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Kreis trödelt bei Schulwegen

Königs Wusterhausen Kreis trödelt bei Schulwegen

Vollmundig verkündeten Kreispolitiker im Februar, die Fahr- und Wartezeit von Schülern deutlich zu verkürzen. Aber passiert ist nichts. Eine Arbeitsgruppe hat immer noch keine Ergebnisse vorgelegt. Einige Schüler sind täglich fast dreieinhalb Stunden unterwegs. Eltern wollen sich damit nicht abfinden.

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Eltern aus Heidesee waren zu Gast im Bildungsausschuss und enttäuscht auf den ergebnislosen Zwischenbericht der Arbeitsgruppe Schülerbeförderung.

Quelle: Pawlowski

Königs Wusterhausen. An den teils sehr langen Fahr- und Wartezeiten von Kindern und Jugendlichen in Dame-Spreewald auf dem Weg zur Schule und zurück nach Hause wird sich vorerst nichts ändern. Eine Arbeitsgruppe des Kreises, die im Frühjahr eingesetzt wurde und konkrete Vorschläge für Verbesserungen vorlegen sollte, kann bisher keine Ergebnisse vorweisen. Das ergab ein Zwischenberichts des früheren Amtsleiters Joachim Harder für den Bildungsausschuss des Kreistages.

14000 Schüler sind täglich unterwegs

Von den 14 000 Schülern im Landkreis ist zwar nur eine Minderheit betroffen, doch die trifft es dann oft hart. Zumutbar in LDS sind tägliche Schulwege von 180 Minuten für Grundschüler und 230 Minuten für Sekundarschüler. Etliche betroffene Schüler sind tatsächlich so lange unterwegs. Harder war von der Arbeitsgruppe beauftragt worden, zunächst Daten über Schulwege zu sammeln.

Mühselige Datenermittlung

Die Ermittlung sei mühselig und aufwendig, weil sie für den Kreis nicht erfasst sind. So habe er anhand von anonymisierten Wohnortlisten aus Schulen sowie dem Fahrinformationsprogramm des Verkehrsverbundes zunächst einen Überblick über Fahrwege erstellen müssen. Die Angaben sind allerdings wenig aussagekräftig, weil darin die Wartezeiten nicht enthalten sind. Harder sieht an den Fahrzeiten derzeit keinen „Optimierungsbedarf“, wie er sagte.

Joachim Harder (2vl) stellte im Bildungsausschuss den Zwischenbericht zur Schülerbeförderung vor

Joachim Harder (2.v.l.) stellte im Bildungsausschuss den Zwischenbericht zur Schülerbeförderung vor.

Quelle: Frank Pawlowski

Bei betroffenen Eltern aus Heidesee sorgte das für Kopfschütteln. „Wir brauchen unbedingt eine Lösung, nicht erst in hundert Jahren“, sagte Steffi Nerreter aus Blossin im Ausschuss. Die Dolgenbrodterin Vicky Klode-Hammitsch berichtete, dass ihr Sohn fast dreieinhalb Stunden unterwegs ist. „Am Montag war er um 18 Uhr zu Hause und um 21.30 Uhr mit den Hausaufgaben fertig. Ich weiß nicht, ob das tragbar ist."

Belastung für Einzelne darf nicht zu groß sein

Zuspruch bekamen die Mütter vom Schulleiter des Schillergymnasiums Königs Wusterhausen, Mario Bengsch. Er ist sachkundiger Einwohner im Ausschuss. Zwar handele es sich um wenige Fälle, aber die Belastung für Schüler dürfe nicht überstrapaziert werden, sagte er. Bengsch berichtete, dass einige Schüler schon morgens um halb sieben in der Aula sitzen, lange vor dem Unterrichtsbeginn. Es wurde angeregt, generell über bessere Busverbindungen nachzudenken, das käme allen ÖPNV-Nutzern zugute.

Reine Fahrzeiten sind nur die halbe Wahrheit

Kreistagabgeordneter Georg Hanke (SPD) forderte dazu auf, die Wartezeiten von Schülern einzubeziehen: „Die Fahrzeiten sind nur die halbe Wahrheit.“ Die Arbeitsgruppe will in diesem Jahr noch einmal beraten. Ausschussvorsitzende Martina Mieritz (SPD) forderte den Landkreis auf, bei drastischen Einzelfällen Hilfe anzubieten. Bildungsdezernent Carsten Saß (CDU) dämpfte sogleich die Hoffnungen. Sonderlösungen seien für die Verwaltung ein Problem, solange der Kreistag die Zumutbarkeitsgrenzen für die Schulwege nicht absenkt.

Von Frank Pawlowski

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