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Königs Wusterhausen Streit um teure Reparatur der Dahmebrücke
Lokales Dahme-Spreewald Königs Wusterhausen Streit um teure Reparatur der Dahmebrücke
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00:21 09.11.2018
Die kaputte Rad- und Fußwegbrücke liegt seit November 2016 im hafen. Quelle: Frank Pawlowski
Königs Wusterhausen

Die Kostenexplosion für die Reparatur der Fuß- und Radwegbrücke über die Dahme sorgt zunehmend für Kritik. Der Wildauer Finanzausschussvorsitzende, Mark Scheiner (CDU), fordert eine plausible Erklärung dafür. „Das ist für mich fragwürdig. Wir werden nicht mehr Geld ausgeben, solange nicht klar belegt wird, warum das so teuer geworden ist“, sagte er am Montag der MAZ.

Bei einer Prüfung ein Jahr vor der Sperrung der Brücke waren keine gravierenden Mängel festgestellt worden. Quelle: Josefine Sack

Scheiner brachte erstmals auch einen Ausstieg Wildaus aus dem gemeinsamen Projekt mit Königs Wusterhausen ins Spiel. Die beiden Städte teilen sich die Reparaturkosten. Ursprünglich betrugen sie 600 000 Euro. Wildau hat 300 000 Euro im diesem Haushaltsjahr eingeplant, müsste nun rund 450 000 Euro zahlen. Das ergibt sich aus der neuen Berechnung der Königs Wusterhausener Stadtverwaltung, die bei dem Projekt federführend ist. Demnach müssen beide Städte jetzt 900 000 Euro für die Reparatur übernehmen, die insgesamt 1,4 Millionen Euro kosten soll, so viel wie 1999 der Neubau der Brücke. Das Land beteiligt sich mit 500 000 Euro.

Auch ein Neubau wäre denkbar gewesen

Es stelle sich Frage, ob die Wildauer Verpflichtung zur Beteiligung an den Kosten angesichts dieser Steigerung überhaupt noch bindend sei, sagte Scheiner. „Bei dieser Größenordnung hätten wir vielleicht von Anfang an über einen Neubau nachdenken können.“ Diese Variante war aus Kostengründen seinerzeit verworfen worden. Den Wiederaufbau der Brücke stellte Scheiner nicht in Frage. „Das muss endlich passieren.“ Denkbar ist laut Scheiner, dass Wildau sich nur mit den eingeplanten Mitteln an der Reparatur beteiligt. Königs Wusterhausen müsste dann die Mehrkosten alleine tragen.

Brücke liegt seit zwei Jahren im Hafen

Die Brücke war im November 2016 wegen Einsturzgefahr abgebaut worden. Sie liegt seither im Königs Wusterhausener Hafen. Die beiden Stadträte hatten im Sommer 2017 die Reparatur beschlossen, die Auftragsvergabe erfolgte im August 2018 mit dem Fertigstellungstermin im Dezember. Das beauftragte Unternehmen habe diese Vorgabe „als zu kurz bewertet und als Baufertigstellungstermin Ende März 2019 benannt“, teilte die Stadtverwaltung Anfang Oktober mit. Von Seiten der Stadt würden dazu entsprechende rechtliche Konsequenzen“ geprüft. Damals hieß es, die Zerlegung der Brücke würde im Oktober beginnen. Doch das ist bisher nicht geschehen.

Es gab nur zwei Angebote

Die bisherigen Verzögerungen begründete die Königs Wusterhausener Stadtverwaltung damit, dass verschiedene Bauweisen für den Wiederaufbau verglichen wurden und die konkreten Planungen erst nach den Beschlüssen in den beiden Städten beginnen konnten. Die Kostensteigerungen waren zuvor mit der guten Baukonjunktur erklärt worden. Sie führe zu vollen Auftragsbüchern bei den Unternehmen und geringer Beteiligung an öffentlichen Ausschreibungen. Für die Brückenreparatur habe es nur zwei Angebote gegeben.

Zweifel an korrekter Brückenprüfung

Neue Fragen gibt es zu den Brückenprüfungen durch die Stadt Königs Wusterhausen. Nur ein Jahr vor der Sperrung waren keine gravierenden Mängel festgestellt worden. In Wildau wurden deshalb Zweifel laut, ob die Prüfung korrekt erfolgte. Sie wurden dadurch verstärkt, dass in Prüfprotokollen seit 2009 die selben Fotos auftauchen. Die Stadtverwaltung teilte dazu mit, die Brückenprüfungen erfolgten grundsätzlich nach der vorgeschriebenen Norm.

Wildauer Fragenkatalog beantwortet

Einen umfangreichen Fragenkatalog aus Wildau zur Brücke hat Bürgermeister Swen Ennullat inzwischen schriftlich beantwortet, wie das Rathaus mitteilte. Eine Einladung in die Wildauer SVV hatte er zuvor ausgeschlagen. Ennullat sollte in der Oktobersitzung die Fragen der Stadtverordneten und der Verwaltung zur Brücken-Reparatur beantworten.

Von Frank Pawlowski

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