem Zweiten Weltkrieg. Quelle: Frank Pawlowski
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Königs Wusterhausen

Ende des 19. Jahrhunderts erschien eine Heftreihe unter dem Titel „Radler-Streifzüge durch die Mark Brandenburg“, die auch Ausflugstipps für das Dahmeland enthält. Autor Oskar Kilian (1860-1938) war Schriftsteller und Chefredakteur der

Titelblatt des Heftes, das eine Tour durch die Region beschreibt. Quelle: Frank Pawlowski

Märkischen Radfahrer-Zeitung. Anders als die berühmten gleichnamigen „Wanderungen“ Theodor Fontanes gerieten Kilians „Streifzüge“ in Vergessenheit. Nun sind sie für ein breites Publikum wieder zugänglich.

Zufällige Entdeckung

Das ist mit ein Verdienst des Königs Wusterhauseners Jens Bemme. Der 40-jährige, der in Dresden lebt, ist Mitarbeiter der Sächsischen Landesbibliothek und leidenschaftlicher Radfahrer. Eines Tages entdeckte er zufällig ein Heft der Kilian-Reihe. Fortan setzte er sich dafür ein, dass sie digital veröffentlicht wird. Mit Erfolg.

Online verfügbar bei der ZLB

In der Zentralen Landesbibliothek Berlin, die schon über mehrere Streifzüge verfügte, sind inzwischen neun der 20 Hefte online verfügbar. Darunter ist auch der Teil „Im Spreewald“, in dem Kilian auf 47 Seiten eine knapp 100 Kilometer lange Tour von Berlin bis nach Burg beschreibt. Ein Fahrtenplan zeigt die einzelnen Stationen samt Entfernungsangabe im Überblick.

Der verwaiste Landgasthof in Neue Mühle. Bei Kilians Besuch vor 120 Jahren pulsierte im Ort das Sommerleben. Heute sind Touristen hier nur noch auf Durchfahrt. Quelle: Frank Pawlowski

„In scharfen Fall fahren wir hinter der Försterei Wustermark in Königs Wusterhausen ein“, schreibt Kilian über seine Schussfahrt den Berliner Berg hinunter. Das Schloss machte schon damals Eindruck auf Besucher. Der „erzene, in die frische Morgenluft ausschreiende Hirsch“, den Kilian sah, gibt es aber nicht mehr. Doch die schiefen Fenster, die er ebenfalls beschreibt, sind noch da. Den „hübschen, stillen Park“ erwähnt er ebenso. „Wir sind hier zu früher Stunde eingerückt, eine Besichtigung ist deshalb ausgeschlossen und bleibt für einen späteren Ausflug aufgespart.“

Am Schloss Zeesen fuhr Oskar Kilian vorbei. Es steht seit vielen Jahren leer. Quelle: Frank Pawlowski

Weiter geht es unter der Bahnbrücke hindurch nach Neue Mühle. Kilian fährt auf der heutigen Storkower Straße entlang, „durch hübschen Wald bis zur, von Sommergästen stark besuchten, hübsch am rauschenden Wehr“ gelegenen Mühle. Heute ist es dort eher ruhig. Der Landgasthof Riedels ist seit Jahren verwaist. Neue Mühle ist zum Transit für Sommergäste geworden, die in ihren Booten die Schleuse passieren. Nach dem Abstecher geht es zurück zur Bahnlinie in Königs Wusterhausen, wo Kilian in die heutige Straße Am Güterbahnhof in Richtung Zeesen abbiegt.

Der Königs Wusterhausener Jens Bemme setzte sich dafür ein, dass Kilians Hefte digitalisiert wurden. Er erstellte den bisher einzigen Wikipedia-Eintrag für Oskar Kilian. Quelle: Frank Pawlowski

Kilian und seine Begleiter gelangen bis ins heutige Märkisch Buchholz, das damals Wendisch Buchholz hieß. „Auf den sonnenbeschienen Straßen und Gässchen liegt tiefe Stille, kein Mensch ist zu sehen.“ Im Hotel de Rome kehren die Ausflügler damals ein. Kirchendichter Paul Gerhardt schrieb hier auf dem Weg ins Lübbener Exil das Lied „Befiehl du deine Wege“, wie Kilian ehrfurchtsvoll erwähnt. Über Klein-Wasserburg und Neu-Lübbenau geht die Reise in den Spreewald weiter.

Praktische Tipps und Heimatgeschichte

Die damaligen Leser bekommen praktische Tipps wie den Rat an Spreewaldtouristen, sich vorher anzumelden. Zu den Orten gibt es aber auch teils ausführliche geschichtliche Erläuterungen. Aber nicht nur das. „In den Radler-Streifzügen steckt ganz viel altes Radfahrerwissen, auch aus Königs Wusterhausen. Oskar Kilian kannte sich aus“, sagt Jens Bemme. Die Links zu den Streifzügen stehen auf seiner Internetseite jensbemme.de und auf den Seiten der Zentralbibliothek digital.zlb.de, Stichwort Radler-Streifzüge.

Von Frank Pawlowski

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