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Dahme-Spreewald Konzerte für Klassik-Freunde
Lokales Dahme-Spreewald Konzerte für Klassik-Freunde
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00:44 25.07.2015
Das United Continuo-Ensemble wird am 28. August in der Baruther Kirche St. Sebastian Motetten spielen.  Quelle: Bernd Bodtländer
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Jüterbog

 Hochkarätiger geht es kaum: Das neue Festival „Resonanzen“ beginnt mit einem Auftritt der Akademie für Alte Musik Berlin am 21. August in der Jüterboger Nikolaikirche. Die mit Grammy, Echo und weiteren international bedeutenden Musikpreisen dekorierten Musiker wollen an den Stockholmer Königshof des 18. Jahrhunderts entführen, mit Kompositionen von Händel, Vivaldi, Telemann und dem schwedischen Komponisten Johan Helmich Roman. Der wird als „Vater der schwedischen Musik“ bezeichnet, er lernte auf seinen Reisen durch Europa die Werke seiner Zeitgenossen kennen und führte diese bei Hofe auf.

Kirchenmusikdirektor Peter-Michael Seifried ist der künstlerische Leiter des Festivals, das bis vor kurzem als „Flämingklang“ vermarktet wurde und zusätzlich zu den geplanten Konzerten eine Art Sommerakademie mit Meisterkursen bieten sollte. Wer aber vor Tagen die Website des Veranstalters von „Flämingklang“ besuchte, musste dort lesen, dass es nicht stattfinden könne, weil die Finanzierung nicht gesichert sei. Mittlerweile ist diese Seite abgeschaltet.

 „Zum Glück“, sagt Seifried, denn nun hat die Kirchengemeinde von St. Nikolai die Organisation selbst übernommen und kein Ersatzprogramm realisiert, sondern die konzertanten Höhepunkte der ursprünglichen Planung beibehalten und durch spezielle Orgel-Veranstaltungen ergänzt. „Die Konzerte, die machbar sind, werden wir auch machen“, sagt Seifried, der sich sicher ist, dass „Resonanzen“ als jährliches Festival etabliert werden kann. Es beginnt nicht nur fulminant, sondern geht auch so zu Ende. Durch eine Kooperation mit der Reihe „Brandenburgische Sommerkonzerte“ enden die „Resonanzen“ am 30. August mit dem Auftritt der Lautten Compagney Berlin, die mit Sopranistin Dorothee Mields ihre viel gefeierten Interpretation der Liebeswirren in den Liedern von Henry Purcell vorstellen wird.

„Die Sache mit den Meisterkursen ist schon noch im Kopf“, sagt Seifried zur überarbeiteten Idee des Festivals. Mit dem Orgelprogramm sollen nun vor allem jene angesprochen werden, die derzeit im Kirchenkreis Zossen-Fläming Orgelausbildungen machen. Während „Resonanzen“ werden sie und andere Interessierte Gelegenheiten haben, mit wichtigen Spezialisten für dieses Instrument ins Gespräch zu kommen.

 Rund 60 Orgelschüler gibt es derzeit in der Region, „darunter 15, die vorher noch nie eine Taste berührt haben“, so Seifried. Zwischen 13 und 75 Jahren sind sie alt, sie werden an zwölf Orten von insgesamt 14 Lehrern unterrichtet und sollen nach der Ausbildung befähigt sein, Gottesdienste zu begleiten. Unter anderem wird Organist Matthias Eisenberg erwartet zu einem Frühstückskonzert am 22. August ab 9.30 Uhr in der Liebfrauenkirche.

„Bach’n’Breakfast“ nennen die Organisatoren das, wenn es zunächst ein lockeres Gespräch bei Kaffee und Brötchen geben soll, dann ein kleines Konzert und außerdem eine Führung zur barocken Wagner-Orgel. „So dass man zwei Stunden am Vormittag in schöner Weise in der warmen Kirche verbracht hat“, sagt Seifried.

Er wird selbst auch an der Orgel sitzen und am Tag darauf eine nachmittägliche Vesper in ähnlicher Form anbieten. Außerdem werden er und andere Orgeldozenten der Region am 27. August eine Orgel-Nacht in der Nikolaikirche veranstalten. „Da wird auch etwas aus ,Krieg der Sterne’ zu hören sein“, sagt Seifried. Außerdem wird er seiner Leidenschaft für Stummfilme frönen und zu zwei kurzen Beiträgen musizieren. „Tod in der Orgel“ ist ein Krimi, den Mitglieder der Kirchengemeinde für Seifried gedreht haben, zudem ist ein Science-Fiction-Film zu sehen, in dem vor mehr als 100 Jahren über eine Reise zum Mond spekuliert worden war.

Mussorgskys „Bilder einer Ausstellung“ werden auch anklingen. Thematisch orientieren sich die „Resonanzen“ am Motto der Reformationsdekade „Bild und Bibel“. Auch wenn die Bilder eher in den Köpfen entstehen sollen.

Kirchenmusik, die in der Zeit vor Luther entstanden ist, wird das Schweizer Ensemble „Chant 1450“ mitbringen, das am 23. August in der Nikolaikirche mit dem Lautenisten Ori Harmelin spielt. Das United Continuo Ensemble wird am 28. August in der Baruther Kirche St. Sebastian Motetten von Antonio Caldara spielen.

Info: Weitere Information gibt es im Internet unter www.jueterbog-klingt.de und bei Peter-Michael Seifried unter  01 75/1 63 39 26.

Von Karen Grunow

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