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Königs Wusterhausen Krankenhäuser auf der Suche nach Pflegern
Lokales Dahme-Spreewald Königs Wusterhausen Krankenhäuser auf der Suche nach Pflegern
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10:38 24.08.2018
In den Krankenhäusern der Region fehlen Pfleger vor allem im OP-Dienst und der Intensivmedizin. Quelle: Oliver Berg/Dpa
Dahmeland-Fläming

Neben stationären Einrichtungen wie Seniorenheimen klagen nun auch die Krankenhäuser in der Region Dahmeland-Fläming über Probleme bei der Gewinnung von Pflegekräften. Das bestätigten sowohl die Betreiber des Evangelischen Krankenhauses in Ludwigsfelde als auch des Achenbach-Krankenhauses in Königs Wusterhausen. Eine Stellungnahme des Luckenwalder DRK-Krankenhauses steht auch nach mehrmaligen Anfragen der MAZ aus.

Bis zu 40 neue Pflegekräfte pro Jahr nötig

Die Gewinnung von Pflegekräften habe sich in den vergangenen Jahren deutlich erschwert, teilte ein Sprecher des Ludwigsfelder Krankenhaus mit. Laut Stellenplan konnten bisher aber alle Positionen besetzt werden.

In Königs Wusterhausen fehlen fest eingeplante Pflegekräfte derweil bereits. Etwa 15 bis 20 Neueinstellung gibt es im Achenbach-Krankenhaus jährlich. In Jahren, in denen vermehrt Beschäftigte in den Ruhestand oder in Elternzeit gehen, seien es sogar bis zu 40, erklärt Pressesprecherin Ragnhild Münch. Insgesamt sind im Klinikum Dahme-Spreewald, zu dem das Achenbach-Krankenhaus in Königs Wusterhausen und die Spreewaldklinik in Lübben gehören, circa 360 Mitarbeiter im Pflege- und Funktionsdienst angestellt.

Beim Evangelischen Krankenhaus in Ludwigsfelde werden jedes Jahr etwa 20 neue Pflegekräfte gesucht. Quelle: Jutta Abromeit

In Ludwigsfelde ist der Bedarf ähnlich hoch. Unter den 170 Pflegekräften, die allesamt im stationären Dienst tätig sind, werden pro Jahr durchschnittlich 20 Neueinstellungen nötig. Viele davon sind aufgrund von Langzeiterkrankungen, Elternzeit oder Mutterschutz allerdings befristet. Gleichzeitig berichten beide Einrichtungen auch von Problemen bei der Nachbesetzung der Stellen von Kollegen, die in den Ruhestand gingen. Den Eintritt in die Regelaltersrente nennt das Königs Wusterhausener Krankenhaus sogar als ersten Grund für den Abgang.

„Grundproblem ist und bliebt der Arbeitsmarkt“

Schuld am Mangel des vorhandenen Pflegepersonals sind offenbar weder in Dahme-Spreewald noch in Teltow-Fläming ländliche Strukturen. „Grundproblem ist und bliebt der Arbeitsmarkt“, erklärt Karsten Bittigau, Geschäftsführer im Gesundheitsbereich des Evangelischen Diakonissenhauses, dem das Ludwigsfelder Krankenhaus angehört.

Bittigau bezieht sich dabei auch auf das angekündigte neue „Pflegepersonal-Stärkungsgesetz“. Krankenhäuser sollen zusätzliche Stellen für Pflegekräfte damit künftig vollumfänglich finanziert bekommen. „Der Arbeitsmarkt hält die angedachte Zahl an Pflegekräften nicht ansatzweise vor“, sagt Bittigau. Die politische Initiative sei grundsätzlich zwar zu begrüßen, komme aber zu spät.

Karsten Bittigau ist Geschäftsführer für den Bereich Gesundheit beim Diakonissenhauses, dem das Ludwigsfelder Krankenhaus angehört. Quelle: Privat

Um dem Fachkräftemangel proaktiv zu begegnen, bilden die Klinken in Dahme-Spreewald und Teltow-Fläming den Nachwuchs bereits seit vielen Jahren selbst aus. In Ludwigsfelde und Königs Wusterhausen lernen beispielsweise künftige Gesundheits- und Krankenpfleger ihre Berufe, in Luckenwalde auch Altenpfleger und -pflegehelfer.

Der Schwierigkeit bei der Gewinnung von Pflegekräften versuche man in Ludwigsfelde zudem durch Kooperationsprojekte zur Ausbildung von Operationstechnischen Assistenten entgegenzuwirken. Denn in Krankenhäusern ist der Bedarf nicht in jeder Abteilung gleich groß. Übereinstimmend berichten die Einrichtungen in Königs Wusterhausen und Ludwigsfelde beispielsweise von einem Mangel insbesondere in den Bereichen des Operationsdienstes aber auch bei der Intensivmedizin und der Funktionsdiagnostik.

Der OP-Bereich ist eine Abteilung, in der Krankenhäuser derzeit verstärkt nach Pflegepersonal suchen. Quelle: dpa

Der personelle Engpass schlägt sich für die Betreiber der Kliniken und insbesondere für die aktiven Pflegekräfte im Alltag bereits heute deutlich nieder. In Königs Wusterhausen mussten aufgrund des Pflegepersonalmangels beispielsweise vereinzelt Patientenbetten gesperrt werden. Auch ein Operationssaal sei deshalb bereits für ein paar Stunden außer Betrieb gewesen, so die Pressesprecherin. „Bislang konnte aufgrund des Engagements und der Einsatzfreude alles bedient werden“, so Münch. Die Einschränkungen seien nur stundenweise Ausnahmen.

Auch in Ludwigsfelde sind die Auswirkung des Pflegekräftemangels bekannt. Die Aufrechterhaltung des Dienstsystems zur Erhaltung des Pflegestandards sei erschwert, heißt es. Gleichzeitig würden die verbleibenden Pflegekräfte mit Mehrarbeit belastet. Der dadurch verursachte, überdurchschnittlich hohe Krankenstand erschwert die Lage zusätzlich. Kapazitäten für die Behandlung von Patienten werden aber auch in Ludwigsfelde bisher nur befristet eingeschränkt, bestätigt die Geschäftsführung.

Neues Gesetz zur Stärkung der Pflegekräfte

Anfang August hat das Bundeskabinett den Entwurf für das sogenannte „Pflegepersonal-Stärkungsgesetz“ verabschiedet. Damit sollen spürbare Verbesserungen im Alltag des Personals durch geänderte Arbeitsbedingungen und mehr Stellen geschaffen werden.

Krankenhäuser sollen damit ihre Personalausstattung erhöhen können. Jede zusätzliche Pflegestelle am Krankenbett soll vollständig finanziert werden, ohne Obergrenze für die zusätzlichen finanziellen Mittel. Dasselbe gilt bereits ab 2018 für Tarifsteigerungen.

Die personelle Ausstattung mit Pflegepersonal soll künftig in einem bestimmten Verhältnis zu der Patientenzahl berechnet werden, um eine hohe medizinische Behandlungsqualität zu sichern. Details zum genauen Schlüssel gibt es bisher nicht.

Mit dieser Maßnahme soll ersichtlich werden, ob eine Klinik zu viel oder zu wenig Personal einsetzt. Bei Unterschreitung der Mindestgrenze drohen finanzielle Sanktionen.

Von Victoria Barnack

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