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Königs Wusterhausen Sohlen aus Zeesen für die ganze Welt
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17:24 28.02.2019
Island, USA, Afrika: Die Pinnadeln auf der Weltkarte zeigen, dass die Schelchen GmbH Sohlen in die ganze Welt liefert. Quelle: Josefine Sack
Zeesen

Ein bisschen Arbeitsalltag haben die Schüler von der Schule am Sonnenhof in Mittenwalde schon geschnuppert. Jeden Donnerstag geht es für sie mit dem Schulbus in die Zeesener Werkstatt des Arbeiter-Samariter-Bunds Königs Wusterhausen.

Dort arbeiten vor allem Menschen mit Behinderungen, aber auch chronisch psychisch Kranke und Menschen mit körperlichen Einschränkungen. Bei Praktika in der Hauptwerkstatt, Gärtnerei, Wäscherei oder Küche können die Schüler ihre Stärken und Vorlieben ausloten und ein Berufsfeld finden, das zu ihnen passt.

Station Stanzeisen: Bei Schelchen ist fast alles noch echte Handarbeit. Davon überzeugten sich die MADS-Reporter von der Schule am Sonnenhof. Quelle: Josefine Sack

Schelchen beschäftigt bisher kein Personal mit Behinderungen

In dieser Woche haben die Jugendlichen aus Mittenwalde im Rahmen des MAZ-Projekts „Medien an der Schule“ (kurz MADS) die Werkstätten der Schelchen GmbH besucht. Der Betrieb mit Sitz im Gewerbepark Zeesen ist nach eigenen Angaben größter deutscher Hersteller von Schuhsohlen. Aktuell arbeiten dort 150 Mitarbeiter, darunter drei Auszubildende.

Personal mit Behinderungen beschäftigt das Unternehmen bislang nicht. „Was nicht ist, kann ja noch werden“, ließ Prokuristin Sabine Timm durchblicken. „Es ist schön, wenn wir den Kontakt aufnehmen“, sagte sie in Richtung der Schulleiterin Birgit Schmidt.

Praktikum bei der betriebseigenen Gärtnerin

Grundsätzlich seien Praktika im Bereich Lager und Versand vorstellbar. „Auch unsere eigene Gärtnerin freut sich über Unterstützung“, sagte Timm. Die Mitarbeiterin ist für sämtliches Grün auf dem Firmengelände zuständig.

Der 17 Jahre alte Dominik wäre ihr sicher eine gute Hilfe. Seit geraumer Zeit arbeitet er bei Wind und Wetter als Praktikant im Stadion An der Alten Försterei des 1. FC Union. Sein Traum ist es, bei dem Fußballverein eine richtige Ausbildung zum Garten- und Landschaftsbauer zu beginnen.

„Die Jugendlichen brauchen geschützte Räume“

„Dominik schreibt an unserer Schule Geschichte. So eisern hat noch nie jemand sein Ziel verfolgt“, lobte Schulleiterin Birgit Schmidt. Die wenigsten Schüler vom Sonnenhof schaffen den Schritt in den regulären Arbeitsmarkt. „Wir dürfen nicht verkennen, dass die meisten geschützte Räume brauchen“, so die Rektorin beim Rundgang durch die Werkstätten der Schelchen GmbH.

Anders als in herkömmlichen Betrieben wird in Behindertenwerkstätten nicht im Akkord gearbeitet. Die Werkstätten seien nicht bloß Arbeitsplatz, sondern in erster Linie Treffpunkt für die Menschen, erläuterte Birgit Schmidt.

Bis zu 50.000 Einlegesohlen am Tag

Ob am Stanzeisen, beim Verpacken oder Sortieren – viele Tätigkeitsfelder bei Schelchen kennen die Jugendlichen von ihrer Arbeit in der Werkstatt. „Solche Anlernberufe sind für die meisten theoretisch möglich. Aber was nützt es, wenn die Jugendlichen damit nicht glücklich sind?“, sagte Birgit Schmidt.

Ob die Jugendlichen bei einem Praktikum künftig selbst im Lager von Schelchen mit anpacken, ist ungewiss. Umsonst war der Besuch in den Produktionsstätten keinesfalls. So staunten die Schüler nicht schlecht, als sie erfuhren, dass der Betrieb bis zu 50.000 Einlegesohlen am Tag fertigt und diese in die ganze Welt exportiert.

Von Josefine Sack

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