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Königs Wusterhausen Jubiläum fürs Neubaugebiet
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06:22 14.06.2018
Der Leninring, heute Schenkendorfer Flur. Hier zog Iris Stechow 1982 ein. Quelle: Archiv/Kugel
Königs Wusterhausen

Iris Stechow kann sich noch gut an den Tag erinnern, als sie in den Leninring im Königs Wusterhausener Neubaugebiet zog. Es war der 6. Juni 1982. „Wir waren die ersten in dem Haus“, erzählt die 65-Jährige. Die Wohnung war noch gar nicht richtig fertig. Die Küche fehlte noch. Trotzdem war Iris Stechow überglücklich. „Wir kamen uns vor wie im Tanzsaal, so groß war alles.“

Die Goethestraße 1975. Für die wenigen Autos gab es noch genügend Parkplätze. Quelle: Archiv/Kugel

Das Wohngebiet jenseits der heutigen Luckenwalder Straße, die damals Salvador-Allende-Straße hieß, strebte da allmählich seiner Vollendung zu. Angefangen hatte die „größte Stadterweiterung in der Geschichte Königs Wusterhausens“, wie es Gottfried Grohmann in seiner Chronik nannte, eigentlich schon Anfang der 1960er Jahre mit dem Goethe-Viertel, auch Dichter-Viertel genannt. Rund um die Goethestraße entstanden Wohnhäuser in der Johannes-R.-Becher-Straße, der Bertholt-Brecht-Straße und der Heinrich-Heine-Straße. Sie waren das erste größere Neubaugebiet der Stadt.

Vormarsch der Platte

Allerdings wurden sie größtenteils noch Stein auf Stein gebaut. Erst in den 1970er und 1980er Jahren folgten die Plattenbauten, die bis zum Stadtrand am früheren Leninring, heute Schenkendorfer Flur, errichtet wurden – auf „Wiesen, Brachen und Rübenäckern“, wie Gottfried Grohmann schreibt. Sie sind das Sinnbild für das Neubaugebiet, in dem mehr als 9000 Menschen leben.

Würfelbauten am Fontaneplatz. Quelle: Archiv/Kugel

Iris Stechow denkt gerne an die Zeit im Leninring zurück. „Es war ein tolles Lebensgefühl“, sagt sie. „Die Kinder hatten Platz zum Spielen, die Nachbarn halfen sich.“ Die Wohnungen mit Bad, Küche und Balkon waren für sie ein Luxus. Iris Stechow lebte vorher in einem Altbau in Friedrichshain. Als die Familie größer wurde, bekam sie eine Fünf-Raum-Wohnung in der Herderstraße, inzwischen wohnt sie in der Goethestraße.

Stadtteilfest am 16. Juni

Der 30. Jahrestag der Fertigstellung des Königs Wusterhausener Neubaugebietes wird am 16. Juni am Fontaneplatz groß gefeiert.

Das Stadtteilfest beginnt um 13 Uhr mit dem Trödelmarkt und endet gegen 22 Uhr. Auf dem Programm ab 14 Uhr steht unter anderem Livemusik.

Der Lange Kerl Detlef Wachs gehört zu den Gratulanten, es gibt ein Kinderfest.

Der früherer Bürgermeister Artur Winklmann erzählt, wie das Neubaugebiet entstand. Er war von 1957 bis 1990 Stadtoberhaupt in Königs Wusterhausen.

Veränderungen hautnah miterlebt

Viele Veränderungen hat sie hautnah miterlebt, die meisten empfindet sie als negativ. Das umstrittene Wort „Ghetto“ fällt, wenn sie über die Zustände rund um den Fontaneplatz oder auf der große Wiese an der Märkischen Zeile spricht, über Diebstähle und Sachbeschädigungen klagt. „Damals war es viel ruhiger. Nach der Wende ging es bergab.“ Manches gefällt ihr, wie die blaue Welle vor dem Fontane-Club. Sie ist dort oft mit ihren Enkeln, die auf dem Tartanbelag gerne spielen und toben. Mit dem neuen Bürgertreff nebenan kann sie allerdings nichts anfangen. „Ein großer Spielplatz für die Kinder wäre dort besser gewesen“, meint sie. Im 1995 eröffneten Fontane-Center trifft sie sich regelmäßig mit Bekannten zum Stammtisch.

Iris Stechow lebt seit 1982 im Neubaugebiet. Quelle: Frank Pawlowski

So spottete der Volksmund

Es gibt unzählige Geschichten über das Neubaugebiet. Einheimische haben es einst als „Sachsenhausen“ verspottet, weil viele Sachsen hier einzogen, die in Berlin arbeiteten. „Steinhausen“ war ebenfalls ein Begriff im Volksmund. „Waldsiedlung“ wiederum ist ein neuer Namensvorschlag. Er wurde im Vorjahr im Rahmen einer Befragung im Neubaugebiet gemacht. Deren Ergebnisse sind aber wieder in der Versenkung verschwunden.

Ein Stück Heimat

Iris Stechow lebt jetzt im ruhigeren Teil. Das Neubaugebiet mit seinen guten und schlechten Seiten ist trotzdem ihre Heimat geblieben. Anders als manche ihrer Kinder will sie nicht weg, schon gar zurück nach Berlin. „Das würde ich nicht mehr machen. In Königs Wusterhausen ist es viel schöner.“

Von Frank Pawlowski

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