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Kommunalpolitiker in der Bütt

Politischer Aschermittwochvorabend Kommunalpolitiker in der Bütt

Im Jugendzentrum Profete in Königs Wusterhausen steigen traditionell Kommunalpolitiker in die Bütt. In diesem Jahr ging es unter dem Motto „Multikulti in KW – Helal statt Helau“ um aktuelle Entwicklungen und Probleme in der Stadt.

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Steuern die KW-Gloria sicher in den Hafen (v. l.): Ludwig Scheetz, Lutz Franzke (beide SPD), Peter Dittrich (CDU), Stefan Ludwig (Linke), Michael Reimann (Wir für KW), Ronny Friedrich (Piraten) und Georg Dinter.

Quelle: Gerlinde Irmscher

Königs Wusterhausen. Wer zum Politischen Aschermittwochvorabend in der Königs Wusterhausener Profete einen Platz haben will, muss rechtzeitig da sein – oder mit einem Stehplatz Vorlieb nehmen. Am Dienstagabend fand in dem Jugendzentrum der traditionelle Rundumschlag auf Kosten der Lokalprominenz statt. In die Bütt wagten sich Ludwig Scheetz (SPD), Stefan Ludwig (Linke), Bürgermeister Lutz Franzke (SPD), Peter Dittrich (CDU), Michael Reimann (Wir für KW) und Ronny Friedrich (Piraten).

Während Scheetz die „KW-Gloria“ durch die Gewässer schipperte, nahm er all das unter die Lupe, was auf den einzeln Decks (Ortsteile) nicht im rechten Lot ist . Franzke sprach darüber was „Helal“ (erlaubt) und „Haram“ (verboten) ist – vor allem beim Brotbacken für die Neubürger mit islamischem Glauben. Der Pirat schwatzte über Verschwörungstheorien und Reimann über die Begriffe Neubürger und Willkommenskultur.

Peter Dittrich war kurzfristig eingesprungen. „Ich bin der Ersatzmann, ist aber nicht so schlimm, wir bei der CDU sind ja sowieso alle austauschbar. Hab ich halt mal schnell zehn Seiten geschrieben und nun kanns losgehen“, sagte er und erzählte davon, dass sowieso alle Politiker Lügner seien.

Darüber, wie multikulti Königs Wusterhausen bereits ist, machte sich Georg Dinter von der Profete seine Gedanken. Da gebe es mazedonische Italiener, fleißige polnische Arbeiter, unzählige osteuropäische Pflegekräfte, einige asiatische Ehefrauen, die aus dem Urlaub mitgebracht wurden und eine russlanddeutsche Gemeinde. Der Chef der Volkshochschule sei Franzose, die Netzhoppers hätten einen Headcoach aus Kroatien, der katholische Priester käme aus Spanien. Vergessen solle man auch nicht die Türken, Griechen und Inder, bekannt als hervorragende Gastronomen. Es stelle sich jedoch die Frage, wie gerüstet wir für Syrer, Iraker, Afghanen sind. Ist man in Königs Wusterhausen bereit, neben ein paar Christen und den vielen Gottlosen den Islam zu integrieren? Was wäre, wenn das ehemalige Wehrkreiskommando zur Moschee umgewidmet wird und zur Marktzeit der Ruf des Muezzin über die Bahnhofstraße erklingt? „Macht Ihnen der Gedanke Angst?“, wollte Dinter wissen und formulierte eine Bitte an die Asylbewerber: „Liebe Flüchtlinge habt Geduld mit uns, wir brauchten 25 Jahre, um uns langsam die Dederon-Schürze einigermaßen abzugewöhnen. Da brauchen wir jetzt mit der Integration ein wenig Zeit. Aber wir schaffen das, denke ich.“

Bevor die Redner ihre Zettel einpacken konnten, gab es für sie noch das obligatorische Spiel. Bibeltexte mussten gefunden werden. Es war gar nicht so einfach, zum Beispiel schnell mal Jesus Sirach Kapitel 4, Vers 1-3 in dem dicken Buch zu finden. Viermal war Ludwig Scheetz der Schnellste und somit Sieger. Sein Preis: Er gibt demnächst eine Deutschstunde für Flüchtlingskinder im Stadtjugendring.

„Es war wieder eine tolle Veranstaltung, das Klima harmonisch, trotz unterschiedlicher Meinungen. Die Reden waren witzig, aber auch sehr kritisch“, sagte Rüdiger Dinter.

Von Gerlinde Irmscher

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