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Königs Wusterhausen Satirischer Rundumschlag begeistert das Publikum
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21:13 27.01.2019
Merkel völlig antriebslos. Die Kabarettisten Frank Sieckel, Elisabeth Sonntag und Rainer Koschorz (v. l.) von der „Leipziger Pfeffermühle“ im Capitol. Quelle: Fotos: Gerlinde Irmscher (2)
Königs Wusterhausen

Das Kabarett „Leipziger Pfeffermühle“ hat am Freitagabend im Capitol in Königs Wusterhausen sein aktuelles Programm „Fairboten“ aufgeführt. Dem Publikum im voll besetzten Kinosaal versprachen die drei Kabarettisten beim Entree einen Abend mit sehr viel Schärfe.

Erste Halbzeit zum Aufwärmen

Politisches Kabarett – provozierend und auch mal Tabus brechend – wie man es von der „Leipziger Pfeffermühle“ in ihrem 65. Jahr erwartet, gibt es so richtig aber erst in der zweiten Spielhälfte. In der ersten Halbzeit wärmt man sich und das dankbare Publikum zunächst mit einem amüsanten Mix aus Politiker-Witzen, Sketchen über gestresste Mobiltelefonierer, nervende Helikopter-Eltern, überforderte Lehrer und ein Rentnerehepaar im Altersheim sowie einem Medley aus Schlagern, denen man neue Texte verpasst hatte, auf.

Textliche Schärfe nach erstem Anlauf

Da wird beispielsweise aus Roland Kaisers „Joana, geboren, um Liebe zu geben“ banal „Angela, geboren um Kanzlerin zu werden“. Die Kalauer nehmen etwas die Aufmerksamkeit auf das Inhaltliche der Texte. Später, kurz vor dem Finale des zweistündigen Programms, wird es im Abschluss-Medley – diesmal aus Hits der Neuen Deutschen Welle – textlich schärfer. „Völlig schwerelos fliegt die Merkel völlig antriebslos“, singen dann die Kabarettisten. Das Publikum lacht über die Wortspiele und hübschen begrifflichen Umdeutungen.

Achtköpfiges Autorenteam hat die Texte geschrieben

Insgesamt acht Autoren haben Texte für „Fairboten“ geschrieben, darunter auch Frank Sieckel, Regisseur des neuen „Pfeffermühlen“-Stücks und Mitspieler. „Lassen Sie sich unter keinen Umständen Achtsamkeit, Empathie und Fairness verbieten“, heißt es zu diesem neuen Programm auf der Homepage des Leipziger Kabaretts. Sieckel geht es um den Umgang mit Fairness in Politik und Gesellschaft. Es ist ein bunter Mix an Themen, den die Kabarettisten in den einzelnen Nummern präsentieren. Es geht um das Städtesterben, um die MeToo-Debatte und auch um die Einwanderung. Da spielt Frank Sieckel einen Vereinschef, der befürchtet, dass die heimischen Zoos mit zu vielen exotischen Tieren bald überlastet sein werden. Da stimmt die Darstellung, da sitzt die Satire.

„Svetlanas“ Auftritt im Capitol Königs Wusterhausen Quelle: Gerlinde Irmscher

Es macht Spaß, neben Sieckel auch den anderen beiden Darstellern, Elisabeth Sonntag und Rainer Koschorz, auf der Bühne zu zuschauen. Sie alle sind Schauspieler. Sie können singen und tanzen. Das stellen sie besonders nach der Pause im Ensemble – wie auch im Solospiel wunderbar unter Beweis. Sonntag als russische Svetlana im schicken Pelz, die zunächst im tschechischen Grenzgebiet Dienst am Menschen verrichtete, später ihr empathisches Talent bei Aldi an der Kasse und als häusliche Pflegekraft einsetzte, stöckelt mitten in die Zuschauer hinein und massiert dort selbstbewusst Männerschultern.

Publikum applaudiert lange

Koschorz, begleitet von den Musikern Hartmut Schwarze am Klavier und Steffen Reichelt am Schlagzeug, singt boshaft übers Mobbing und spielt dazu lässig Saxofon. Liedtext und Musik stammen hier vom Potsdamer Musikkabarett „Schwarze Grütze“. Dem Publikum in Königs Wusterhausen hat das alles sehr gut gefallen. Lange wird applaudiert. Rainer und Elke Tomm aus Schulzendorf hätten sich gern eine Zugabe gewünscht.

Schauspieler Bruno F. Apitz lobt die Pfeffermüller

Begeistert ist auch Bruno F. Apitz. „Toll“, sagt der Senziger, der selbst auch als Schauspieler arbeitet. „Sie verstehen ihr Handwerk“, lobt er die Pfeffermüller aus Leipzig. Die gehen in den nächsten Monaten weiter auf Tournee und wollen in diesem Jahr gern noch mal nach Königs Wusterhausen kommen.

Von Thomas Seifert

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