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Königs Wusterhausen Anwohner wollen Tempo 30 in Zernsdorf
Lokales Dahme-Spreewald Königs Wusterhausen Anwohner wollen Tempo 30 in Zernsdorf
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07:42 13.10.2018
Peter Siegler-Jansson (l.) und Jörg Federmann sammelten 230 Unterschriften für Tempo 30 in Zernsdorf. Quelle: Frank Pawlowski
Zernsdorf

Als Jörg Federmann vor 13 Jahren von Berlin-Buckow nach Zernsdorf zog, war es für ihn ein Idyll. Doch das hat sich geändert. „Buckow ist heutzutage ein Paradies dagegen, da ist es viel ruhiger.“ Federmann wohnt direkt an der Zernsdorfer Ortsdurchfahrt in der Karl-Marx-Straße, die eine Kreisstraße ist. „Der Verkehr hat in den zurückliegenden Jahren extrem zugenommen“, beklagt er.

Mit der Ruhe ist es längst vorbei

So erlebt es auch Anwohner Peter Siegler-Jansson, der Anfang der 2000er Jahre aus Berlin nach Zernsdorf kam. Er wohnte am Südstern in Neukölln, eine laute Gegend. „Hier war es ruhig und beschaulich, damit ist es leider vorbei“, sagt er. Als an einem dieser Sommertage sich wieder einmal besonders viele Autos durch Zernsdorf wälzten, beschlossen die beiden 70-Jährigen, etwas zu tun.

Hier geht es in den Sigelfliegerdamm und zur Autobahn A 10. Quelle: Frank Pawlowski

Ein Tempo-30-Limit würde nach ihrer Ansicht die Lage für die Anwohner wenigstens etwas erträglicher machen, die Belastungen durch Lärm und Abgase verringern. Die Zone soll vom Siegelfliegerdamm bis zum Ortsausgang nach Kablow reichen. Karl-Marx-Straße, Friedensaue, Friedrich-Engels-Straße und Kablower Chaussee sind betroffen. 230 Unterschriften sammelten sie für ihre Forderung. Im Königs Wusterhausener Stadtrat überreichte Peter Siegler-Jansson diese Woche die Liste an Bürgermeister Swen Ennullat (FWKW).

Forderung nach sicheren Überwegen

Das Straßenverkehrsamt des Kreises wurde ebenfalls schon eingeschaltet. Von dort kam laut Siegler-Jansson der Vorschlag, sich einmal mit Gewerbetreibenden und Anwohnern zusammenzusetzen. Als weitere Maßnahmen fordern die beiden Initiatoren, dass sichere Straßenüberquerungen für Fußgänger geschaffen werden. Es gibt in Zernsdorf weder Mittelinseln, Überwege oder Ampeln. „Besonders Ältere und Schulkinder haben oft keine Chance, über die Straße zu kommen.“

Umfahrung bei Autobahn-Staus

Verschärft wird die Lage noch bei Staus auf den Autobahnen A10 oder A12. Dann wird die Kreisstraße als Umfahrung genutzt. Neben den PKW sind dann auch viele LKW unterwegs. Peter Siegler-Jansson findet, dass deshalb sogar eine Verkehrsberuhigung bis nach Friedersdorf angebracht wäre. Auch sonst habe der Verkehr hier zugenommen, weil Zernsdorf, Kablow, Dannenreich und Friedrichshof einen Bevölkerungszuwachs zu verzeichnen haben.

111 Autos in sieben Minuten

Peter Siegler-Jansson zückt sein Smartphone und ruft ein Dokument auf. Eine Tabelle mit vielen Zahlen. Stichprobenartig hat er Fahrzeuge gezählt und den Lärm gemessen. Am 21. Juli um 12 Uhr zählte er zum Beispiel 111 Autos binnen sieben Minuten auf der Karl-Marx-Straße. Und bei der 90-minütigen Lärmmessung ergaben sich Werte zwischen 45 und 85 Dezibel. Für verschiedene Tage und Uhrzeiten kann er so belegen, was sich auf der Ortsdurchfahrt abspielt.

Ortsbeirat beschließt Tempo-30-Zone

Der Ortsbeirat sieht das ebenfalls als großes Problem. In der jüngsten Sitzung wurde deshalb beschlossen, die Karl-Marx-Straße zwischen dem Einkaufszentrum im „Wohnen am See“ und der Dorfaue zu einer Tempo-30-Zone zu machen. „Es muss etwas geschehen“, sagt Ortsvorsteherin Karin Schwitalla. Sie dämpft zugleich die Erwartungen. Bis zu zwei Jahre können dauren, derartige Verkehrsberuhigungen umzusetzen.

Von Frank Pawlowski

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