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Königs Wusterhausen Deutsche Erde auf fernen Kriegsgräbern
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01:16 25.02.2019
Willy Hampe (l) und Oskar Gergs sprachen über das, was ihnen durch das Projekt zum 100. Jahrestag des Ausbruchs des Ersten Weltkrieges fürs Leben mit auf den Weg gegeben wurde. Quelle: Andrea Müller
Königs Wusterhausen

Am Schiller-Gymnasium in Königs Wusterhausen ging am Freitag ein Projekt nach mehr als sechs Jahren zu Ende, das Holger Wedekind ins Leben gerufen hatte. Es beschäftigte sich mit dem Ersten Weltkrieg, seinen Ursachen, seinen Folgen, seinen Lehren. Schüler aus sechs Jahrgängen, die den Politik-Leistungskurs von Wedekind besuchten, nahmen daran teil. Sie versammelten sich am Freitag noch einmal in ihrer Schule, um über das Erlebte von damals zu berichten – allerdings aus dem Blickwinkel von heute.

Zum Abschluss kamen Gäste

Neben den Schülern und Ehemaligen kamen auch Landrat Stephan Loge (SPD), Oliver Breithaupt von der Deutschen Kriegsgräberfürsorge und Agnieszka Idkowiak von der Partnerschule im polnischen Szamotuły.

Zu Beginn erinnerte Schulleiter Mario Bengsch an Worte von Jean Claude Junker, der empfohlen habe, Soldatenfriedhöfe zu besuchen, wenn man heute an Europa zweifle und verzweifle. Wie kein Ort sonst vermittelten diese, was Krieg bedeute.

Früher Feinde, jetzt Partner

Hier knüpfte Andreas Klaus an, der 2015 sein Abitur am Schiller-Gymnasium abgelegt hatte. Er war mit den Projektteilnehmern in Brüssel, besuchte das Europa-Parlament, sprach mit Europa-Politikern. Zwei Jahre später sei er als Soldat der Bundeswehr wieder in Belgien zu einer Übung gewesen. „Wir standen uns nicht mehr wie damals als Feinde gegenüber, sondern als Partner“, sagte er.

Andreas Klaus, ehemaliger Schüler am Schiller-Gymnasium, berichtete über das, was ihm nach dem Projekt zum Ersten Weltkrieg bleibt. Quelle: Andrea Müller

Selbst verantwortlich

Willy Hampe und Oskar Gergs waren 2015 mit einer Gruppe polnischer Schüler in Köthen unterwegs, besuchten den Soldatenfriedhof in Halbe. Trotz Verständigungsproblemen habe man sich zusammen gerauft. „Mit 22 Polen sind wir bis heute noch über Facebook befreundet“, erklärte Oskar Gergs. Willy Hampe sprach von seiner Sorge angesichts von Rechtspopulismus. „Wir haben es selbst in der Hand, dass so etwas wie damals nicht wieder passiert“, ergänzte er.

Vom Glück, heute zu leben

Die Worte von Gabriel Rosenberger gingen besonders unter die Haut. Er war mit der Gruppe in Verdun, dem wohl bekanntesten Schauplatz des Ersten Weltkrieges. Johanna Donhauser und Charlott Schneider beteuerten ihr Glück, in der heutigen Zeit zu leben und „bei Herrn Wedekind Unterricht gehabt zu haben“. Wie viele andere Redner vor ihnen sprachen sie von dem berührenden Moment, deutsche Erde auf die Gräber fern der Heimat gestreut zu haben.

Neue Freunde gewonnen

Agnieszka Idkowiak redete mit großer Wärme von ihren Erinnerungen. „Ich habe hier neue Freunde gewonnen. Ihr bleibt in meinem Herzen“, sagte sie. Landrat Stephan Loge verlieh seiner Freude Ausdruck, wie lebendig die jungen Leute über das berichten, was ihnen von diesem Projekt bleibt. „Sie sind die Multiplikatoren der Zukunft“, gab er ihnen mit auf den Weg.

Agnieszka Idkowiak und Holger Wedekind am Freitag zum Abschluss des Projektes im Schiller-Gymnasium in Königs Wusterhausen. Quelle: Andrea Müller

Es hat sich gelohnt

Holger Wedekind beendete dieses Projekt nach nun über sechs Jahren mit einem weinenden und einem lachenden Auge. „Es hat sich gelohnt“, sagte er, als alles vorbei war und seine Schüler wieder hinaus in die Welt eilten.

Von Andrea Müller

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