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Königs Wusterhausen Missbrauchsfall: Zweiter Tatverdächtiger noch nicht gefasst
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01:19 01.12.2018
In diesem WC-Häuschen soll die junge Frau missbraucht worden sein. Quelle: Hannah Rüdiger
Königs Wusterhausen

Die Polizei fahndet weiter nach einem Mann, der am Missbrauch einer 15-Jährigen in Königs Wusterhausen beteiligt gewesen sein soll. Ein Tatverdächtiger sitzt bereits in Untersuchungshaft. Es ist ein 21 Jahre alter Flüchtling aus Afghanistan. Sein Komplize soll ebenfalls ein afghanischer Flüchtling sein. Der Fall löst in der Stadt große Diskussionen aus.

Toilette war mutmaßlicher Tatort

Die junge Frau soll in der öffentlichen Toilette auf der Mühleninsel von den beiden Männern missbraucht worden sein. Sie meldete sich zwei Tage nach dem Vorfall bei der Polizei, die kurz darauf einen Tatverdächtigen festnahm. Gegen ihn wurde am Samstag ein Haftbefehl erlassen. „Die Ermittlungen zur Ergreifung des zweiten Tatverdächtigen laufen derzeit weiter“, sagte Polizeisprecher Maik Kettlitz am Mittwoch der MAZ.

Kirche bietet dem Opfer Beistand an

Die Kirchengemeinde Königs Wusterhausen bietet der jungen Frau und ihrer Familie Beistand und Unterstützung an, wie Pfarrer Ingo Arndt am Mittwoch sagte. Die Gemeinde sei entsetzt und tief betroffen über den Missbrauchsverdacht. Der Vorfall müsse schnell geklärt werden.

Pfarrer Ingo Arndt ruft zur Besonnenheit auf. Quelle: Gerlinde Irmscher

„Für das friedliche Miteinander in der Stadt ist es unabdingbar, jetzt besonnen die Ergebnisse der Ermittlungen abzuwarten. Jede Eskalation muss vermieden werden“, sagte Arndt.

Stärkere Präsenz der Ordnungshüter

Im Königs Wusterhausener Rathaus gab es am Mittwoch ein Gespräch mit Polizeivertretern. „Aus Sicht der Stadt muss es der gemeinsame Anspruch sein, die Präsenz von Polizei und Ordnungsamt in der Innenstadt weiter zu erhöhen“, teilte Bürgermeister Swen Ennullat (FWKW) mit. Mitarbeiter beider Behörden würden künftig verstärkt gemeinsam Streife gehen. „Solche entsetzlichen Übergriffe oder auch nur Angsträume in unserer Stadt darf es nicht geben“, sagte Ennullat. „Auf aggressives und gewalttätiges Verhalten muss immer umgehend reagiert werden.“ Das wirke auch präventiv. Zur Unterstützung der örtlichen Polizei habe er sich schriftlich an den Polizeipräsidenten gewandt.

Stadt bietet Opfer Hilfe an

Die Stadt werde dem Opfer und dessen Familie bei der Vermittlung von Hilfsangeboten unterstützen, sofern das gewünscht sei. Für den Schlosspark strebt die Stadt eine Sicherheitspartnerschaft mit der Schlösserstiftung an. Für den Bahnhof gibt es bereits eine solche Vereinbarung.

Das sagt eine Flüchtlingshelferin

Die ehrenamtliche Flüchtlingshelferin Swantje Rosenboom äußerte die Sorge, dass die erfolgreiche Flüchtlingsarbeit in Dame-Spreewald in Frage gestellt wird. „Ich würde mir wünschen, dass wir Vertrauen in die Arbeit der Polizei haben und ihr Zeit lassen, die Sache aufzuklären“, sagte sie.

Bündnisgrüne loben schnelle Verhaftung

Der Kreisverband der Bündnisgrünen verurteilte am Mittwoch den mutmaßlichen Missbrauch der jungen Frau und forderte eine schnelle und umfassende Aufklärung. „Gewalt und sexueller Missbrauch sind durch nichts und in keiner Situation zu rechtfertigen“, erklärte Vorstandsmitglied Sebastian Koeppen. Er lobte die schnelle Verhaftung eines Tatverdächtigen. Der Fall zeige, dass der Rechtsstaat schnell und konsequent handele, „unabhängig von der Herkunft. „Wir erwarten von allen gesellschaftlichen Akteuren eine besonnenen Umgang in der aktuellen Situation“, sagte Koeppen.

Auf Facebook schlagen die Wellen hoch

Im sozialen Netzwerk Facebook schlugen die Wellen nach Bekanntwerden des Vorfalls hoch. Das Echo der zahlreichen Kommentare ist geteilt. „Krimminelle Ausländer raus“ schreibt mit sechs Ausrufezeichen ein Nutzer. Ein anderer fordert einen „absoluten Zuzugsstopp und konsequente Rückführung“. Eine Nutzerin schreibt: „Der 100000ste Einzelfall“. In einem Beitrag wird vor Vorverurteilungen der tatverdächtigen Flüchtlinge gewarnt. „Die Unschuldsvermutung gilt wohl bei den Menschen nicht“, heißt es da. Ein anderer Nutzer beklagt „pauschale Verunglimpfungen“.

Fall vom Juni an Staatsanwaltschaft übergeben

Ein Kommentar verweist auf einen Fall vom Juni im Königs Wusterhausener Schlosspark. Laut Polizeibericht waren damals vier Mädchen im Alter zwischen 14 und 17 Jahren von afghanischen Asylbewerbern massiv bedrängt und unsittlich berührt worden. Es seien vier polizeibekannte Tatverdächtige festgestellt worden. Wie ein Polizeisprecher am Mittwoch auf MAZ-Anfrage mitteilte, liegt der Fall inzwischen bei der Staatsanwaltschaft Cottbus. Für eine Auskunft zum Verfahrensstand war dort am Mittwoch niemand erreichbar.

Von Frank Pawlowski

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