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Königs Wusterhausen Mutter wartet seit zwei Jahren auf Kitaplatz
Lokales Dahme-Spreewald Königs Wusterhausen Mutter wartet seit zwei Jahren auf Kitaplatz
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01:15 02.02.2019
Francoise Schmohl mit Sohn Taylor-Elias auf dem Arm und ihrer Mutter Carola Schmohl auf der Bahnhofstraße in Königs Wusterhausen. Quelle: Frank Pawlowski
Königs Wusterhausen

Erst im Sommer können Königs Wusterhausener Eltern wieder mit freien Kitaplätzen rechnen. Francoise Schmohl hat aber wenig Hoffnung, dass sie ihren Taylor-Elias dann endlich in eine Kindertagesstätte geben kann. Die 29-jährige Zeesenerin wartet seit zwei Jahren vergeblich darauf, dass ihr ein Platz zugewiesen wird. Sie hat sich das alles viel leichter vorgestellt.

Im Dezember 2016 reichte sie den Kita-Antrag ein. Seither hat sie nichts mehr von der Stadt gehört. Als sie sich erkundigte, gab es sogar eine Hiobsbotschaft. Ihr Antrag sei nicht auffindbar im System, sie solle einen neuen stellen. „Damit rücke ich wieder ganz nach hinten auf der Warteliste“, befürchtet die junge Alleinerziehende. „Hätte ich das gewusst, hätte ich schon viel früher Druck gemacht.“

Resigniert klingt sie nicht. Auch nicht verbittert. Sie spricht offen und ohne jeden Vorwurf über ihre Lage, vielleicht sogar ein bisschen blauäugig. Andere Eltern berichten von regelrechten Kämpfen mit den Behörden um einen freien Kitaplatz. Francoise Schmohl vertraute hingegen darauf, dass alles seinen Gang gehen wird. Nach der einjährigen Elternzeit ging sie zunächst wieder arbeiten. Die Oma passte auf den Kleinen auf. Doch irgendwann musste die junge Mutter sich wieder selber kümmern. Mit ihrer Arbeit ließ sich die Kinderbetreuung zu Hause nicht mehr vereinbaren. Sie hätte nur noch an den Wochenenden oder abends eingesetzt werden können. „Ich musste kündigen, weil ich nicht mehr so flexibel war“, sagt sie. „Ich würde sofort wieder arbeiten gehen, wenn ich mein Kind betreuen lassen könnte.“

Mutter steckt im Teufelskreis

Nun steckt Francoise Schmohl in einem Teufelskreis. Sie beschreibt es so. „Ohne Kitaplatz finde ich keine Arbeit, und ohne Job keinen Kitaplatz.“ Sie freut sich zwar, dass sie so viel Zeit mit ihrem Sohn verbringen kann. Doch die Nachteile sind ihr bewusst. Dem Zweijährigen fehlt der Kontakt mit Gleichaltrigen. In der Kita könnte er besser gefördert werden.

Für Begegnungen mit anderen Müttern in einem öffentlichen Rahmen gibt es in Zeesen praktisch keine Möglichkeiten. Eine Eltern-Kind-Gruppe ist mangels Nachfrage gerade wieder geschlossen worden. Francoise Schmohl bedauert das sehr. „Das war ein schönes Angebot, das hätte ich gerne weiter genutzt“, sagt sie. In dem früheren Kita-Gebäude in der Puschkinstraße sollen nun wieder Kitaplätze geschaffen werden.

Die junge Zeesenerin arbeitete vier Jahre bei der Bundeswehr, übte dort verschiedene Tätigkeiten aus. Einen Berufsabschluss hat sie noch nicht. Sie interessiert sich für eine Erzieher-Ausbildung, doch die Hürde ist zu hoch für sie. Zuvor müsste sie sich erst zwei Jahre lang zum Sozialassistenten ausbilden lassen, ohne eine Vergütung. „Mit Kind habe ich da keine Chance“, sagt sie.

Berufstätige haben bessere Aussichten

Als Alleinerziehende fühlt sie sich benachteiligt. Sie berichtet, dass zwei Familien aus der Nachbarschaft schon Kitaplätze für die Kinder bekommen hätten, ohne so lange gewartet zu haben. Das findet Francoise Schmohl ungerecht. Den juristischen Weg will sie dennoch nicht gehen. „Dafür hätte ich keinen Nerv.“ Im Sozialausschuss der SVV kam unlängst zur Sprache, dass berufstätige Eltern bessere Aussichten auf einen Kitaplatz haben.

Francoise Schmohl hofft, dass sie bald wieder einen Job findet. Am besten bei einem Arbeitgeber mit Kinderbetreuung im Haus. „Das wäre doch eine absolute Marktlücke“, sagt sie.

 

Von Frank Pawlowski

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