Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Königs Wusterhausen Diskussion über Königspark wird fortgesetzt
Lokales Dahme-Spreewald Königs Wusterhausen Diskussion über Königspark wird fortgesetzt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:53 04.12.2018
Die Fraktionen SPD/WfKW und Linke in der Königs Wusterhausener SVV.: Der gemeinsame Antrag zum Wohnungsbau wurde mit 16 zu 13 Stimmen abgelehnt. Quelle: Frank Pawlowski
Königs Wusterhausen

Viele Diepenseer waren zur Stadtverordnetenversammlung am Montag in den Rathaussaal gekommen. Gefühlt war das halbe Dorf da. Die Bewohner des kleinsten Königs Wusterhausener Ortsteils mussten fünf Stunden lang ausharren, bis die Entscheidung fiel, die sie am meisten interessierte. Es war kurz vor 22 Uhr, als die Umwandlung des nördlichen Königsparks in ein Wohngebiet in der SVV mit 16 zu 13 Stimmen abgelehnt wurde. Die Diepenseer atmeten erleichtert auf.

Gleich zum Auftakt der SVV hatten mehrere von ihnen in der Einwohnerfragestunde deutlich gemacht, was sie von der Idee halten – nichts. Besonders die Furcht vor einer „Stadt in der Stadt“ kam zum Ausdruck, „völlig überdimensioniert“ sei das Vorhaben. Vor einem Verkehrskollaps wurde gewarnt. Aufgeschreckt wurden die Diepenseer von einem Masterplan der Firma Solwo für eine Gartenstadt mit 3500 Wohnungen im Königspark.

Bürgerdialog gefordert

Im Antrag der Fraktionen SPD/WfKW und Linke, Wohnungsbau im Königspark zu ermöglichen, sei auf Zahlen jedoch bewusst verzichtet worden, wie Fraktionschef Ludwig Scheetz (SPD) betonte. „Wir wollen eine ergebnisoffene Diskussion darüber anstoßen, wie wir eine seit Jahren leer stehende Fläche entwickeln können“, sagte er. „Am Ende kann auch stehen, dass wir dort keine Wohnungen bauen wollen.“ Dass trotzdem schon die Umwandlung in ein Wohngebiet beschlossen und der Bürgermeister beauftragt werden sollte, bis März den Entwurf eines Bebauungsplanes vorzulegen, leuchtete vielen Stadtpolitikern nicht ein. Widersprüchlich war auch, dass der Solwo-Masterplan die Grundlage für die Diskussion sein soll.

„Der Bürgerdialog muss an erster Stelle stehen, deshalb lehnen wir den Antrag ab“, sagte CDU-Fraktionschef Peter Dreher. Die Einwände der Diepenseer hätten gezeigt, „dass man nicht über die Köpfe der Bürger hinweg agieren“ sollte. Bürgermeister Swen Ennullat (FWKW) sprach sich für den Erhalt des Gewerbegebiets Königspark aus. „Jährlich werden 200 bis 300 Wohnungen in Königs Wusterhausen gebaut, die den Bedarf abdecken. Für die nächsten zwei Jahrzehnte haben wir genügend Flächen“, sagte er.

Wohnungsbau weiter ein Thema

Ein Wohnungsbau im nördlichen Königspark bleibt aber im Gespräch. CDU-Stadtverordneter Peter Dittrich glaubt, dass es durchaus Bedarf geben werde, zum Beispiel durch die 500 bis 1000 Arbeitsplätze, die im benachbarten Technologiepark auf dem Funkerberg entstehen sollen. „Der Solwo-Masterplan ist deutlich zu hoch gegriffen. Wenn er kleiner ausfällt, kann man über alles reden“, sagte er. Die gewerbliche Nutzung ist ebenfalls nicht ausgeschlossen. Laut Ludwig Scheetz ist im Königspark eine 24-Stunden-Logistik-Betrieb zulässig. Anfragen von Interessenten gab es laut Solwo schon. Sie seien wegen der Wohnungsbaupläne zurückgestellt worden. Mehrere Solwo-Vertreter hatten die SVV-Debatte mit verfolgt. Nach der Abstimmung verließen sie den Saal rasch und wortlos.

Im südlichen Königspark, in dem Wohnungsbau erlaubt ist, planen Solwo und das Berliner Wohnungsunternehmen Gewobag knapp 300 Wohnungen und eine Kita.

Von Frank Pawlowski

Das Café Eisgenuss in der Bahnhofstraße in König Wusterhausen zeigt dem Winter die kalte Schulter. Es bleibt geöffnet. Das Eissortiment wurde sogar aufgestockt. Und selbst gebackenen Kuchen gibt es auch.

04.12.2018

Königs Wusterhausen bekommt ein neues evangelisches Zentrum. Das Pfarrhaus an der Kreuzkirche wird umgebaut und erweitert. Auch die Diakonie zieht mit einem Angebot ein.

07.12.2018

Der große nördliche Teil des Königsparks in Königs Wusterhausen wird nicht in ein Wohngebiet umgewandelt. Der Stadtrat stimmte dagegen. Zum Schulneubau in Senzig gab es eine Vorentscheidung.

06.12.2018